Schleswig-Holstein passt Ansiedlungsstrategie an veränderte Rahmenbedingungen an
Wirtschaftsminister Madsen setzt künftig stärker auf Verteidigung, Erneuerbare Energien und Life Science
Quick Look
- Schleswig-Holstein richtet seine Ansiedlungsstrategie neu aus.
- Wirtschaftsminister Madsen fokussiert künftig auf Verteidigung, Erneuerbare Energien und Digitalwirtschaft, während die Bedeutung von Märkten wie China und den USA abnimmt.
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Why It Matters
Schleswig-Holstein strebt an, bis 2040 ein klimaneutrales Industrieland zu werden. Die Ansiedlungszahlen waren in den vergangenen Jahren rückläufig.
Schleswig-Holstein passt seine Ansiedlungsstrategie an die Veränderungen in der Welt an. Künftig werde mehr Gewicht auf Betriebe in den Bereichen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, erneuerbare Energien, Life Science sowie Ernährungs- und Digitalwirtschaft gelegt, teilte Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) mit. Gleichzeitig verlören ausländische Quellmärkte wie China und die USA an Bedeutung.
Mit dem Verlauf der Ansiedlungen im ersten Halbjahr 2026 seien sie zufrieden, betonten Madsen und die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WT.SH), Ulrike Wielatt.
Denken in Wertschöpfungsketten
Bei der Ansiedelung wolle man weniger in einzelnen Branchen denken, sondern mehr in Wertschöpfungsketten, so Madsen. «Denn für ein klimaneutrales Industrieland brauchen wir nicht nur Windräder, sondern auch Unternehmen, die Speicher entwickeln oder einzelne Komponenten bauen.»
Der SPD-Landesvorsitzende Ulf Kämpfer nannte die Überarbeitung der Ansiedlungsstrategie «bitter nötig». Denn die Zahl der Unternehmensansiedlungen sei den vergangenen Jahren rückläufig gewesen. «Am Ende kommt es einzig und allein darauf an, ob tatsächlich mehr Unternehmen nach Schleswig-Holstein kommen, hier investieren und dauerhaft Arbeitsplätze schaffen», so Kämpfer.
Buchholz bemängelt fehlenden Fahrplan zur Klimaneutralität
Auch der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Bernd Buchholz, nannte die Fortschreibung überfällig, da sich in den vergangenen Jahren viele Rahmenbedingungen teils stark verändert hätten. Die grundsätzliche Stoßrichtung sei daher richtig. Der frühere Wirtschaftsminister kritisierte aber, dass das Ziel des klimaneutralen Industrielands 2040 als Marketingslogan bemüht werde, ohne einen konkreten Fahrplan zu haben.
Der Sprecher für Wirtschaft und Ansiedlungen der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Hein, nannte es konsequent und richtig, das Ziel, bis 2040 klimafreundliches Industrieland zu werden, in der Ansiedlungsstrategie klar zu definieren. Erneuerbare Energien verschafften Schleswig-Holstein nahezu ein Alleinstellungsmerkmal. «Dennoch wollen wir nicht nur für energieintensive Unternehmen attraktiv sein, sondern für Unternehmen aus allen Branchen», so Hein.
Open Questions
- Wie sieht der konkrete Fahrplan zur Klimaneutralität aus?
- Welche konkreten Anreize werden für die neuen Zielbranchen geschaffen?


