Saudi-Arabien gründet Militärallianz zum Schutz der Schifffahrt
Das Königreich sieht auch seine Ölexporte über das Rote Meer zunehmend in Gefahr. Gemeinsam mit arabischen und weiteren Staaten ruft das Land eine neue Militärkooperation ins Leben.
Quick Look
- Saudi-Arabien hat eine neue maritime Verteidigungsallianz mit 13 weiteren Ländern gegründet, um die Schifffahrt in der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, im Roten Meer und im Golf von Aden zu sichern.
- Dies geschieht als Reaktion auf Drohungen und Angriffe der Huthi-Miliz im Jemen, die saudi-arabische Öltanker und -anlagen ins Visier genommen hat und eine Seeblockade ankündigte, was die 2022 vermittelte Waffenruhe gefährdet.
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Why It Matters
Eine von der Uno vermittelte Waffenruhe im Jemen von 2022 zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz ist durch jüngste Angriffe und Drohungen der Miliz gefährdet.
Saudi-Arabien hat ein neues Bündnis zur maritimen Verteidigung gegründet, um die Schifffahrt rund um die strategisch wichtige Straße von Bab al-Mandab zu sichern. Das Verteidigungsministerium in Riad teilte am Donnerstag mit, der Schritt ziele darauf ab, »die maritime Sicherheit zu erhöhen, die Freiheit der Schifffahrt zu wahren, internationale Handelsrouten und Energieversorgungswege zu sichern sowie gemeinsame maritime Interessen in der Meerenge von Bab al-Mandab, im Roten Meer und im Golf von Aden zu schützen«.
Die Erklärung erfolgte dem Ministerium zufolge im Namen der insgesamt 14 Länder der neuen Allianz, darunter Bahrain, Ägypten, Jordanien, Kuwait, Katar, Dschibuti, die Türkei und der Jemen.
Das Ministerium teilte mit, es habe 51 Länder und Organisationen zu einem Treffen über das Bündnis am Donnerstag in Riad eingeladen. Demnach nahmen Vertreter von 43 Staaten sowie eine EU-Delegation an dem Treffen teil, während 14 Länder ihre Unterstützung zusagten.
Saudi-Arabien reagiert mit dem Bündnis auf Drohungen und Angriffe der von Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen. Die Miliz in dem Bürgerkriegland hatte in der vergangenen Woche eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und griff seither nach eigenen Angaben saudi-arabische Öltanker und Ölanlagen an.
Am Montag meldeten die Huthis Drohnenangriffe auf »sensible Knotenpunkte« für den Öltransport nach Janbu am Roten Meer. Dort endet die wichtige Ost-West-Ölpipeline, über die Rohöl von den Förderstätten am Persischen Golf fließt. Mit ihrer Hilfe kann die von Iran seit Kriegsbeginn de facto gesperrte Straße von Hormus umgangen werden.
Die international anerkannte Regierung des Jemen hatte den Huthis vorgeworfen, Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen im Roten Meer und in der Meerenge Bab-al-Mandab erheben zu wollen. Die Miliz arbeite mit Unterstützung aus Teheran an der Entwicklung eines entsprechenden Systems, sagte Informationsminister Moammar al-Eriani am Mittwoch.
Die Meerenge Bab-al-Mandab liegt zwischen dem Jemen im Osten und Eritrea und Dschibuti im Westen. Sie zählt zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt. Seit Teherans Blockade der Straße von Hormus wurde die Seeroute über Bab-al-Mandab immer wichtiger; Saudi-Arabien etwa leitet seine Ölexporte durch die Meerenge um.
Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hatte seit 2015 die jemenitische Regierung im Kampf gegen die Huthis unterstützt. Seit einer von der Uno vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 waren die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und der Miliz weitgehend zum Erliegen gekommen. Die jüngsten gegenseitigen Angriffe drohen diese faktische Feuerpause zu kippen.
Open Questions
- Wie wird die neue Militärallianz operativ vorgehen?
- Welche direkten Auswirkungen haben die Angriffe auf den Öltransport?
- Wie reagiert der Iran auf die neue Allianz?







