Trump widerspricht Pentagon und Rubio bei Abzug von US-Bombern aus Großbritannien
Quick Look
- US-Präsident Donald Trump behauptete, der Abzug von Langstreckenbombern vom britischen Stützpunkt RAF Fairford sei auf iranisch unterstützte Bedrohungen zurückzuführen, widerspricht damit dem Pentagon und Außenminister Marco Rubio, der den Abzug als routinemäßige Rotation bezeichnete.
- Laut New York Times gab es konkrete Drohungen, die den Abzug dringend notwendig machten.
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Why It Matters
Die USA hatten im März weitere Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt, um flexibler im Konflikt mit dem Iran agieren zu können. Ende September wurden fünf Männer nahe dem Stützpunkt RAF Fairford wegen Vorbereitung einer terroristischen Tat festgenommen, ein sechster mit iranisch-britischer Staatsbürgerschaft folgte später.
Washington. Im Fall des überraschenden Abzugs der US-Langstreckenbomber von einem Militärstützpunkt in Großbritannien hat US-Präsident Donald Trump Außenminister Marco Rubio und dem Pentagon widersprochen. Es habe Bedrohungen gegeben, sagte er in Washington vor Journalisten, ohne weitere Details zu nennen. „Warum sollten wir die Bomber also dort lassen? Also haben wir sie ein wenig verlegt, nicht sehr weit“, sagte Trump weiter. Auf Nachfrage eines Journalisten sagte er, dass die Menschen hinter der Bedrohung vermutlich in Verbindung mit dem Iran stünden.
Am Sonntagabend hatte das Pentagon dagegen auf Anfrage mitgeteilt, dass all seine Langstreckenbomber zurückbeordert wurden. „Wir können nun bestätigen, dass alle US-Bomber, die auf dem Stützpunkt RAF Fairford stationiert waren, wieder an ihre Heimatstützpunkte in den Vereinigten Staaten zurückgekehrt sind“, teilte ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums mit.
Aus Gründen der operativen Sicherheit habe das Ministerium zuvor „Bewegungen unserer Ressourcen und Streitkräfte nicht in Echtzeit“ kommentieren können, hieß es weiter. Die britische Regierung teilte über einen Sprecher mit, der Stützpunkt sei sicher. Der Sprecher verwies auf Aussagen von Verteidigungsminister Wes Streeting, wonach es „bewährte und erprobte Verfahren zum Schutz unserer Stützpunkte im ganzen Land und weltweit“ gebe. Militärische Operationen anderer Staaten würden darüber hinaus nicht kommentiert werden.
Stunden vor dem Statement Trumps hatte sich US-Außenminister Rubio deutlich vorsichtiger ausgedrückt. Der Abzug stehe nicht in direktem Zusammenhang mit mutmaßlichen Terrordrohungen. „Ich würde das nicht unmittelbar mit der Entscheidung über die Verlegung in Verbindung bringen“, sagte Rubio vor Journalisten. Grundsätzlich sei die Verlegung „nichts Ungewöhnliches“.
„Wir haben dokumentiert, was vergangene Woche passiert ist“, sagte Rubio. Die Bedrohung sei der Grund, warum sich jetzt so sehr auf die Verlegung der Flugzeuge konzentriert werde. „Aber es ist nichts Ungewöhnliches, dass Rotationen stattfinden und militärische Ressourcen in verschiedene Teile der Welt verlegt werden“, sagte er weiter. „Ich habe aber weiterhin Vertrauen in die britischen Sicherheitsvorkehrungen auf den Stützpunkten und generell.“
Nach Informationen der „New York Times“ waren neue Drohungen gegen den Militärstützpunkt der Grund für den überraschenden Abzug der US-Bomber. So gebe es Informationen über einen vom Iran unterstützten Anschlag auf den Stützpunkt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf zwei US-Beamte. Die US-Streitkräfte hatten im März weitere Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt, um so flexibler im Krieg gegen den Iran agieren zu können.
Laut „New York Times“ wurde die Notwendigkeit der Verlegung der Bomber weg von RAF Fairford dagegen als so dringlich eingestuft, dass einige Maschinen samt Besatzungen bereits starteten, während die benötigten Tankflugzeuge erst noch für die Unterstützung über dem Atlantik vorbereitet werden mussten.
Demnach sagte ein US-Beamter, dass die Informationen zwar Teil jener Warnungen von vor drei Wochen seien. Die Lage habe sich in den vergangenen 24 Stunden allerdings aufgrund konkreter Details zugespitzt.
Ende September waren fünf Männer nahe dem Stützpunkt aufgegriffen worden. Sie werden der Vorbereitung einer terroristischen Tat verdächtigt. Gegen sie wird auch wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Inzwischen sind sie unter strengen Auflagen wieder freigelassen worden. Ein sechster Verdächtiger mit iranisch-britischer Staatsbürgerschaft wurde in den folgenden Tagen ebenfalls zwischenzeitlich festgenommen und dann unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die USA werden ihre militärische Präsenz in Großbritannien aufgrund der Bedrohungslage weiter anpassen.
Likely · Within weeks
Die britischen Behörden werden ihre Sicherheitsvorkehrungen bei RAF Fairford und anderen Stützpunkten intensivieren.
Very likely · Within days
Open Questions
- Welche konkreten Details haben die Bedrohungslage in den letzten 24 Stunden zugespitzt?
- Warum widerspricht Trump den Aussagen von Pentagon und Außenminister Rubio?
- Welche Beweise gibt es für die angebliche iranische Unterstützung der Drohungen?




