Tankrabatt: Entlastungseffekt schmilzt durch steigende Spritpreise
Trotz staatlicher Steuersenkung ziehen die Kraftstoffpreise an den Zapfsäulen wieder an, was den erhofften Entlastungseffekt für Autofahrer mindert.
Quick Look
- Wenige Tage nach Einführung des Tankrabatts steigen die Spritpreise in Deutschland wieder an.
- Laut ADAC liegt der Liter Super E10 im Schnitt bei 2,137 Euro.
- Experten und Verbraucherschützer kritisieren die unklare Weitergabe der Steuersenkung an die Kunden.
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Why It Matters
Der Tankrabatt wurde eingeführt, um Autofahrer durch eine Senkung der Energiesteuer finanziell zu entlasten. Die Wirksamkeit ist aufgrund von Preisschwankungen an den Zapfsäulen umstritten.
Der Tankrabatt kostet den Staat Milliarden und soll die Autofahrer entlasten. Gestiegene Preise an den Zapfsäulen führen aber dazu, dass letztlich weniger gespart wird als erhofft. Bei einem Kraftstoff ist der Preisanstieg außerdem nur schwer nachvollziehbar.
Einige Tage nach dem Start des Tankrabatts haben sich die Spritpreise ein Stück über dem Startniveau eingependelt. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags kostete ein Liter Super E10 laut ADAC 2,137 Euro. Das waren 2,3 Cent mehr als am Donnerstag. Bei Diesel waren es 2,253 Euro pro Liter - 0,9 Cent mehr.
"Damit ist ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage teilweise wieder aufgezehrt worden", heißt es vom Verkehrsclub. "Die Energiesteuersenkung hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt, die Entlastung schmilzt jedoch bereits wieder zusammen."
Für die Entwicklung bei Super E10 gebe es derzeit keine offensichtliche Erklärung, da sich Ölpreis und Euro-Dollar-Wechselkurs nur wenig verändert hätten. "Aus Verbrauchersicht ist dieser erneute Preisanstieg deshalb nur schwer nachvollziehbar."
Dass die Preise im Vergleich zum Donnerstag angezogen haben, war auch beim üblichen Tagestief direkt vor dem Mittagssprung zu sehen. Hatte es einige Stunden nach dem Start des Steuernachlasses noch an vielen Tankstellen vorübergehend E10 für weniger als zwei Euro gegeben, suchte man am Montagvormittag vielerorts vergeblich danach.
Für Berlin, Hamburg oder Stuttgart zeigte die App des ADAC kurz vor dem Mittag keine solchen Angebote an. In Leipzig oder Köln fanden sich vereinzelt Preise unter 2 Euro - in München, das zuletzt oft besonders günstig war, bot zumindest mehr als jede dritte Tankstelle E10 zumindest kurzfristig unter 2 Euro an. Am Donnerstag war dies dort aber noch bei mehr als jeder zweiten der Fall gewesen.
Wie gut die Steuersenkung von 16,7 Cent pro Liter weitergegeben wird, ist schwierig zu beurteilen. Das hat mehrere Gründe. Unter anderem schwanken die Spritpreise durch verschiedene Einflussfaktoren. Zudem hatten sie schon in den Tagen vor dem Start des Rabatts nachgegeben. Je nachdem, ob man die Sonntags-Preise mit den Tagesdurchschnittswerten vom 30., 29. oder 28. September vergleicht, sind sie beispielsweise bei E10 um 10,5 bis 13,9 Cent niedriger. Bei Diesel sind es 13,7 bis 17,2 Cent.
Schon bei früheren Tankrabatten hatte es diese Diskussion gegeben. Der Branchenverband en2x hatte damals und auch jetzt im Vorfeld stets betont, dass der Nachlass komplett weitergegeben werde, Verbraucherschützer und Wirtschaftsforscher waren zu gegenteiligen Ergebnissen gekommen.
Open Questions
- Warum steigen die Preise trotz stabiler Ölpreise und Wechselkurse?
- Wie wird die vollständige Weitergabe der Steuersenkung kontrolliert?






