Ukraine erhält Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Raketen
Präsident Selenskyj kündigt nach Treffen mit Trump Produktion von Abwehrraketen an, während russische Angriffe auf Kyjiw zunehmen.
Quick Look
- Nach einem Treffen mit US-Präsident Trump kündigt Wolodymyr Selenskyj an, dass die Ukraine Lizenzen zur Produktion von Patriot-Abwehrraketen erhält.
- Unterdessen fordern russische Angriffe auf Kyjiw ein Todesopfer, während die Ukraine Ziele in Russland attackiert.
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Why It Matters
Russland führt seit über viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Ukraine versucht, ihre Verteidigungsfähigkeit durch westliche Unterstützung und eigene Kapazitäten zu stärken.
Russland greift die Ukraine mit immer mehr ballistischen Raketen an. Nun darf die Ukraine laut Präsident Wolodymyr Selenskyj die einzige wirksame Abwehrwaffe bald im eigenen Land herstellen. Washington gewährt Kyjiw nach Angaben von Selenskyj die Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrraketen. »Bei unserem letzten Treffen hat Präsident Trump mir gegenüber betont, dass er eine endgültige Entscheidung getroffen hat. Die Ukraine wird Lizenzen für die Herstellung von Patriot-Raketen erhalten«, sagte Selenskyj laut der Nachrichtenagentur in einer Sprachnachricht an Journalisten.
Selenskyj und US-Präsident Donald Trump hatten sich am Dienstag am Rande der Uno-Generaldebatte in New York getroffen. Trump hatte Anfang Juli angekündigt, die USA würden der Ukraine »das Recht geben, Patriots herzustellen«. Später äußerte er sich jedoch deutlich zurückhaltender . Ende Juli sagte er mit Blick auf die Flugabwehrraketen, die USA müssten »sehr vorsichtig sein, wenn wir jemandem erlauben, sie zu bauen«.
Auch wenn Kyjiw nun die Lizenzen für die Herstellung der Abwehrraketen erhalten sollte, würde dies den unmittelbaren Bedarf der Ukraine nicht decken. Der Aufbau der Produktionskapazitäten in der Ukraine würde mehr als ein Jahr dauern. Parallel dazu arbeitet die Ukraine mit internationalen Partnern an einem eigenen Raketenabwehrsystem.
Toter Jugendlicher bei Angriff auf Kyjiw
Am Morgen ist bei erneuten russischen Angriffen nach ukrainischen Polizeiangaben ein Hochhaus in Kyjiw getroffen worden. Ein 14-jähriger Junge sei getötet worden. Mindestens sieben weitere Bewohner des Wohnblocks seien durch den Drohnenangriff verletzt worden, teilte die Polizei der ukrainischen Hauptstadt auf Telegram mit. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angaben.
Ihrerseits setzte die Ukraine Drohnenangriffe auf Öl- und Industrieanlagen in Russland fort. Nach inoffiziellen Berichten auf Telegram wurden eine Raffinerie in Perm am Ural, 1500 Kilometer von der Ukraine entfernt, und eine Raffinerie in Nowoschachtinsk im Süden Russlands getroffen. Weitere Ziele waren demnach eine Elektronikfabrik in Uljanowsk an der Wolga und ein Chemiewerk in Woronesch.
Russland versucht, mit seinem Angriffskrieg seit mehr als viereinhalb Jahren die Ukraine zu unterwerfen. Die Ukraine wehrt sich mithilfe westlicher Unterstützung.
Ein Dreiertreffen zu Verhandlungen über ein mögliches Ende des russischen Angriffskriegs könnte nach Kreml-Angaben bald stattfinden. Es gebe dazu jedoch noch keine Einzelheiten, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte erklärt, dass ein solches Treffen auf technischer Ebene in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden könnte.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Aufbau von Produktionskapazitäten für Patriot-Raketen in der Ukraine.
Likely · Within months
Open Questions
- Wann genau beginnt die Produktion der Patriot-Raketen?
- Finden die Friedensverhandlungen in den Emiraten tatsächlich statt?



