Breaking
AUDeadly Fire Engulfs Bangkok Pub, Killing at least 27UKAndy Burnham Warned of 50,000 More Homeless People Without Housing First AgendaRUМошенники предлагают семьям пропавших бойцов СВО вернуть их тела за деньгиRUМитч Макконнелл заверил избирателей, что продолжит работать, несмотря на проблемы со здоровьемBRHomem é preso por dívida de pensão e tráfico de drogas em SantosUKPoorly Executed Workplace Investigations Cost UK Economy £28.5bn Annually, Say Public Health DoctorsTRAğrı Dağı'nda Kaybolan Dağcı Sevim Yılmaz'ın Cansız Bedenine UlaşıldıBRMãe é presa por abandono de incapaz após filho adolescente agredir irmãosUKReform UK's Donations Would Plummet Under Proposed £100,000 Cap, Analysis ShowsCN黃秋生宣布告別香港舞台:神戲將面向世界AUDeadly Fire Engulfs Bangkok Pub, Killing at least 27UKAndy Burnham Warned of 50,000 More Homeless People Without Housing First AgendaRUМошенники предлагают семьям пропавших бойцов СВО вернуть их тела за деньгиRUМитч Макконнелл заверил избирателей, что продолжит работать, несмотря на проблемы со здоровьемBRHomem é preso por dívida de pensão e tráfico de drogas em SantosUKPoorly Executed Workplace Investigations Cost UK Economy £28.5bn Annually, Say Public Health DoctorsTRAğrı Dağı'nda Kaybolan Dağcı Sevim Yılmaz'ın Cansız Bedenine UlaşıldıBRMãe é presa por abandono de incapaz após filho adolescente agredir irmãosUKReform UK's Donations Would Plummet Under Proposed £100,000 Cap, Analysis ShowsCN黃秋生宣布告別香港舞台:神戲將面向世界
Newsgather
BackRussland präsentiert sich als Wirtschaftswunderland trotz Krieg und Sanktionen
Russland präsentiert sich als Wirtschaftswunderland trotz Krieg und Sanktionen
Developing
FAZ6/3/2026Business7 min readGermany

Russland präsentiert sich als Wirtschaftswunderland trotz Krieg und Sanktionen

Quick Look

  • Russland lädt zum Internationalen Wirtschaftsforum (SPIEF) nach Sankt Petersburg, um sich als Wirtschaftsmacht zu präsentieren.
  • Trotz Krieg, Sanktionen und internen Problemen wie Inflation und Arbeitskräftemangel wird ein "pragmatischer Dialog" angestrebt.
  • Die Wirtschaftsprognosen wurden gesenkt, während die Ausgaben für Rüstung steigen.

AI-generated summary

Why It Matters

Russia is preparing to host the International Economic Forum (SPIEF) in St. Petersburg, aiming to present itself as an economic powerhouse despite ongoing conflict in Ukraine and Western sanctions. The forum's motto, "Pragmatic Dialogue: The Path to a Stable Future," suggests an openness to continued business with Western entities.

Font size

Von diesem Mittwoch bis Samstag wird sich Russland wieder als Wirtschaftswunderland präsentieren. „Pragmatischer Dialog: Der Weg zu einer stabilen Zukunft“ lautet das diesjährige Motto des Internationalen Wirtschaftsforums oder SPIEF, zu dem Präsident Wladimir Putin wie stets Anfang Juni nach Sankt Petersburg lädt. Der erste Teil des Mottos steht dafür, dass auch westliche Akteure weiter in Russland Geschäfte machen, trotz Zigtausender Toter in der Ukraine, Sanktionen und landestypischer Risiken wie Enteignungen.

Als deutsche Gäste sollen unter anderem Politiker aus der AfD anreisen sowie Putin-Apologeten wie der Journalist Hubert Seipel, dessen Bücher der russische Milliardär Alexej Mordaschow einst mit mindestens 600.000 Euro „gesponsort“ hat. Der zweite Teil des Mottos weist auf das Kreml-Ideal der Dauerherrschaft. Damit den 73 Jahre alten Putin kein Covid-19 bedroht, ist für den Besuch seines Auftritts am Freitag neben einer Sondereinladung auch ein negativer PCR-Test erforderlich.

