Tielemans schießt Belgien nach dramatischem Comeback ins WM-Achtelfinale
Quick Look
- Belgien dreht ein 0:2 gegen Senegal in letzter Minute, gewinnt 3:2 und zieht ins WM-Achtelfinale ein.
- Tielemans schießt den entscheidenden Elfmeter in der 120.
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Why It Matters
Belgien drehte ein 0:2 gegen Senegal in der Schlussphase und gewann durch einen Elfmeter in der Verlängerung. Zuvor hatte die Kritik an der Mannschaft nach enttäuschenden Leistungen im WM-Auftakt gewachsen.
Nur wenige Momente vor einem drohenden Elfmeterschießen verwandelte Tielemans einen viel diskutierten Strafstoß (120.+5) und schoss die „Roten Teufel“ damit endgültig von der Hölle in den Himmel. Das vorangegangene Foulspiel von Lamine Camara an Tielemans, der den Belgier an der Ferse traf, war minutenlang via Videobeweis überprüft worden. Im Anschluss legte sich Pathé Ciss vor den Elfmeterpunkt und verzögerte zusätzlich die Ausführung der letztlich spielentscheidenden Szene. Tielemans verwandelte jedoch sicher mit einem Schuss ins rechte obere Eck.
Zuvor hatten der eingewechselte Lukaku (86.) und Tielemans (89.) nach einem Fehler von Senegals Torhüter Mory Diaw in einer aberwitzigen Schlussphase der regulären Spielzeit ein längst verloren geglaubtes Spiel noch gedreht.
85 Minuten lang hatten die Belgier abermals enttäuscht, dann waren sie plötzlich wie ausgetauscht. Im Achtelfinale treffen sie nun am 7. Juli (2 Uhr MESZ) erneut in Seattle auf Co-Gastgeber USA oder Bosnien-Herzegowina.
Der Senegal, der nach den Treffern von Habib Diarra (25.) und Ismaila Sarr (51.) schon wie der sichere Sieger aussah, verpasste denkbar unglücklich den zweiten K.-o.-Sieg seiner WM-Geschichte. 2002 waren die Afrikaner bei ihrer Premiere bis ins Viertelfinale vorgestoßen. Das Turnier in Nordamerika dürfte auch das letzte von Anführer Sadio Mané gewesen sein.
Senegal hat das Spiel im Griff – bis zur 86. Minute
Nach dem überzeugenden 5:1 im Vorrundenfinale gegen Neuseeland war die zuvor laute Kritik an Belgiens Mannschaft zunächst verstummt. „Das ist es, was die alten Herren Belgiens draufhaben“, hatte Trainer Rudi Garcia großspurig betont. Der Auftritt gegen den Senegal erinnerte dann aber lange Zeit eher an die enttäuschenden Leistungen zum WM-Auftakt.
Immer wieder kombinierte sich der Senegal, der sich erst durch ein 5:0 am letzten Spieltag gegen den Irak noch für die K.-o.-Runde qualifiziert hatte, vor allem über die Flügel ins letzte Drittel – und zur Führung. Zwar stolperte Sarr (13.) den Ball nach einem Fehler von Belgiens Keeper Thibaut Courtois zunächst noch an den Pfosten. Als sein Kopfball rund zehn Minuten später dann erneut am Aluminium landete, war aber Diarra zur Stelle.
Erst danach kam Belgien langsam besser ins Spiel – auch, weil der Senegal sich vorerst auf die Abwehrarbeit konzentrierte. Torwart Mory Diaw, der erneut den verletzten Edouard Mendy ersetzte, hatte mit den seltenen belgischen Abschlüssen jedoch keine großen Probleme.
Garcia reagierte zur Halbzeit und brachte Lukaku ins Spiel, doch erneut wurde Belgien kalt erwischt. Zwar vergab Diarra (51.) die große Chance auf seinen Doppelpack, doch sei’s drum: Einen langen Ball von Moussa Niakhaté verarbeitete Sarr exzellent, Courtois hatte gegen den wuchtigen Abschluss des Stürmers keine Chance.
Bei Belgien lagen die Nerven nun blank: Bei der Trinkpause lieferten sich Kapitän Tielemans und Leandro Trossard ein Wortgefecht. Vielleicht der entscheidende Weckruf?! Gut 20 Minuten später war Belgien jedenfalls wieder im Spiel.
Open Questions
- Wie wird sich das Ergebnis auf die Moral der Teams auswirken?
- Welche taktischen Anpassungen werden die Trainer für das nächste Spiel vornehmen?

