Der Hamburger Verein „Laut gegen Nazis“ kämpft juristisch um Markenrechte, um den Vertrieb rechtsextremer Fanartikel zu unterbinden.
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Der Verein „Laut gegen Nazis“ sichert sich Markenrechte an rechtsextremen Codes, um den Verkauf entsprechender Merchandise-Artikel zu unterbinden.
Der rechtsextreme Onlineshop „www.Druck18.de“ gilt dem Hamburger Verein zufolge als einer der wichtigsten Vertriebskanäle der rechtsextremen Szene. Er ist allerdings derzeit nicht erreichbar. Stattdessen erscheint ein weißer Bildschirm. Der Webshop werde aktuell überarbeitet und in Kürze wieder verfügbar sein, sagte Geschäftsführer Tommy Frenck auf Anfrage.
Der Rechtsextremist hatte 2024 in Thüringen als Landrat kandidiert. Er wurde bundesweit bekannt, weil er eine Reihe großer Neonazi-Konzerte organisiert hatte, zu denen auch Rechtsextremisten aus anderen europäischen Ländern anreisten.
Bereits im Dezember 2024 hatte sich der Verein die Markenrechte an dem Namen Druck18 sichern lassen, um den weiteren Verkauf von Nazi-Artikeln über den rechtsextremen Online-Shop „www.druck18.de“ zu verhindern. Seit einem Jahr gibt es den Konter-Shop von „Laut gegen Nazis“ und mehr als 30 weiteren Initiativen.
Dagegen war das Unternehmen Druck18 GmbH mit einem Antrag auf Erlass eines Verbots vor Gericht gezogen, allerdings bislang erfolglos. Nun geht das Verfahren in die nächste Runde. Dem Landgericht Hamburg zufolge ist mittlerweile ein Hauptsacheverfahren anhängig. Die Klägerseite habe Anfang Juni eine Klage eingereicht. „Laut gegen Nazis“ hat am Montag die Klageerwiderung eingereicht. Es gibt dem Gericht zufolge noch keinen Termin zur mündlichen Verhandlung.
In den vergangenen Monaten hat sich der Hamburger Verein „Laut gegen Nazis“ auch die Markenrechte an rechtsextremen Kürzeln und Codes wie „Döp dö dö döp“, „VTR LND“ und „enness“ gesichert.
„Döp dö dö döp“ ist eine Anlehnung an die Melodie des Songs „L’amour toujours“, die immer wieder für rassistische Parolen genutzt wird. Die Abkürzung „VTR LND“ steht für Vaterland und „enness“ ist Lautschrift für NS und damit für Nationalsozialismus. Beide sind ebenfalls als Codes unter Rechtsextremen beliebt.
Ziel der spendenfinanzierten Aktionen ist, den Verkauf von Nazi-Artikeln mit diesen Aufdrucken zu verhindern und damit der Branche einen wichtigen Finanzierungsweg zu versperren.
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