
Die einstige Partei Nelson Mandelas verliert massiv an Zustimmung und büßt die Mehrheit in sechs der acht Metropolregionen ein.
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Der ANC regiert Südafrika seit über 30 Jahren. Bei den Parlamentswahlen im Juni 2024 verlor die Partei erstmals ihre absolute Mehrheit.
Die einstige Partei des Anti-Apartheid-Kämpfers Nelson Mandela hat eine historische Niederlage bei den Kommunalwahlen in Südafrika erlitten. Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen erhielt der Afrikanische Nationalkongress (ANC), an dessen Spitze der ehemalige Präsident Mandela Südafrika 1994 in die Demokratie führte, lediglich 30,95 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission mitteilte. Die von Weißen angeführte liberale Partei Democratic Alliance (DA) kam landesweit auf 24,56 Prozent.
Der ANC, der seit mehr als 30 Jahren als größte Partei die Politik in Südafrika dominiert, hat laut der Wahlkommission zudem die Mehrheit in sechs der acht Metropolregionen verloren. In der Hauptstadt Pretoria und der Wirtschaftsmetropole Johannesburg liegt die DA deutlich vorn und wird voraussichtlich eine Koalition unter Ausschluss des ANC eingehen. In der Touristenmetropole Kapstadt gewann die DA die absolute Mehrheit, während in der Hafenstadt Durban die Partei uMkhonto weSizwe (MK) des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma die Mehrheit der Stimmen erhielt.
Die Wähler straften den ANC politischen Beobachtern zufolge ab für die hohe Arbeitslosigkeit und Kriminalität in dem 65-Millionen-Einwohner-Land, tiefgreifende Korruption sowie den dysfunktionalen Dienstleistungssektor. Bei Kommunalwahlen 2021 hatte der ANC noch knapp 46 Prozent erhalten.
Die herbe Niederlage des ANC kommt nicht vollkommen überraschend. Bei Parlamentswahlen im Juni 2024 verlor der ANC erstmals die absolute Mehrheit. Statt einer klassischen Koalition bildete er damals eine parteiübergreifende Regierung mit allen im Parlament vertretenen Parteien, die das Land am Südzipfel Afrikas seitdem regiert.

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