
Autozulieferer profitiert im Reifengeschäft von hoher Profitabilität und treibt Preiserhöhungen voran
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Continental strafft sein Portfolio und trennt sich von Sparten, um sich auf das Reifengeschäft zu konzentrieren.
Der Autozulieferer Continental stemmt sich bisher erfolgreich gegen die steigenden Rohmaterial-Preise und den schwachen Automarkt. Im dritten Quartal sankt der Umsatz im Reifengeschäft – dem verbleibenden Kerngeschäft – um 1,5 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte.
Das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich aber um sieben Prozent auf 514 Millionen Euro, die bereinigte Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) kletterte damit auf 14,9 (Vorjahr: 13,9) Prozent. Continental gehe „gestärkt in einen herausfordernden Jahresendspurt“, sagte Vorstandschef Christian Kötz. Die Aussicht auf eine höhere Marge auch im Gesamtjahr trieb die im Leitindex Dax enthaltene Conti-Aktie um mehr als sechs Prozent nach oben.
Dabei kommen die infolge der Kriege im Nahen Osten gestiegenen Preise für Öl und Kautschuk nun auch in der Gewinn- und Verlustrechnung an – mit Verzögerung, weil Conti Rohstoffe drei bis sechs Monate im Voraus einkauft: „Wir erwarten auf der Rohmaterial-Seite keine Entlastung“, sagte Finanzvorstand Roland Welzbacher der Nachrichtenagentur Reuters.
Im dritten Quartal hätten sich die steigenden Materialpreise mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag niedergeschlagen, im vierten Quartal sei mit einem ähnlichen Effekt zu rechnen. Continental versucht deshalb nun, höhere Verkaufspreise durchzusetzen: „Wir sprechen mit den Kunden“, sagte Welzbacher.
Zu Jahresbeginn hatte Continental noch mit positiven Bedingungen gerechnet. Demgegenüber müsse man Zusatzbelastungen im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbetrag schultern, sagte der Finanzvorstand. Dennoch wächst der Optimismus: Continental grenzte die Umsatzprognose auf die Mitte der bisherigen Spanne ein: Der Umsatz im Kerngeschäft soll 2026 bei 13,5 bis 13,9 (bisher 13,2 bis 14,2) Milliarden Euro liegen. Die bereinigte Ebit-Marge wird mit 13,4 und 14,0 (bisher 12,0 bis 13,5) Prozent sogar höher gesehen als zuletzt.
Unter dem Strich schrieb Continental mit 349 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen, nachdem die Abspaltung der Autozuliefer-Sparte Aumovio und der Verkauf der Originalteile-Sparte OESL vor Jahresfrist zu einem Verlust von 756 Millionen Euro geführt hatten. Continental hatte das Geschäft mit Gummi-Produkten für Automobilhersteller (OESL) im Frühjahr verkauft und sich im Sommer auch vom Rest der Kunststofftechnik-Sparte ContiTech getrennt. Diese geht für vier Milliarden Euro an den Finanzinvestor Lone Star, der Verkauf ist aber noch nicht abgeschlossen.
Bei ContiTech läuft es schlechter als erwartet: Der Umsatz werde 2026 zwischen 4,2 und 4,4 (bisher: bis zu 4,8) Milliarden Euro liegen, die Ebit-Marge bei 6,5 bis 7,5 (bisher 7,0 bis 8,5) Prozent.
Continental wird damit zum reinen Reifenhersteller. „Wir haben unser Ergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal erneut gesteigert und sind weiterhin hochprofitabel – insbesondere in Europa und Asien“, sagte Welzbacher. Vor allem große Reifen für SUV und Elektrofahrzeuge trieben das Geschäft an.
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Umsatz im Kerngeschäft 2026 bei 13,5 bis 13,9 Milliarden Euro
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