Die ehemalige BBC-Redakteurin Lucie Kon erhält nach einem Verfahren wegen ungerechtfertigter Kündigung eine Entschädigung.
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Die BBC räumte Versäumnisse ein, nachdem Lucie Kon aufgrund von Vorwürfen im Zusammenhang mit ihrer jüdischen Identität ausgegrenzt und entlassen wurde.
Die britische Rundfunkanstalt BBC hat einer jüdischen Fernsehproduzentin nach Antisemitismus-Vorwürfen mehr als 400.000 Pfund (rund 477.600 Euro) Entschädigung gezahlt.
Die Zahlung an die ehemalige BBC-Redakteurin Lucie Kon sei nach einem Verfahren wegen mutmaßlich ungerechtfertigter Kündigung vereinbart worden, berichtete die Zeitung „Daily Telegraph“ (gehört wie WELT zu Axel Springer) am Montag.
Bei einer internen Untersuchung sei keiner der Antisemitismus-Vorwürfe Kons erhärtet worden, erklärte der öffentlich-rechtliche Sender. Allerdings seien „Versäumnisse“ festgestellt worden. Die BBC gestand ein, dass die Vorgänge persönliche Folgen für Kon gehabt hätten, und bezeichnete sie als geschätzte Mitarbeiterin.
Andere hätten ihr wegen angeblicher „Voreingenommenheit“ die Leitung eines Dokumentarfilms über das Hamas-Massaker nicht überlassen wollen. Nach einer formellen Beschwerde sei sie zunehmend ausgegrenzt und schließlich entlassen worden. „Sie haben versucht, mich an der Ausübung meiner Arbeit zu hindern, weil ich Jüdin bin“, sagte Kon gegenüber der Zeitung.
„Die BBC ließ mich fallen, isolierte mich und trieb mich an den Rand des Wahnsinns. Sie haben mich gebrochen“, sagte sie weiter. Nach ihrer Darstellung veränderte sich ihr Arbeitsalltag mit dem Hamas-Terrorangriff am 7. Oktober grundlegend. „Aus einer BBC-Journalistin, die zufällig jüdisch war, wurde eine jüdische Journalistin bei der BBC“, sagte sie. „Es war, als hätte man mir ‚Jüdin‘ auf die Stirn gestempelt.“
Kon berichtet zudem von abwertenden Äußerungen über jüdische Beschäftigte. Zeitweise habe sie sich auf einer Toilette zurückgezogen, um einer Situation zu entkommen. „Die BBC ist nicht voller Antisemiten, aber sie hat ein Antisemitismusproblem.“
Kon arbeitete als verantwortliche Redakteurin für die internationale BBC-Dokumentarfilmreihe „Storyville“. Sie war an dem mit einem Oscar ausgezeichneten Dokumentarfilm „Mr Nobody Against Putin“ und als ausführende Produzentin am Emmy-prämierten Film „We Will Dance Again“ über den Hamas-Angriff auf das Nova-Musikfestival beteiligt. Bei den Massakern am 7. Oktober 2023 töteten die Islamisten im Süden Israels 1221 Menschen, 251 Menschen verschleppten sie als Geiseln in den Gazastreifen.

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