Türkischer Staatsanwalt erhebt Anklage gegen Comedian Deniz Göktas wegen Beleidigung Erdoğans
Quick Look
- Ein Gericht in Istanbul hat eine Anklage gegen den türkisch-deutschen Comedian Deniz Göktas zugelassen, der wegen Beleidigung des Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, Hassanstiftung und Lobpreisung von Straftätern bis zu neun Jahre und acht Monate Haft droht.
- Göktas sitzt seit dem 3.
- Juli in Untersuchungshaft, nachdem sein YouTube-Video über 14 Millionen Aufrufe erzielte.
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Why It Matters
Deniz Göktas veröffentlichte ein YouTube-Special mit über 14 Millionen Aufrufen, in dem er Witze über den türkischen Präsidenten Erdoğan machte. Die türkische Staatsanwaltschaft sieht darin eine Beleidigung und Anstiftung zum Hass.
14 Millionen Mal wurde das Video von Comedian Deniz Göktas aufgerufen. In seinem YouTube-Special macht er unter anderem Witze über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Nun drohen ihm bis zu neun Jahre und acht Monate Haft. Ein Gericht in Istanbul ließ am Freitag eine Anklage zu, wie die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.
Die Anklageschrift der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft wirft dem 32-Jährigen unter anderem vor, Präsident Erdoğan beleidigt, die Bevölkerung zu Hass und Feindschaft angestachelt sowie Straftaten und Straftäter gelobt zu haben.
Seit zwei Monaten in U-Haft
Die Staatsanwaltschaft erklärte, Göktas’ Äußerungen über Erdoğan in der Sendung hätten »die Grenzen der Kritik überschritten« und das »Ansehen und die Würde des Präsidenten in den Augen der Öffentlichkeit beschädigt«. Göktas sagte in seiner Sendung: »Ich habe Recep Tayyip Erdoğan noch nie gemocht, nicht einmal für eine Minute in meinem Leben.«
Der Comedian sitzt seit dem 3. Juli in Untersuchungshaft. Veröffentlicht hatte er das Video am 24. Juni. Ihm wird außerdem vorgeworfen, Witze über Frauen gemacht zu haben, die mit islamisch-konservativer Badebekleidung im Meer schwimmen gehen. In der Anklageschrift heißt es zudem, Göktas habe sich lobend über eine kriminelle Gruppe geäußert. Er hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. Das Gericht ordnete an, dass Göktas in Haft bleibt, und setzte den ersten Verhandlungstermin für den 28. September an.
Das YouTube-Special enthielt auch Witze über Religion sowie weitere gesellschaftliche und politische Themen und löste bei regierungsnahen Akteuren heftige Kritik aus.
Menschenrechtsorganisationen protestierten gegen den Fall. Sie sehen darin einen Angriff auf die freie Meinungsäußerung und den Versuch, abweichende Meinungen zu unterdrücken.
What to Watch
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Der Prozess gegen Deniz Göktas wird am 28. September beginnen.
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Open Questions
- Wie wird das Gericht über die Schuldfrage entscheiden?
- Welche internationalen Reaktionen könnte der Fall hervorrufen?
- Gibt es ähnliche Fälle gegen andere Kritiker der Regierung?



