RB Leipzig in der Champions League: Haaland und Manchester City haben das bessere Ende für sich
Plastikbananen, ein Eigentor und Haalands Siegtreffer im Spiel der Premier-League-Giganten gegen die Sachsen
Quick Look
- RB Leipzig verliert das Champions-League-Heimspiel gegen Manchester City mit 2:3.
- Nach einem Eigentor von Castello Lukeba und dem 2:1 durch Enzo Fernández glichen Antonio Nusa und später erneut Nusa aus, bevor Erling Haaland in der 78.
- Minute den Endstand herstellte.
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Why It Matters
Das Spiel war Teil der Champions-League-Gruppenphase. Manchester City steht unter Ermittlungen der Premier League wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Finanzregularien, die der Klub bestreitet. Die City-Fans nutzen derzeit vermehrt Plastikbananen als ironisches Symbol.
Was das alles mit dem Champions-League-Spiel von RB Leipzig gegen Manchester City zu tun hat, das am Mittwochabend mit einem 3:2-Sieg für den englischen Premier-League-Klub endete? Nun, dies: Der Leipziger Fanverband sah sich sicherheitshalber bemüßigt, kurz vor dem Spiel schriftlich mitzuteilen, dass die gigantischen Plastik-Bananen der City-Fans „keine diskriminierende oder provokative Bedeutung“ hätten. Sie seien bloß ein altes, ironisch gemeintes Symbol der Anhänger des Klubs. Eines das derzeit, im Zuge der Debatte um die – von City bestrittenen – Verstöße gegen die Finanzregularien der Premier League, von den Fans wieder vermehrt ausgepackt würde.
Wer die Passsicherheit sah, mit der City in den ersten fünfzehn Minuten agierte, der musste immerhin den Eindruck gewinnen, dass das Geld nicht nur massiv, sondern auch mit Bedacht ausgegeben wurde. Es war eine Phase, in der Leipzig am Ball nicht mal riechen durfte. Allein, wirkliche Gefahr verströmte City ein einziges Mal: als Enzo Fernández auf Rayan Cherki ablegte und dieser im Strafraum zum Abschluss kam. Dann aber fräste sich Leipzig in die Partie – und richtete sich an Antonio Nusa auf.
Nichts versinnbildlichte das mehr als eine Szene aus der 15. Minute, als sich die Leipziger von der rechten Eckfahne der von City verteidigten Hälfte in Richtung Strafraumeck kämpften. Dort übernahm Nusa. Der Norweger lief die Sechzehnerlinie ab, schoss aufs Tor und hätte fast „Bingo!“ gerufen, weil Torwart Gianluigi Donnarumma sich als Butterfingertorwart zeigte. Der Italiener hatte Glück, dass der Ball über die Querlatte flog. Die Szene erfüllte die Leipziger mit dem Mut, den Trainer Martín Demichelis vorab gefordert hatte. Bis City das 1:0 erzielen konnte (37.), hatte RB den englischen Gästen ein paar Mal einen gehörigen Schrecken eingejagt – durch den starken David Raum und durch Christoph Baumgartner.
O’Reillys Hereingabe von der Grundlinie setzte RB-Verteidiger Castello Lukeba ins eigene Tor
Das Führungstor Citys erinnerte an die Klamauk-Filme, in denen Bananenschalen zum Einsatz kamen. Leipzigs alternder Abwehrchef Willi Orban und Ridle Baku ließen Nico O’Reilly ziehen – und dessen Hereingabe von der Grundlinie setzte RB-Verteidiger Castello Lukeba ins eigene Tor.
Nach der Pause verdoppelte Leipzig seine Angriffsbemühungen, zündete damit auch das bis dahin arg biedere Publikum ab. Donnarumma fischte einen wundervollen Baumgartner-Schuss aus dem linken Winkel; danach leistete er sich aber einen beschämend absurden Fehler. Ridle Baku betrat über die rechte Seite den Strafraum, und Donnarumma machte die kurze Ecke so aufreizend auf, dass Leipzigs Rechtsverteidiger fast schon keine andere Option blieb, als flach zum 1:1 ins Tor zu schießen.
Es folgten weitere Chancen für die Leipziger – erst durch Ezechiel Banzuzi, dann wieder durch Baku –, dann eine Replik durch den sonst weitgehend abgemeldeten Erling Haaland, der RB-Torwart Maarten Vandevoort prüfte. Und schließlich die neuerliche Führung für City wegen eines Abwehrfehlers der Leipziger: Baku ließ Ilie Ndiaye flanken, Enzo Fernández stahl sich im Rücken von Lukeba davon und köpfelte unbedrängt ein (58.). Der Treffer zum 2:1 führte dazu, dass im City-Fanblock die Plastikbananen tanzten. Jedoch: nicht lange. Denn Nusa krönte seine hervorragende Leistung mit einem Treffer aus 14 Metern zum 2:2. Das bereitete den Boden für eine attraktive, abwechslungsreiche Schlussphase – mit dem besseren Ende für City und Haaland.
Denn als Leipzigs Trainer Martín Demichelis die erschöpften Baumgartner, Nusa und Rômulo auswechselte, trat die größere Abgeklärtheit der Engländer zum Tragen. In der 78. Minute erzielte Haaland den 3:2-Endstand, nach Vorarbeit von Elliot Anderson rutschte er im Rücken von Orban auf dem Hosenboden zu seinem 14. Saisontor. Diesmal war es allerdings der eingewechselte Christopher Nkunku gewesen, der defensiv patzte, er hatte Anderson ziehen lassen. David Raum setzte noch einen direkten Freistoß spektakulär an die Querlatte (81.); auch Cherki (84.) und Haaland (90.) trafen noch Aluminium. Damit setzte sich City in der Spitzengruppe der Champions-League-Tabelle fest – während Leipzig mit nur drei Zählern aus vier Punkten im Tabellenkeller darbt.
Open Questions
- Wie viele Punkte hat Leipzig insgesamt aus den bisherigen vier Champions-League-Spielen?
- Welche konkreten Auswirkungen hat die Niederlage auf die Weiterkommen-Chancen Leipzigs?
- Wann ist das nächste Champions-League-Spiel von RB Leipzig?





