Studie: KI-Nutzer sprechen über sensible Themen, plagen aber Datenschutzsorgen
Umfrage von Proton zeigt: 68 Prozent besprechen persönliche Themen mit Chatbots, fürchten jedoch kommerzielle Datennutzung.
Quick Look
- Laut einer Proton-Studie besprechen 68 Prozent der deutschen Chatbot-Nutzer sensible Themen wie psychische Gesundheit mit KI.
- Gleichzeitig herrscht Skepsis bezüglich des Datenschutzes und der Erstellung von Werbeprofilen durch Anbieter.
AI-generated summary
Why It Matters
Untersuchung des Schweizer Softwaredienstleisters Proton zum Nutzungsverhalten von KI-Chatbots.
Immer mehr KI-Nutzer in Deutschland verwenden Chatbots mit künstlicher Intelligenz als Ansprechpartner für persönliche und vertrauliche Themen. Gleichzeitig begegnen sie den Anbietern der Technologie beim Datenschutz jedoch mit erheblichem Misstrauen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Untersuchung des Schweizer Softwaredienstleisters Proton.
Der repräsentativen Umfrage zufolge haben 68 Prozent der befragten Chatbot-Nutzer in Deutschland bereits mindestens ein sensibles Thema mit einem KI-System besprochen. Am häufigsten wenden sich die Nutzerinnen und Nutzer bei Fragen rund um die psychische Gesundheit an die digitalen Assistenten. Ferner werden den Programmen regelmäßig intime Lebensbereiche wie Finanzen, Partnerschaften, Arbeit, Sexualität, Geheimnisse oder familiäre Konflikte offengelegt.
Bequemlichkeit und Urteilsfreiheit im Fokus
Die Hinwendung zur Künstlichen Intelligenz bedeutet nach Angaben der Studienautoren allerdings nicht, dass die Technologie das soziale Umfeld gänzlich ersetzt. Freunde und Familie blieben bei sensiblen Themen nach wie vor die wichtigste Anlaufstelle. Ausschlaggebend für die Nutzung von Chatbots seien vor allem die ständige Verfügbarkeit rund um die Uhr. Eine wichtige Rolle spielt auch der Umstand, dass die Systeme ohne persönliche Vorurteile oder soziale Verlegenheit reagieren.
Sorge vor kommerziellen Werbeprofilen überwiegt
Gleichzeitig offenbaren die Ergebnisse eine deutliche Skepsis gegenüber den Betreibern der KI-Dienste. Rund 40,5 Prozent der Befragten gaben an, wenig oder gar kein Vertrauen darin zu haben, dass die Unternehmen vertrauliche Daten ausreichend absichern. Besonders ausgeprägt ist die Sorge vor einer kommerziellen Verwertung: 51 Prozent der Nutzer befürchten, dass aus den Dialogen individuelle Marketing- oder Werbeprofile erstellt werden könnten. Das Risiko, dass die eigenen Aussagen für das Training neuer KI-Modelle herangezogen werden, bereitet 43 Prozent der Teilnehmer Sorgen.
Nachfrage nach datenschutzorientierten Systemen
Striktere Sicherheitsgarantien könnten die Offenheit der Anwender weiter vergrößern. So erklärten 71 Prozent der Umfrageteilnehmer, sie würden bevorzugt einen Chatbot nutzen, der speziell auf den Datenschutz ausgerichtet ist. Knapp 44 Prozent signalisierten zudem eine höhere Bereitschaft, intime Details zu teilen, sofern sichergestellt ist, dass die Inhalte nicht für das Modelltraining verwendet werden.
Für die Erhebung befragte Proton zwischen dem 22. Juli und dem 2. August 2026 insgesamt 4.014 aktive Nutzer von KI-Chatbots in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA.
Open Questions
- Welche konkreten Maßnahmen ergreifen Anbieter zum Datenschutz?


