
Russische Luftangriffe treffen ukrainische Energieinfrastruktur und lassen über 600.000 Menschen im Osten ohne Strom, während in Abu Dhabi trilaterale Gespräche bevorstehen.
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Russland greift regelmäßig die ukrainische Energieinfrastruktur an. Parallel kündigen sich trilaterale Gespräche in Abu Dhabi an.
Julius Stockheim
Russland: Militär greift ukrainische Energieanlagen und Frachter an
Das russische Militär hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau ukrainische Energieinfrastruktur sowie ein Containerschiff angegriffen. Der Frachter habe Waffen und militärische Ausrüstung geliefert und sei südwestlich der Schwarzmeer-Hafenstadt Odessa getroffen worden, teilte das Ministerium mit. Zudem hätten die Streitkräfte ein Umspannwerk in der Region Schytomyr beschossen. Dieses habe die ukrainische Rüstungsindustrie mit Strom versorgt.
Julius Stockheim
Russland: Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Grenzregion Kursk ist nach Angaben des dortigen Gouverneurs ein Mensch ums Leben gekommen. Die Drohne habe im Dorf Perwomajskoje einen fahrenden Traktor getroffen, sagte Alexander Chinschtein. Dabei sei ein 40-jähriger Mann getötet worden. Eine Stellungnahme aus Kiew lag zunächst nicht vor.
Julius Stockheim
Mehr als 600.000 Menschen nach russischem Angriff ohne Strom
Nach einem russischen Angriff sind laut den ukrainischen Behörden mehr als 600.000 Menschen im Osten des Landes ohne Strom. „Wichtige Energieanlagen in der Region wurden bei einem nächtlichen Angriff beschädigt“, teilte der ukrainische Energieversorger DTEK auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Betroffen ist demnach die Region Dnipropetrowsk. Russland greift immer wieder gezielt die ukrainische Energieinfrastruktur an.
Vivian Melchert
Selenskyj kündigt weitere personelle Konsequenzen bei Geheimdienst SBU an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach einem Korruptionsskandal weitere personelle Konsequenzen beim Inlandsgeheimdienst SBU angekündigt. Anti-Korruptionsbehörden hatten in dieser Woche Anklage gegen mehrere hochrangige Sicherheits- und Justizbeamte erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, einen Verbrecherring geschützt zu haben. Die mutmaßlichen Verbrechen seien „offen gesagt beschämend, absolut inakzeptabel“, sagte Selenskyj am Samstag in einer Videoansprache.
Es habe deswegen schon Entlassungen beim SBU gegeben, weitere Personalentscheidungen würden folgen. Er erwarte eine vollständige Untersuchung mit konkreten Ergebnissen. Ermittlern zufolge betrieb die kriminelle Gruppe Betrugszentren, handelte mit Drogen und stellte Falschgeld sowie gefälschte Zigaretten her. Dabei sollen Spitzenbeamte des SBU, der nationalen Polizei und der Generalstaatsanwaltschaft geholfen haben.
Einige von ihnen waren demnach zudem an der Planung von Entführungen und anderen Gewalttaten beteiligt. Ein ukrainisches Gericht hatte am Freitag Untersuchungshaft für einen ehemaligen SBU-General angeordnet. In dieser Woche wurden zudem zwei Polizeibeamte und ein weiterer Verdächtiger in Gewahrsam genommen.
Vivian Melchert
Italiens Außenminister: Pro-russische Hacker veröffentlichten persönliche Daten
Der italienische Außenminister Antonio Tajani hat pro-russische Hacker für die Veröffentlichung seiner persönlichen Daten im Darknet verantwortlich gemacht. Der Angriff stehe im Zusammenhang mit der Unterstützung der italienischen Regierung für die Ukraine, sagte Tajani am Samstag. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die zu den stärksten Unterstützern der Ukraine im Westen zählt, stellte sich hinter ihren Stellvertreter. Der Verkauf vertraulicher Informationen über Amtsträger sei „ein Grund zu ernster Sorge“. Eine Stellungnahme der Regierung in Moskau lag zunächst nicht vor. Russland hat eine Verwicklung in Cyberangriffe im Ausland stets zurückgewiesen.
Tajani schrieb auf der Plattform X, sein transparenter Einsatz für die Freiheit eines souveränen Staates habe ihn zur Zielscheibe gemacht. Die Hacker suchten nach weiteren Informationen über ihn und seine Familie und seien bereit, dafür zu bezahlen. Zudem sei der Angriff eine Reaktion auf die Bemühungen seines Ministeriums, die Cybersicherheit zu stärken.
