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Die Krise entstand durch mutmaßliche Kursmanipulationen an der türkischen Börse bei wenig gehandelten Aktien, die zu schweren Verlusten bei mehreren Investmentfonds führten. Als Anleger ihr Geld zurückforderten, gerieten die Fonds in Zahlungsnot, da sie nicht schnell genug liquide Mittel beschaffen konnten.
Nach mutmaßlichen Kursmanipulationen an der türkischen Börse geraten zahlreiche Investmentfonds in Zahlungsnot. Die Regierung will mit dem Gremium die Rechte der betroffenen Anleger sichern.
Recep Tayyip Erdogan: Hintergrund der Regierungsentscheidung ist eine Krise bei Investmentfonds. Foto: IMAGO/Anadolu Agency
Ankara, Istanbul. Die türkische Regierung ergreift nach einer schweren Krise am heimischen Finanzmarkt weitere Maßnahmen und gründet ein neues Kontrollgremium.
Ein Koordinierungsrat unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten soll die Abwicklung zahlreicher Investmentfonds überwachen, wie Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag in Ankara mitteilte. Damit sollen die Rechte der betroffenen Anleger geschützt werden. Er habe zudem die staatliche Kontrollbehörde mit der Untersuchung von Unregelmäßigkeiten beauftragt.
Hintergrund der Regierungsentscheidung ist eine Krise bei Investmentfonds, die von mutmaßlichen Kursmanipulationen bei wenig gehandelten Aktien an der türkischen Börse ausgelöst wurde. Dies führte zu schweren Verlusten bei mehreren Fonds. Als besorgte Anleger daraufhin ihr Geld zurückforderten, gerieten die Fonds in Zahlungsnot, da sie nicht schnell genug genügend Mittel beschaffen konnten.
Die türkische Kapitalmarktaufsicht ordnete daraufhin die Zwangsauflösung (Liquidation) von mehr als 100 dieser Fonds an. Davon sind fast eine halbe Million Anleger betroffen. Das Gesamtvolumen der betroffenen Fonds beläuft sich auf rund 20 Milliarden Dollar. Die Aufsichtsbehörde legte nun einen Plan vor, wie die Vermögenswerte der Fonds schrittweise verkauft und die Anleger ausbezahlt werden sollen.
Die Turbulenzen hatten den türkischen Aktienmarkt im September schwer erschüttert. Um einen Zusammenbruch zu verhindern, leitete die Zentralbank zusätzliches Geld in den Markt. Zudem nahmen die Behörden mehrere Verdächtige wegen mutmaßlicher Kursmanipulationen fest. Finanzminister Mehmet Simsek betonte jedoch, dass kein allgemeines Risiko für das türkische Finanzsystem bestehe.
Als Reaktion auf die Krise schloss die Börse in Istanbul zudem mehr als ein Viertel der Unternehmen aus dem wichtigen Leitindex BIST-100 aus. Betroffen waren unter anderem Finanzinstitute, deren Aktienkurse im Vorfeld stark geschwankt hatten. Künftig gelten strengere Regeln für die Aufnahme in den Index, um die Stabilität des Marktes zu sichern.
AI outlook — possibilities, not facts
Die ausstehenden Zahlungen an betroffene Anleger werden schrittweise über mehrere Monate erfolgen, wie von der Aufsichtsbehörde geplant.
Likely · Within months
Die neuen Regeln für die Aufnahme in den BIST-100-Index werden die Marktschwankungen reduzieren und spekulativen Handel einschränken.
Possible · Within months

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