Steigende Ölpreise und hohe Anleiherenditen belasten Wall Street
Quick Look
- Steigende Ölpreise aufgrund der Ablehnung eines iranischen Friedensplans durch Trump und rekordhohe Anleiherenditen drückten die Wall Street am Wochenstart.
- Der Dow-Jones-Index verlor 0,7 Prozent, der S&P 500 gab 0,8 Prozent nach und der Nasdaq fiel knapp ein Prozent.
- Während Nvidia durch ein Rekord-Aktienrückkaufprogramm von 150 Milliarden Dollar Gewinn machte, fielen Boeing-Aktien wegen eines neuen Softwarefehlers bei der 737 MAX um knapp sieben Prozent und Tesla-Aktien büßten vier Prozent ein aufgrund gesenkter Kursziele von JP Morgan.
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Why It Matters
Die Ölpreise stiegen aufgrund der Ablehnung eines iranischen Friedensplans durch US-Präsident Donald Trump, der die Wiederöffnung der für Öl- und Gastransporte wichtigen Straße von Hormus blockierte. Gleichzeitig erreichten Anleiherenditen neue Höchststände aufgrund von Inflationssorgen und Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed.
Steigende Ölpreise bereiten den US-Anlegern einen unfrohen Wochenstart. Alle Indizes rutschen ins Minus, die Anleiherenditen erreichen 19-Jahreshochs. Auch für Boeing sieht es nicht rosig aus.
Anziehende Ölpreise und rekordhohe Anleiherenditen bremsen erneut die Wall Street aus. Der Dow-Jones-Index verlor 0,7 Prozent auf 51.481 Punkte und der breiter gefasste S&P 500 gab 0,8 Prozent auf 7683 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rutschte knapp ein Prozent auf 26.820 Punkte ab. Die Ablehnung eines iranischen Friedensplans zur Öffnung der Straße von Hormus durch US-Präsident Donald Trump trieb die Ölpreise zeitweise mehr als vier Prozent nach oben, schürte Sorgen vor einer hartnäckigen Inflation und weiteren Zinserhöhungen.
"Wir befinden uns gerade in einer Ein-Faktor-Welt, in der die Ölpreise die Zinsen beeinflussen und die Zinsen der Haupttreiber für alle Anlageklassen sind", sagte Mohit Kumar, Ökonom bei Jefferies. Die Erwartung, dass die erhöhten Ölpreise die Inflation nach oben treiben und damit die Zentralbanken zu Zinserhöhungen bewegen, belastete erneut Staatsanleihen. Im Gegenzug zogen die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen und US-Staatsanleihen mit gleicher Laufzeit auf bis zu 3,649 und 5,234 Prozent an. Damit erreichten sie neue 17- und 19-Jahres-Hochs.
Händler sehen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed im Oktober inzwischen bei gut 70 Prozent. Die Fed hatte die Zinsen bereits Anfang des Monats um einen Viertelprozentpunkt angehoben und weitere Schritte signalisiert. Zudem hatte sich die Chefin des Fed-Ablegers von Cleveland, Beth Hammack, am Freitag besorgt über die hartnäckig hohe Inflation geäußert. Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf eine Reihe von US-Konjunkturdaten in dieser Woche, darunter die für die Fed wichtigen Inflationsdaten und der Arbeitsmarktbericht.
Ölpreisanstieg bröckelt zum Börsenschluss
Am Rohölmarkt legten die Preise zunächst mehr als vier Prozent zu, nachdem US-Präsident Donald Trump am Wochenende die Bedingungen des Irans zur Wiederöffnung der für Öl- und Gastransporte wichtigen Straße von Hormus abgelehnt hatte. Im Handelsverlauf bröckelte das Plus aber wieder ab, da erwartet wurde, dass Vermittler aus Katar Gespräche mit den USA und dem Iran führen würden.
Zudem erholten sich im September die Rohölexporte der wichtigsten Produzenten im Nahen Osten auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn im Februar, wie vorläufige Daten des Analysehauses Kpler zeigten. "Trotz des gestiegenen Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus bleiben die Liefermengen unter dem Niveau vor dem Konflikt, wodurch der Markt weiterhin unterversorgt ist", sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo. Die Rohölbestände der strategischen US-Ölreserve fielen zuletzt mit 283,8 Millionen Barrel auf den niedrigsten Stand seit Oktober 1982, wie Daten des US-Energieministeriums zeigen. Hintergrund war eine Vereinbarung zur Freigabe von 172 Millionen Barrel aus der Reserve.
Nvidia gefragt - Boeing im Sinkflug
Bei den Einzelwerten sorgte die Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms in Rekordhöhe bei Nvidia für Rückenwind. Die Papiere des US-Chipriesen kletterten zeitweise mehr als drei Prozent. Nvidia hat eine Aufstockung seines Aktienrückkaufprogramms um 150 Milliarden Dollar angekündigt - die größte, die es je gegeben hat und die selbst die von Apple im Jahr 2024 übertrifft.
Ein Bericht über einen neuen Softwarefehler bei der Maschine 737 MAX setzte unterdessen Boeing zu. Die Papiere des US-Flugzeugbauers fielen um knapp sieben Prozent, nachdem das "Wall Street Journal" berichtet hat, Boeing habe einen bisher unbekannten Softwarefehler identifiziert, der bei der Landung zu einem Ausfall einer automatischen Navigationsfunktion führen könne. Analysten von Jefferies erklärten, der Fehler könne die Zulassung der Variante MAX 10 verzögern und die Auslieferung der MAX 7 behindern, sollte die US-Luftfahrtbehörde FAA ihn als Sicherheitsrisiko einstufen. Boeing teilte mit, alle 737-Betreiber im vergangenen Monat über das Softwareproblem informiert zu haben.
Tesla-Aktien büßten vier Prozent ein, nachdem JP Morgan das Kursziel für die Aktie aufgrund schwacher Auslieferungen im dritten Quartal gesenkt hatte.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Fed wird im Oktober eine Zinserhöhung durchführen.
Likely · Within weeks
Die Ölpreise werden volatil bleiben, abhängig von der geopolitischen Entwicklung in der Straße von Hormus.
Likely · Within weeks
Boeing wird Schwierigkeiten bei der Zulassung und Auslieferung der 737 MAX Varianten haben, wenn der Softwarefehler als Sicherheitsrisiko eingestuft wird.
Possible · Within months
Open Questions
- Wie wird sich die Situation in der Straße von Hormus entwickeln, wenn Katar vermittelt?
- Wann genau plant die Fed die nächste Zinserhöhung?
- Wie schwerwiegend ist der newly entdeckte Softwarefehler bei der Boeing 737 MAX tatsächlich?
- Wird Nvidia sein Aktienrückkaufprogramm tatsächlich vollständig umsetzen können?






