Tucker Carlson distanziert sich scharf von Donald Trump
Der ehemalige Verbündete kritisiert Trumps Nahost-Politik und bezeichnet dessen Einfluss als "Zauber"
Quick Look
- In einem Interview mit der "New York Times" bricht der rechte Kommentator Tucker Carlson erneut mit Donald Trump.
- Er kritisiert Trumps Nahost-Politik, bezeichnet ihn als "Geisel" Netanyahus und wirft ihm vor, religiöse Gefühle zu verhöhnen.
AI-generated summary
Why It Matters
Tucker Carlson war lange Zeit einer der prominentesten Unterstützer Donald Trumps in den Medien. Die Beziehung hat sich jedoch durch interne Differenzen und politische Meinungsverschiedenheiten zunehmend verschlechtert.
Vom Verbündeten zum Kritiker: Der rechte US-Kommentator Tucker Carlson hat sich in einem ausführlichen Gespräch mit der »New York Times« erneut scharf von Präsident Donald Trump distanziert.
Carlson behauptet in dem Gespräch, Trump habe »keine Wahl« gehabt, als sich Israel beim Angriff auf Iran anzuschließen. Seine Begründung: Der Präsident sei ein »Sklave« und eine »Geisel« des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu sowie von dessen Unterstützern in den USA. In der Trump-Regierung habe er, Carlson, niemanden erlebt, der den Krieg offen gewollt habe – stattdessen seien viele aus Angst eingeknickt oder hätten Trumps Wirkung auf sein Umfeld unterschätzt. Trump besitze eine »hypnotische« Macht, so Carlson: »Ich glaube, es ist wahrscheinlich buchstäblich ein Zauber.« Zeit mit Trump zu verbringen, fühle sich an »wie Hasch zu rauchen«.
Als Schnittstelle seines Bruchs nannte Carlson Trumps Ostersonntags-Post zum Thema Iran. Trump hatte gedroht, falls Iran die Straße von Hormus nicht öffne, werde das Land »in der Hölle leben«; der Beitrag endete mit »Praise be to Allah«. Carlson bezeichnete das als »Angriff auf Jesus« und als »moralisches Verbrechen«. Es sei unerträglich, mit Gewalt gegen Zivilisten zu drohen und zugleich eine Religion zu verspotten: Man solle den Glauben anderer Menschen nicht verhöhnen – »egal ob Judentum, Christentum oder Islam«.
Die »New York Times« erinnert zugleich daran, dass Carlson schon früher massive Vorbehalte gegen Trump geäußert hatte. In seinen im Zusammenhang mit dem Dominion-Verfahren veröffentlichten Textnachrichten aus dem Jahr 2021 schrieb Carlson unter anderem über Trump: »I hate him passionately« (»Ich hasse ihn leidenschaftlich«). Im Interview behauptet er nun, er habe solche Bedenken über Jahre »unterdrückt« oder »wegrationalisiert« und sich auf Themen konzentriert, in denen er mit Trump übereinstimmte.
Auch zu dem Vorwurf, er verharmlose Rechtsextreme, äußerte sich Carlson, kann ihn aber nicht zerstreuen. Er bedauere, den White-Nationalisten Nick Fuentes in seine Sendung eingeladen zu haben – das habe von »wichtigeren Themen« abgelenkt. Zugleich wertete er die öffentliche Kritik darüber ab und griff seinerseits führende Republikaner an: Senator Ted Cruz und der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, seien »viel schlimmer«, behauptete Carlson; beide hätten im Kontext des Nahostkriegs das Töten von Kindern gerechtfertigt. Cruz und Huckabee weisen solche Vorwürfe zurück.
Zum Vizepräsidenten JD Vance, den Carlson seit Jahren unterstützt, äußerte er sich demonstrativ zurückhaltend, sprach aber von einer »schwierigen Lage«. Der Irankrieg sei politisch »verhängnisvoll« für jeden, der damit verbunden werde: Wer das vertreten müsse, werde künftig erklären müssen, »wie das gut für die Vereinigten Staaten sein soll«.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Trump wird Carlson öffentlich für seine Aussagen kritisieren.
Likely · Within days
Open Questions
- Wie wird Donald Trump auf die jüngsten Äußerungen von Carlson reagieren?
- Welche Auswirkungen hat diese Distanzierung auf die Basis der Trump-Anhänger?


