
Der Finanzinvestor Advent hat für seinen elften Beteiligungsfonds Kapitalzusagen in Höhe von 30 Milliarden Dollar erhalten, was Spielraum für weitere Großinvestitionen schafft.
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Advent hat in diesem Jahr bereits die Aufzugssparte von Thyssenkrupp an Kone verkauft und den Börsengang von Innio begleitet.
Der Private-Equity-Investor Advent hat von Investoren Kapitalzusagen in Höhe von 30 Milliarden Dollar für seinen elften Beteiligungsfonds „GPE XI“ erhalten. Das geht aus einer Mitteilung des Finanzinvestors mit Hauptsitz in Boston hervor, die dem Handelsblatt vorab vorliegt.
Damit steuert das Private-Equity-Haus nach Angaben von Ranjan Sen, Managing Partner bei Advent, auf ein Rekordvolumen an Investorengeldern zu: „Mit 30 Milliarden Dollar an Kapitalzusagen gehört die neue Fondsplattform zu den größten, die wir bisher am Private-Equity-Markt gesehen haben.“
Sein Kollege, Ronald Ayles, ebenfalls Managing Partner bei Advent, unterstreicht: „Die starke Unterstützung unserer langjährigen Investoren und das Vertrauen vieler neuer Investoren in GPE XI und unsere Mid-Market-Strategie sehen wir als Bestätigung unseres langfristigen Investmentansatzes und unserer Erfolgsbilanz.“
Von dem frischen Kapital dürfte auch ein erheblicher Anteil in Investments in Europa und Deutschland fließen. Advent-Partner Sen bestätigt: „Historisch waren die Investments der Advent anteilsmäßig relativ gleich verteilt zwischen den USA und Europa, ein kleiner Anteil entfällt auf den asiatisch-pazifischen Raum.“
Advent hat in diesem Jahr zwei milliardenschwere Verkäufe von Portfoliounternehmen gestemmt und seinen Investoren daher hohe Mittelrückflüsse beschert: Ende April verkaufte Advent zusammen mit Cinven die frühere Aufzugssparte von Thyssenkrupp, TKE, an Kone. Der finnische Aufzugshersteller zahlte 29,4 Milliarden Euro, nachdem Advent und Cinven das Geschäft 2020 für 17,2 Milliarden Euro erworben hatten.
Im Juni gelang der Advent-Beteiligung Innio ein erfolgreicher Börsengang in den USA, zu einer Bewertung von rund 25 Milliarden Dollar. Für Advent und seine Investoren ein profitables Geschäft: Der Finanzinvestor hatte den österreichischen Gasmotorenhersteller im November 2018 von General Electric übernommen, für damals 3,25 Milliarden Dollar.
Mit der neuen Fondsplattform verfügt Advent über die finanzielle Schlagkraft für neue Milliardendeals. Knapp 27 Milliarden Dollar des frischen Kapitals fließen Advent zufolge in den Flaggschiff-Fonds. Dieser peile Eigenkapital-Investments zwischen 350 Millionen und zwei Milliarden Dollar an, erläutert Advent-Partner Sen im Handelsblatt-Gespräch.
„Auch der neue Fonds ist erfreulicherweise wieder gegenüber dem Vorgängerfonds gewachsen. Die Fondsgröße erlaubt uns auch, zukünftige große Transaktionen darzustellen.“ Neben der Übernahme von Konzernabspaltungen, seien auch die Übernahme von börsennotierten Unternehmen, sogenannte Public-to-Private-Transaktionen sowie gemeinsame Investments zusammen mit Familienunternehmen ein wesentlicher Teil ihrer Anlagestrategie.
Die übrigen mehr als drei Milliarden Dollar stehen für Transaktionen im kleineren und mittleren Marktsegment zur Verfügung. Hier plant das Unternehmen Sen zufolge mit Eigenkapital Tickets zwischen 100 und 350 Millionen Dollar.
„In der Vergangenheit haben wir bei Advent eine große Bandbreite von Transaktionen abgedeckt, wie die Übernahme von TKE, aber auch die jüngste Investition in die Münchener FNZ Bank“, fügt Sen hinzu. „Mit dem neuen Fonds haben wir von unseren Investoren (LPs) das Mandat erhalten, diese erfolgreiche Strategie fortzuschreiben.“

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