Nach gewaltsamen Protesten linker Gruppen in Paris beklagen Unternehmer schwere Schäden. Hunderte Geschäfte wurden geplündert oder beschädigt.
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Nach Protesten linker und linksextremer Gruppen kam es in Paris zu Plünderungen und Sachbeschädigungen an Geschäften.
In Paris stehen einige Unternehmer vor den Trümmern ihrer Existenz: Nach Protesten linker und linksextremer Gruppen am Samstag plünderten vermummte Demonstranten am Wochenende Geschäfte – unter anderem auch im angesagten Pariser Einkaufsviertel Marais.
Mitarbeiter einer Modeboutique in dem Viertel berichteten einem Reporter von „Business Insider“, die Situation während der Ausschreitungen sei „dystopisch“ gewesen. Irgendwann sei Tränengas in den Laden eingedrungen. Selbst das schreckte offenbar nicht alle Kunden ab: Manche hätten sich weiter im Geschäft umgesehen, berichteten die Mitarbeiter.
Den ganzen Samstag über sei die Polizei auf der Straße stark präsent gewesen. Die Boutique hätte zwar zusätzliches Sicherheitspersonal engagiert, sich angesichts der zunehmenden Gewalt aber schließlich entschlossen, früher zu schließen.
So glimpflich kamen nicht alle Geschäfte in Paris davon. Wer am Sonntag mit dem Fahrrad durch die Stadt fuhr, folgte einer Spur der Verwüstung, je näher er der Place de la République kam. Dort, wo das 3., 10. und 11. Arrondissement aufeinandertreffen, hatte es am Samstag einige der heftigsten Ausschreitungen gegeben.
Die Inhaberin eines Geschäfts für Goldankauf, dessen Schaufenster eingeschlagen worden war, erzählte, sie habe am Samstag vorzeitig schließen müssen. „Ich bekam einen Anruf. Es war mein Nachbar, der nebenan im Restaurant arbeitete. Er hatte eine Gruppe junger Leute gefilmt“, sagte sie. Diese hätten die Tür aufgebrochen und „alles kurz und klein geschlagen“.
„Sie haben Sachen gestohlen“, sagte sie. „Als ich zurückkam, hatten sie alles mitgenommen.“
In einer Filiale von Nicolas, einer der bekanntesten Weinhandelsketten Frankreichs, waren die Schaufenster und die Eingangstür ausgeschlagen. Dahinter standen leer geräumte Regale, leere Champagnerkartons und Glasscherben lagen auf dem Boden.
Auch Filialen großer Supermarktketten, Elektronikläden, Bars und Geschäfte für E-Zigaretten wurden in Paris und weiteren Großstädten geplündert oder bei den Ausschreitungen beschädigt.
Alexandre Bompard, Vorstandschef von Carrefour, einer der größten Supermarktketten Frankreichs, sagte, in ganz Frankreich seien 50 Geschäfte seiner Gruppe betroffen. Die Reparaturkosten würden sich auf mehr als zehn Millionen Euro belaufen. Die Zerstörungen hätten „erhebliche Folgen für die Menschen und die Wirtschaft“, weil Franchisepartner gezwungen seien, die Arbeitszeiten Dutzender Beschäftigter zu reduzieren. Damit müsse auch das sogenannte Teilzeit-Arbeitslosengeld in Anspruch genommen werden.
Nach Einschätzung des französischen Industrie- und Handelskammertags könnten landesweit insgesamt mehr als 2000 Geschäfte beschädigt oder geplündert worden sein. Bis Sonntagabend seien rund 1500 Fälle erfasst worden, sagte Verbandspräsident Alain Di Crescenzo dem Sender RTL. Er bezifferte den Schaden auf Hunderte Millionen Euro.
In Montmatre war nichts von den Ausschreitungen zu spüren
Die Gewalt traf die Pariser allerdings nicht gleichermaßen. Im Viertel Montmartre, bei Künstlern und Touristen beleibt, ging das Leben trotz der Proteste seinen gewohnten Gang. Die Terrassen waren voller Menschen, die Menschen, die ihr Wochenende genossen, und es herrschte der übliche Trubel am Abend.
Eine Barkeeperin in einem beliebten Irish Pub am Boulevard, nur wenige Häuser vom Moulin Rouge entfernt, erzählte, an dem Abend sei besonders viel los gewesen. Ärger habe sie nicht erlebt, die Gäste seien insgesamt „sehr höflich“ gewesen.
Doch als viele andere Pariser am Sonntagmorgen bei kühler Luft und blauem Himmel vor die Tür traten, bot sich ihnen ein anderes Bild: eingeschlagene Schaufenster und zerstörte Geldautomaten, Glasscherben, vermüllte Straßen und ausgebrannte Autos.
Zugleich gab es Anzeichen dafür, dass sich die Stadt von den Ausschreitungen zu erholen begann. An einer Arbeitsvermittlung, in die eingebrochen worden war, waren bereits Handwerker mit Reparaturen beschäftigt. Freiwillige fegten die Straßen.
Während Paris versucht, wieder auf die Beine zu kommen, kündigte Bürgermeister Emmanuel Grégoire staatliche Hilfen für die örtlichen Geschäftsleute an. Er habe die Einrichtung eines „Krisenstabs zur Unterstützung der Geschäftsleute“ beantragt, der ihnen bei Versicherungsfragen und Behördengängen helfen solle.
„Sie erfüllen Paris jeden Tag mit Leben. Heute ist es an Paris, Ihnen zur Seite zu stehen“, sagte er.
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Einrichtung eines Krisenstabs zur Unterstützung der Geschäftsleute
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