Russian court upholds sentence for German satirist Jacques Tilly
Quick Look
- A Moscow appeals court confirmed an 8.5-year prison sentence for German satirist Jacques Tilly, who was convicted in absentia for his carnival float designs criticizing Putin and the war in Ukraine.
- His defense argued his mental capacity was not assessed, but the court dismissed the appeal.
AI-generated summary
Why It Matters
German satirist Jacques Tilly was sentenced in absentia to eight and a half years in prison by a Moscow court for his carnival floats that criticized Russian President Vladimir Putin and the war in Ukraine. The court found him guilty of offending religious feelings and spreading false news about the Russian armed forces. Germany will not extradite Tilly, meaning the sentence cannot be enforced.
Ein Berufungsgericht in Moskau hat die Strafe gegen den wegen seiner Karnevalswagen in Abwesenheit zu achteinhalb Jahren Haft verurteilten deutschen Satiriker Jacques Tilly bestätigt.
Die Beschwerde der Verteidigung gegen das Urteil sei abgewiesen und das Strafmaß bestätigt, urteilte ein dreiköpfiges Richterkollegium.
Tillys Pflichtverteidigerin Natalja Dudkina hatte das Revisionsverfahren vor Gericht damit begründet, dass während der Ermittlungen Tillys Schuldfähigkeit nicht durch ein psychiatrisches Gutachten geprüft worden sei.
In ihrem Plädoyer Anfang April hatte sie Freispruch für Tilly aus Mangel an Beweisen beantragt.
"Es war meine gesetzliche Pflicht als Verteidigerin, gegen dieses Urteil Beschwerde einzulegen", sagte sie der Nachrichtenagentur dpa im Gerichtssaal.
Sie beklagte erneut, dass es ihr nicht gelungen sei, mit Tilly selbst Kontakt aufzunehmen.
Russland habe ihn international zur Fahndung ausgeschrieben, sagte sie.
Tilly: "Urteil ist eine Farce"
Tilly hatte Kremlchef Wladimir Putin und den von ihm befohlenen Krieg in der Ukraine mit von ihm gestalteten Wagen für den Düsseldorfer Rosenmontagszug immer wieder satirisch angeprangert.
Auch der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill wurde verspottet.
Daraufhin war Tilly in Russland angeklagt worden.
Er selbst hatte immer wieder erklärt, dass er von der russischen Justiz zu keinem Zeitpunkt informiert worden sei über die Ermittlungen gegen ihn.
Ein Gericht in Moskau hatte geurteilt, dass Tilly sich mit seinen Darstellungen der Verletzung religiöser Gefühle und der Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte schuldig gemacht habe.
Weil Deutschland Tilly nicht ausliefern wird, kann die russische Justiz das Urteil nicht vollstrecken.
"Damit ist der Fall abgeschlossen", sagte Tilly der dpa nach Bestätigung des Urteils.
"Ich sehe keinen Anlass, diesen absurden Schauprozess zu verlängern."
Das Urteil sei "eine Farce" und werde die satirische Arbeit im Karneval nicht beeinflussen.
"Wir machen weiter wie bisher", so Tilly.
Mit Informationen von Lilia Becker, ARD-Studio Moskau.
Open Questions
- Will Russia pursue any further international legal actions against Tilly?
- What are the implications for other artists critical of the Russian government?
- How will this case affect cultural exchange between Russia and Germany?