Dabei ist die Stimmung sogar in der Elite trübe. „Russische Wirtschaft: Strukturelle Änderungen zur Rückkehr auf den Wachstumspfad“ lautet eines der Themen des SPIEF. Seit Mai ist Russland von diesem Pfad offiziell abgekommen. Die Regierung geht in ihrer neuen Prognose von mindestens zwei Jahren Stagnation aus, mit hohem Leitzins, starkem Rubel, niedrigen Ölpreisen. Für 2026 hat sie die Wachstumsprognose von 1,3 Prozent aus dem vergangenen September auf 0,4 Prozent gesenkt; für 2027 nimmt sie statt 2,8 Prozent Wachstum nun 1,4 Prozent an, für 2028 statt 2,5 Prozent 1,9.

Die Inflation steigt, die Investitionen sinken

Wirtschaftsentwicklungsminister Maxim Reschetnikow sprach während eines Empfangs durch Putin im Mai von einem „zyklischen Entwicklungsmuster“ und sagte, auf das Wachstum von 2023 und 2024 folgten „Stabilisierung“ und „strukturelle Anpassungen“. Doch waren jene Jahre von rasant steigenden Staatsausgaben für den Krieg geprägt: 2021 hatte Russland 3 Prozent der Wirtschaftsleistung für sein Militär ausgegeben, 2025 waren es 8 Prozent.

Gegen eine „Stabilisierung“ sprechen die steigende Inflation, die jetzt für 2026 auf 5,2 Prozent statt wie zuvor auf 4 Prozent prognostiziert wird, und sinkende Investitionen. Diese sollen 2026 nicht, wie zuvor angenommen, um 0,5 Prozent, sondern um 1,5 Prozent zurückgehen, nachdem sie schon 2025 um 2,3 Prozent gefallen waren. Russlands Wirtschaft kollabiere nicht, genese aber auch nicht, analysierte das exilrussische Wirtschaftsportal The Bell.

Ein Problem ist die Arbeitskräfteknappheit. Putin sprach sie gegenüber Reschetnikow an, aber positiv: Sie führe dazu, dass die Löhne weiter stiegen. Doch außerhalb des Rüstungssektors können Unternehmen nicht mit dessen hohen Löhnen mithalten und kaum Kredite aufnehmen. Die Zentralbank kann den Leitzins von derzeit 14,5 Prozent nur behutsam senken, um die Inflation zu dämpfen. Die Sanktionen und Rückzüge westlicher Konzerne führen dazu, dass Unternehmen ihre Herstellungskapazitäten schwerlich modernisieren können. Jüngste Produktionszahlen weisen laut The Bell auf eine „Deindustrialisierung“ ziviler Wirtschaftsbereiche. So werden weniger Autos, Baumaterialien, Glas und Fahrstühle hergestellt als früher.

All das hängt mit dem Krieg zusammen, den Putins Funktionäre nicht als Problem benennen können. Tabuisiert werden auch die Schäden durch ukrainische Drohnenschläge, insbesondere an Raffinerien. Es gelten Ausfuhrverbote für Benzin und Diesel, gerade ist eins für Kerosin hinzugekommen. Beschränkungen des mobilen Internets und die Blockierung des Messengers Telegram sorgen für Unmut und wirtschaftliche Schäden, die ebenfalls nicht beziffert werden.

Russlands Unternehmen können auch nicht darauf zählen, für Schäden durch Drohnenangriffe kompensiert zu werden. Wollen sie sich selbst davor schützen, müssen sie auch dafür aufkommen. Laut dem Wirtschaftsportal RBK dürfen Privatunternehmer jetzt Artilleriegeschütze und Mittel der elektronischen Kampfführung erwerben, um Drohnen abzuwehren.

