Türkische Gemeinde kritisiert lange Visa-Wartezeiten bei deutschen Vertretungen
Quick Look
- Die Türkische Gemeinde in Deutschland kritisiert die monatelangen Visa-Wartezeiten bei deutschen Vertretungen in der Türkei.
- Diese Praxis führe zu persönlichen Schicksalen und sei politisch motiviert, da Deutschland Fachkräfte werbe, aber Antragsteller als Risiko behandle.
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Why It Matters
Die Türkische Gemeinde in Deutschland kritisiert die langen Wartezeiten für Visa bei deutschen Vertretungen in der Türkei, die bis zu elf Monate betragen können. Dies beeinträchtigt persönliche Schicksale und familiäre Bindungen.
Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) hat die monatelangen Wartezeiten für Visa bei den deutschen Vertretungen in der Türkei kritisiert und schnelle Abhilfe gefordert.
„Die aktuelle Visapraxis ist auf keinen Fall akzeptabel, denn sie ist direkt mit persönlichen Schicksalen verbunden“, sagte der TGD-Bundesvorsitzende Gökay Sofuoglu dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND). Nach Angaben der deutschen Auslandsvertretungen in der Türkei kann die Wartezeit für Schengen-Visa inzwischen bis zu elf Monate betragen.
„Manche Menschen können nicht einmal an der Trauerfeier ihrer eigenen Angehörigen teilnehmen“, sagte Sofuoglu. „Andere verpassen Hochzeiten oder wichtige familiäre Ereignisse.“ Lange Wartezeiten und hohe bürokratische Hürden erschwerten Besuche von Eltern, Großeltern oder Kindern aus der Türkei. „Viele Familien erleben Trennungen über Monate oder Jahre.“
Kulturelle Veranstaltungen seien betroffen, weil Künstler keine Visa erhielten und Konzerte abgesagt werden müssten. Auch Wissenschaftler und Unternehmer mit türkischem Hintergrund könnten Projekte mit Partnern in der Türkei häufig nur eingeschränkt umsetzen. Langfristig fordert die TGD die Aufhebung der Visumpflicht für türkische Staatsbürger. Bis dahin brauche es eine „faire, transparente und schnelle Visapraxis“, sagte Sofuoglu.
Die Parlamentarische Geschäftsführerin und Migrationsexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Filiz Polat, übte ebenfalls Kritik. „Familien erleben, dass selbst Besuche zu Hochzeiten, Beerdigungen oder bei Krankheitsfällen an monatelangen Wartezeiten scheitern“, sagte Polat dem RND. Sie selbst habe entsprechende Erfahrungen in der eigenen Familie gemacht. „Für mich ist nachvollziehbar, dass inzwischen viele Antragsteller und Antragstellerinnen diesen Zustand nicht mehr nur als Bürokratie, sondern als Demütigung empfinden.“
Polat sagte weiter: „Das Problem ist nicht mehr nur bürokratisch – es ist politisch.“ Beim Thema Visa gebe es einen grundlegenden Widerspruch. „Deutschland wirbt weltweit um Fachkräfte, Studierende und Investoren – behandelt aber gleichzeitig viele Antragsteller und Antragstellerinnen und vor allem ihre Familien weiterhin so, als seien sie in erster Linie ein Sicherheits- oder Migrationsrisiko.“ Hinzu kämen Personalmangel sowie überlastete Botschaften und Konsulate.
Open Questions
- Wann werden die Wartezeiten reduziert?
- Welche politischen Maßnahmen sind geplant?
- Wie viele Anträge werden abgelehnt?



