Newsgather
BackTrump-Kritiker Massie verliert Vorwahl in Kentucky
Trump-Kritiker Massie verliert Vorwahl in Kentucky
Developing
Handelsblatt5/20/2026Politics5 min readGermany

Trump-Kritiker Massie verliert Vorwahl in Kentucky

Quick Look

  • Donald Trump feiert einen Sieg über seinen parteiinternen Kritiker Thomas Massie in Kentucky.
  • Massie verlor die Vorwahl gegen Ed Gallrein, der von Trump unterstützt wurde.
  • Dies ist Teil von Trumps Strategie, Loyalität in der Partei zu sichern.

AI-generated summary

Why It Matters

Donald Trump is actively working to remove Republican politicians who have criticized him or his policies from office. This strategy is evident in the recent primary election in Kentucky's 4th Congressional District, where Trump supported challenger Ed Gallrein against incumbent Thomas Massie, a vocal critic of Trump's foreign and domestic policies. The election was highly publicized and costly, reflecting Trump's determination to assert his dominance within the party.

Font size

In anderen Zeiten wären die republikanischen Vorwahlen im 4. Kongressdistrikt des US-Bundesstaats Kentucky wohl eher Stoff für die Lokalnachrichten gewesen. In der Region leben nur rund 780.000 Menschen, und politisch ist sie kaum umkämpft: Der Distrikt gilt als „rubinrot“, bei den Zwischenwahlen im November ist der Sitz damit praktisch sicher für die Republikaner – die Partei von Donald Trump.

Dieses Mal war das anders. Selbst die „New York Times“ verfolgte den Ausgang des Duells zwischen den Republikanern Thomas Massie und Ed Gallrein aufmerksam. Der Libertäre Massie zählt zu den schärfsten parteiinternen Kritikern Trumps. An seiner Iranpolitik, den hohen Staatsausgaben und weiteren Fragen hatte er sich wiederholt gerieben, mehrfach war er darüber mit dem Präsidenten aneinandergeraten.

Als Folge ätzte Trump in den vergangenen Monaten immer wieder gegen Massie („schwach und erbärmlich“), unterstützte stattdessen Gallrein. Am Ende mit Erfolg: „Ed Gallrein Wins“, postete Trump auf der Plattform Truth Social am Dienstagabend (Ortszeit). Massie verlor die Wahl, bei der nur registrierte Republikaner ihre Stimme abgeben durften. Gallrein bekam rund 55 Prozent der Stimmen, Massie nur rund 45 Prozent.

Für Trump ein großer Erfolg. Ihm war die Personalie so wichtig, dass er sogar einen Tag vor der Wahl US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in die Kleinstadt Hebron in Kentucky schickte – mitten im Krieg gegen den Iran und höchst ungewöhnlich für ein Kabinettsmitglied. Gerade mal rund 6000 Einwohner leben in dem kleinen Ort.

Hegseth machte unverblümt klar, dass er gekommen war, um Massie zu verhindern. „Sie können einen Kämpfer entsenden, der den Präsidenten in unserem gemeinsamen Kampf gegen die radikale Linke unterstützt“, rief er den Zuschauern zu, „oder Sie können einen Querulanten entsenden.“

Der massive Kampf gegen Massie ist Teil von Trumps Rachefeldzug gegen seine parteiinternen Kritiker. Der US-Präsident will zeigen, dass nur diejenigen Macht gewinnen, die ihm loyal verbunden bleiben. Und er will beweisen, dass seine Politik innerhalb der Partei weiterhin Zustimmung findet – trotz schlechter Umfragewerte, die anderes aussagen.

Die Zurschaustellung seiner Dominanz in der Partei lässt er sich viel Geld kosten. Das Duell Massie gegen Gallrein gilt als die teuerste Vorwahl zum US-Repräsentantenhaus in der Geschichte.

Massies Debakel ist kein Einzelfall: Nur ein paar Tage zuvor musste der republikanische Senator und Trump-Kritiker Bill Cassidy eine herbe Niederlage bei den Vorwahlen in Louisiana einstecken. Noch kurz vor der Wahl beschimpfte der US-Präsident seinen Parteikollegen auf Truth Social als „Widerling“: Cassidy sei „ein furchtbarer Mensch, der schlecht für Louisiana ist“, befand Trump wörtlich. Der Grund für seinen Groll gegen Cassidy: Der Republikaner hatte vor fünf Jahren bei einem Amtsenthebungsverfahren im Zuge der Ausschreitungen im Kapitol für eine Verurteilung Trumps gestimmt.

Auch die Zahlen zeigen, wie groß der Einfluss einer Trump-Empfehlung in den Vorwahlen ist. Nach Daten der US-Nichtregierungsorganisation Ballotpedia gewannen 2024 rund 89 Prozent der von Trump unterstützten Kandidaten ihre republikanischen Vorwahlen. 2022 lag die Quote bei 83 Prozent, 2020 bei 78 Prozent.

Massie und Cassidy sind zwar nicht die einzigen Republikaner, die Trump öffentlich kritisieren – aber zwei der wenigen, die weiterhin geplant hatten, öffentliche Ämter zu gewinnen.

Auch andere republikanische Amtsträger positionieren sich regelmäßig gegen den US-Präsidenten und seine Politik, etwa sein Vorgehen im Irankrieg. Die republikanische Senatorin Lisa Murkowski aus dem US-Bundesstaat Alaska und der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina etwa sind zwei Kritiker des Präsidenten. Nur: Sie treten nicht mehr zur Wahl an.