Der Rüstungssektor saugt den Markt aus

Entsprechend wächst in Russland alles, was mit Rüstung zusammenhängt: Hier ist der Staat der Abnehmer, priorisiert Hersteller, vergünstigt Kredite. Auf diese Weise sauge der Rüstungssektor den Markt aus, während der schrumpfende zivile Sektor mit dem Arbeitskräftemangel, höheren Löhnen, teuren Krediten und sinkenden Umsätzen zu kämpfen habe, so The Bell.

Aber auch für das Militär wird es schwieriger, neue Soldaten zu rekrutieren. Davon zeugt ein neues Gesetz, das Rekruten, die sich von Anfang Mai an zum Kriegsdienst verpflichten, Schulden bis zu einer Höhe von umgerechnet knapp 120.000 Euro erlässt. Das Lockmittel ist erprobt, eine Vorgängerregelung betraf bis zum 1. Dezember 2024 aufgenommene Kredite. Die Rekrutierung erschwert aber auch, dass die mit Donald Trumps Rückkehr ins US-Präsidentenamt verbundenen Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende verflogen sind.

Der Krieg sprengt auch Russlands Budget. Fast 40 Prozent sind darin für 2026 für Verteidigung und Sicherheit vorgesehen, mehr als 201 Milliarden Euro. Das reicht aber nicht: Die Zeitung „Financial Times“ berichtet, Finanzminister Anton Siluanow habe im Februar in einem Brief an das Kabinett geschätzt, in diesem Jahr dürften die Kriegsausgaben mindestens um 24 Milliarden Euro höher liegen als geplant, in einem „Negativszenario“ um 48 Milliarden Euro.

Die Regierung solle daher für andere Felder vorgesehene Mittel zurückstellen: 34,7 Milliarden Euro für dieses Jahr, 64,6 Milliarden Euro für 2027, 85 Milliarden Euro für 2028. Siluanow sagte der Zeitung „Kommersant“, veränderte „Makrobedingungen“ machten es nötig, die Ressourcen auf „prioritäre Richtungen“ wie Militär und Sozialausgaben zu konzentrieren. The Bell vermutet, die Mehrkosten könnten an Entschädigungen liegen, weil immer mehr Soldaten getötet und verwundet würden. Aber auch Raketen, wie sie die Invasoren aktuell insbesondere auf Kiew abfeuern, kosten Millionenbeträge.

Auch der Irankrieg hilft nicht genug

Für 2026 hatte Moskau ein Haushaltsdefizit von insgesamt 45,5 Milliarden Euro vorgesehen. Doch schon für die ersten vier Monate dieses Jahres beläuft sich das Minus auf 70,6 Milliarden Euro, das entspricht 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Auch der Irankrieg hilft nicht hinreichend, obwohl die Preise für Rohöl gestiegen sind und die USA Sanktionen gegen auf dem Seeweg transportiertes russisches Öl ausgesetzt haben. Doch im April betrugen die (stets addiert angegeben) Öl- und Gaseinnahmen 10,3 Milliarden Euro, nur 2,5 Prozent mehr als eingeplant und 21 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Der starke Kurs des Rubels zum Dollar schmälert die Einnahmen, und die Ölunternehmen führen zwar Steuern ab, doch der Staat gibt einen Teil davon sofort an sie zurück, damit sie die höheren Treibstoffpreise nicht voll an die Inlandskunden weitergeben. Zugleich rechnet die Regierung aufgrund des Irankriegs damit, dass die Weltwirtschaft weniger wächst und sich die Nachfrage nach russischen Energieträgern abschwächt.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Russia will continue to prioritize defense spending, potentially at the expense of civilian economic development.

    Very likely · Medium term

  • Inflation in Russia will remain elevated, impacting consumer purchasing power.

    Likely · Medium term

  • The Russian economy will experience continued stagnation or very low growth in the coming years.

    Likely · Long term

Open Questions

  • To what extent will Western actors actually participate in SPIEF and engage in business with Russia?
  • What specific structural changes will Russia implement to return to a growth path?
  • How will the labor shortage and rising wages impact non-defense sectors?
  • What are the full implications of the 'de-industrialization' of civilian sectors?

Related Topics

This article was originally published by FAZ.

Related Stories

More on this topicRussland