Schweden: Bargeld kehrt in Geschäfte zurück
Quick Look
- Schweden führt ein neues Gesetz ein, das Lebensmittelgeschäfte und Apotheken verpflichtet, wieder Bargeld anzunehmen.
- Dies soll die Verbraucherautonomie stärken und als Krisenvorsorge dienen, falls digitale Zahlungssysteme ausfallen.
AI-generated summary
Why It Matters
Schweden hat eine der höchsten Bargeldlosigkeitsraten der Welt. Ein neues Gesetz verpflichtet nun Lebensmittelgeschäfte und Apotheken, wieder Bargeld anzunehmen.
Das Geräusch klimpernder Münzen hört man in Schweden kaum noch, denn hier wird fast alles mit der Karte bezahlt - selbst das Eis am Kiosk um die Ecke.
Viele zahlen digital, die meisten direkt mit dem Handy. Anders geht es oft gar nicht, denn in vielen Geschäften hängen Schilder, die ankündigen: Wir sind bargeldlos.
Bezahlen können - auch ohne Internet
Björn Eriksson sieht darin ein Problem der Konsumenten: "Ich finde, dass die Verbraucher selbst entscheiden sollten. Wer digital bezahlen will, soll das gerne tun. Aber es muss doch trotzdem möglich sein, mit Bargeld zu bezahlen, wenn man das möchte."
Der Stockholmer kämpft mit seiner Initiative schon lange für den Erhalt des Bargelds. Nun ist das auch ein Anliegen der schwedischen Regierung. Seit heute ist ein neues Bargeldgesetz in Kraft. Es verpflichtet Lebensmittelgeschäfte und Apotheken dazu, wieder Münzen und Scheine anzunehmen. Das sei gerade jetzt ein wichtiger Schritt, meint Elin Ritola von der schwedischen Zentralbank. "Durch die neue geopolitische Lage hat Bargeld wieder eine größere Bedeutung. Es geht dabei um Sicherheit, darum, dass es Bezahlmöglichkeiten gibt, die auch dann funktionieren, wenn beispielsweise das Internet oder die Stromversorgung ausfällt."
Regierung empfiehlt: 1.000 Kronen in bar
Auch die schwedische Regierung sieht im Bargeld eine Art Krisenvorsorge. Die Zivilschutzbehörde empfiehlt: Alle Erwachsenen sollten immer etwa 1.000 Kronen in bar zu Hause liegen haben. Das sind etwa 90 Euro. Im Krisenfall würde das reichen, um zumindest das Nötigste einzukaufen. Viele Schweden haben nicht mal das, denn sie haben seit Jahren nicht mehr mit Bargeld bezahlt, sondern ausschließlich mit der Karte oder per Swish, einem rein schwedischen Onlinebezahlsystem. "Ich würde sagen, dass Schweden ein Land mit einer Bevölkerung ist, die Technik gegenüber recht positiv eingestellt ist. Viele haben diese neuen praktischen Lösungen begeistert angenommen", sagt Ritula.
Es geht auch um Inklusion
Doch sich allein auf das digitale Bezahlen zu verlassen, kann auch ein Risiko sein. Das haben die Schweden 2021 gemerkt, als nach einem Cyberangriff insgesamt 800 Supermarktfilialen im ganzen Land lahmgelegt waren. Björn Eriksson und seiner Initiative zum Erhalt von Bargeld geht es nicht nur um die Sicherheit, sondern auch um die Inklusion. "Es gibt viele Menschen, die Probleme mit dem digitalen Bezahlen haben, etwa Menschen mit einer Behinderung und ältere Menschen", sagt er.
Für ihn ist das neue Gesetz ein erster Schritt in die richtige Richtung. Er freut sich, dass er zumindest im Supermarkt und in der Apotheke jetzt wieder ohne Probleme mit Bargeld bezahlen kann.
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Weitere Sektoren könnten gezwungen werden, Bargeld anzunehmen.
Possible · Within months
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- Wie wird die Akzeptanz in anderen Sektoren sein?
- Welche technischen Herausforderungen gibt es bei der Bargeldannahme?