Auch Marjorie Taylor Greene, einst glühende Trump-Verehrerin und heute eine seiner schärfsten Kritikerinnen, gab ihr Mandat als Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus in Washington im vergangenen Jahr zurück. Trump hatte sie auf Truth Social als „Verrückte“ und „schimpfende Geisteskranke“ bezeichnet und damit gedroht, dass die Republikaner sie bei den Vorwahlen abwählen würden. Taylor Greene hatte unter anderem die Freigabe der Akten über die Machenschaften des inzwischen toten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein gefordert, als Trump dies noch nicht wollte.

Für Trump und seine MAGA-Bewegung geht es bei den „Midterm Elections“ – die so heißen, weil sie immer in der Mitte der Amtszeit des Präsidenten liegen – um viel. Denn das komplette Repräsentantenhaus und Teile des Senats werden Anfang November neu gewählt.

Die Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus ist ohnehin hauchdünn, auch im Senat ist sie nicht sehr groß. Traditionell verliert die regierende Partei Sitze bei den Zwischenwahlen. Und Trumps Beliebtheitswerte sinken immer weiter.

Eine am Dienstag veröffentlichte Ipsos-Umfrage im Auftrag der Nachrichtenagentur Reuters zeigt, wie stark Trumps Rückhalt bröckelt. Demnach billigen nur noch 35 Prozent der Amerikaner seine Amtsführung. Zum Amtsantritt im Januar des vergangenen Jahres lag der Wert noch bei 47 Prozent.

Auch unter Republikanern sinkt die Zustimmung: Inzwischen unterstützen ihn dort 79 Prozent, zu Beginn seiner Amtszeit waren es noch 91 Prozent. Jeder fünfte befragte Republikaner gab an, von Trumps Amtsführung enttäuscht zu sein – im Januar 2025 hatten das erst fünf Prozent gesagt.

Die Entscheidung Trumps, den Iran gemeinsam mit Israel anzugreifen, halten laut einer neuen Umfrage für die „New York Times“ 22 Prozent der Republikaner für falsch. Und was für die Zwischenwahlen im November noch bedeutender ist: 73 Prozent derjenigen, die sich als „unabhängig“ bezeichnen, also weder eine klare Präferenz für die republikanische noch für die demokratische Partei haben, lehnen den Feldzug ab. Genau diese Wählergruppe wird für die Zwischenwahlen im November besonders wichtig.

Eines ist sicher: Das Duell in Kentucky wird nicht das letzte dieser Art gewesen sein. Am selben Tag, an dem Massie die Wahl verlor, entschied sich Trump für einen der beiden konkurrierenden republikanischen Kandidaten bei den Vorwahlen zur Senatswahl in Texas – einem Bundesstaat, bei dem sich die Demokraten erstmals wieder Chancen ausrechnen.

Seine Wahl fiel auf Ken Paxton, einen Mann mit sehr vielen Skandalen in der Vergangenheit, und gegen den Amtsinhaber John Cornyn. Trump gab sich wenig Mühe, die Beweggründe für seine Entscheidung zu verbergen. „John Cornyn ist ein guter Mensch, und ich habe gut mit ihm zusammengearbeitet, aber in schwierigen Zeiten hat er mich nicht unterstützt“, schrieb Trump auf Truth Social. „Ken ist ein echter MAGA-Kämpfer.“

Die Demokraten haben mit James Talarico einen Kandidaten aufgestellt, der als vielversprechend gilt. Auch Lindsey Graham, Senator aus South Carolina und langjähriger Trump-Unterstützer, kritisierte den Schritt. Er gehe davon aus, dass der Wahlkampf um den Senatssitz in Texas mit Paxton als Kandidaten nun wahrscheinlich teurer und umkämpfter werde. „Wir müssen jetzt viel mehr Geld sammeln“, sagte Graham.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Donald Trump will continue to endorse candidates in Republican primaries to ensure party loyalty.

    Very likely · Within months

  • The Republican party will face increased internal divisions leading up to the Midterm Elections.

    Likely · Within months

  • The upcoming Midterm Elections will be heavily influenced by Trump's endorsements and his ability to mobilize voters.

    Likely · Within months

Open Questions

  • Will Trump's strategy of endorsing loyalists be successful in the upcoming general elections?
  • How will the internal Republican party divisions affect their performance in the Midterm Elections?
  • What will be the long-term impact of these primary battles on the Republican party's platform and future leadership?
  • Will other Republican politicians who have criticized Trump face similar challenges in future primaries?

Related Topics

This article was originally published by Handelsblatt.

Related Stories

Joachim Gauck bei Lanz: Über Freiheit, Heimat und die AfD
Politics·30m ago

Joachim Gauck bei Lanz: Über Freiheit, Heimat und die AfD

Joachim Gauck diskutiert bei Markus Lanz über die Herausforderungen der globalisierten Moderne, das Bedürfnis nach Entlastung von Freiheit und die Attraktivität von Nationalpopulismen. Er bezieht sich auf eine Studie über "Entdecker und Verteidiger" und kritisiert die inflationäre Nutzung des Faschismus-Vokabulars. Gauck sieht einen "Grundverdacht gegenüber unserer offenen Gesellschaft" als Ursache für die Flucht zur AfD und schlägt ein Bündnis von Union und Linken vor, um "weniger Schlechtes" zu gestalten.

FAZ
More on this topicdonald trump