Susanne Wiegand zieht Kandidatur für VW-Aufsichtsrat zurück
Quick Look
- Die frühere Renk-Chefin Susanne Wiegand hat überraschend ihre Kandidatur für den VW-Aufsichtsrat zurückgezogen.
- Dies stellt einen Rückschlag für den Autokonzern dar, der sich in einer Phase tiefgreifender Umstrukturierungen befindet.
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Why It Matters
Susanne Wiegand, frühere Renk-Chefin, sollte im VW-Aufsichtsrat bestätigt werden, zog aber kurzfristig ihre Kandidatur zurück. Dies geschieht während einer Phase tiefgreifender Umstrukturierungen bei Volkswagen.
Ihre Wiederwahl stand auf der Tagesordnung, doch kurzfristig zog die ehemalige Renk-Chefin ihre Kandidatur zurück. Für den Autokonzern kommt das zur Unzeit. Lazar Backovic 18.06.2026 - 11:12 Uhr Artikel anhören
Susanne Wiegand: Die frühere Renk-Chefin tritt nicht mehr für den VW-Aufsichtsrat an. Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur
München. Es ist ein Rückschlag für Volkswagen: Die frühere Renk-Chefin Susanne Wiegand wird dem Aufsichtsrat des Autokonzerns künftig nicht mehr angehören. Eigentlich hätte die 54-Jährige an diesem Donnerstag auf der VW-Hauptversammlung als Mitglied des Gremiums bestätigt werden sollen. Dazu kommt es nun nicht. Zunächst hatten der „Spiegel“ und das „Manager Magazin“ über den überraschenden Schritt berichtet.
Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch erklärte beim Aktionärstreffen, Wiegand habe das Gremium am Mittwoch informiert, dass sie nicht als Kandidatin zur Verfügung stehe. „Wir werden über den Vorschlag zur Wahl von Frau Wiegand daher nicht abstimmen“, sagte Pötsch. Sie scheidet mit Beendigung der Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat aus.
Wiegand bestätigte in den Berichten die Entscheidung. Sie habe sich „nach sorgfältiger Abwägung der Gesamtumstände“ gegen eine erneute Kandidatur entschieden.
Ein Sprecher des VW‑Aufsichtsrats teilte dem Handelsblatt mit, der Nominierungsausschuss werde sich nun „zeitnah“ zusammensetzen, um über eine Nachfolge für Wiegand zu befinden. Wie lang der Schritt genau dauern werde, sagte er nicht.
Die Managerin war erst im vergangenen Jahr in das Kontrollgremium eingezogen und hatte dort den Vorsitz des Prüfungsausschusses übernommen. Mit ihrem Ausscheiden verliert Volkswagen eines der wenigen Mitglieder auf der Kapitalseite des Aufsichtsrats mit operativer Industrieerfahrung.
VW-Hauptversammlung
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Die frühere Chefin des Rüstungszulieferers Renk galt bei ihrer Berufung als Signal für eine stärkere Professionalisierung der Aufsicht. Zudem gehört sie der Regierungskommission „Deutscher Corporate Governance Kodex“ an.
Volkswagens Aufsichtsrat unterscheidet sich von den Kontrollgremien vieler anderer Dax-Konzerne. Auf der Kapitalseite sind neben Vertretern der Familien Porsche und Piëch auch Repräsentanten des Landes Niedersachsen und Katars vertreten. Unabhängige Manager mit operativer Führungserfahrung sind vergleichsweise selten. Aktionärsvertreter und Investoren prangern diesen Umstand immer wieder an.
Wiegands Rücktritt fällt in eine Phase tiefgreifender Umstrukturierungen bei dem Autobauer. Volkswagen kämpft mit rückläufigen Ergebnissen, einem verschärften Wettbewerb in China und den Folgen der US-Zollpolitik. In den kommenden Wochen stehen wichtige Weichenstellungen für die künftige Ausrichtung des Unternehmens an.
Mit dem Ausscheiden Wiegands muss die Kapitalseite des Aufsichtsrats nun kurzfristig nach einer Nachfolge suchen. Zugleich verliert das Gremium eine Stimme, die von Investoren und Governance-Experten als unabhängig wahrgenommen wurde.
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