Anna Lena Stahl
Auch Laschet fordert EU-Unterhändler für Ukraine-Gespräche
Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Armin Laschet (CDU), hat sich der Forderung der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni nach einer einheitlichen Stimme Europas in den Ukraine-Verhandlungen angeschlossen. „Der Vorschlag von Ministerpräsidentin Meloni ist sehr wichtig. Und er zeigt die ganze Unklarheit und Zersplitterung der europäischen Außenpolitik“, sagte Laschet der in Mailand erscheinenden italienischen Zeitung „Corriere de la Sera“.
Meloni hatte sich mit ihrem Vorschlag in einem Brief an EU-Ratspräsident António Costa gewandt. „Was ich weiterhin fordere, ist, dass ein für alle Mal entschieden wird, wer am Verhandlungstisch im Namen der Europäischen Union sitzt und mit welchem Mandat“, schrieb Meloni.
Vivian Melchert
Selenskyj nennt Trumps Friedensplan gefährlich
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht den US-Vorschlag zu einer neuen europäischen Sicherheitsordnung als Ausweg aus Russlands Angriffskrieg gegen sein Land skeptisch. „Unter uns, für mich ist das nicht einfach. Und es kann sogar gefährlich sein“, sagte Selenskyj in einem CNN-Interview.
Erst müsse darüber diskutiert werden, wie der Krieg beendet wird, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Dann brauche sein Land Sicherheitsgarantien. In einem dritten Schritt könne über eine neue Sicherheitsarchitektur in Europa geredet werden. Die Ukraine sei zu einer Waffenruhe und einer Deeskalation bereit. Aber aus Moskau gebe es keine Signale des Einlenkens. „Deshalb ist es gefährlich, wenn sie nicht darüber sprechen, wie der Krieg beendet wird. Russland will mit der neuen Sicherheitsstruktur in Europa anfangen“, sagte er in dem Interview.
Selenskyj warnte vor dem Versuch von Absprachen der Großmächte zulasten der EU, der Nato und seines Landes. „Wir leben alle in Europa. Wir wollen kein Jalta, kein zweites Jalta haben“, sagte er.
Vivian Melchert
Zahl der Toten in ukrainischem Hilfszentrum steigt auf 55
Die Zahl der Toten nach dem russischen Bombenangriff auf eine Ausgabestelle für Hilfsgüter im südukrainischen Dorf Komyschuwacha ist auf 55 gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden seien neun weitere Leichen geborgen worden, teilten die Rettungsdienste am Samstag mit. Dutzende Menschen würden noch vermisst.
Am Montag hatten mehrere russische Lenkbomben eine ehemalige Schule getroffen, die als Schutzraum und Verteilzentrum für Hilfsgüter genutzt wurde. Die Bergungsarbeiten in dem Dorf nahe der Front in der Region Saporischschja dauerten am Samstag den sechsten Tag an.
Vivian Melchert
Irischer Regierungschef: Gipfel in Dublin nicht gefährdet
Irlands Regierungschef Micheál Martin sieht die beiden europäischen Gipfeltreffen in der kommenden Woche nicht durch die Bombendrohungen gegen Airlines und irische Medienorganisationen gefährdet.
Dutzende Flüge in großen Europas waren in dieser Woche von mysteriösen Bombendrohungen betroffen gewesen und wurden teils umgeleitet. Sprengsätze wurden bei Überprüfungen durch Spezialisten aber in keinem der Fälle gefunden. Auch irische Medienorganisationen erhielten entsprechende Drohungen per E-Mail. Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt RTÉ unterbrach am Freitag zeitweise ihre Programme, weil TV- und Radiostudios evakuiert werden mussten.
Es sei noch zu früh, um zu sagen, ob Russland hinter den falschen Bombendrohungen gegen irische Medien stecke, sagte Martin in einer Stellungnahme am Abend. „Es herrscht allgemein die Auffassung, dass die Zunahme hybrider Angriffe mit Russland in Verbindung steht“, sagte der konservative Politiker der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge.
„Es herrscht allgemein die Auffassung, dass die Zunahme hybrider Angriffe mit Russland in Verbindung steht“. Micheál Martin
Vivian Melchert
Interfax: Russland schickt hochrangige Delegation nach Abu Dhabi
Russland schickt zu den anstehenden Gesprächen mit den USA und der Ukraine eine hochrangige Delegation aus Diplomaten und Militärs. Erstmals gehöre unter anderem auch Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der Verhandlungsgruppe an, meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Geleitet werde die Delegation erneut von Kreml-Berater Wladimir Medinski. Bei dem trilateralen Treffen am Dienstag und Mittwoch in Abu Dhabi soll über ein Ende des Ukraine-Kriegs beraten werden. Es sind die ersten Gespräche dieser Art seit Februar. Der russische Präsident Wladimir Putin traf die Delegationsmitglieder am Freitag bei einer Sitzung des Sicherheitsrats. Laut Interfax reisen auch der hochrangige Generalstabsoffizier Juri Schigarlowski und der Chef des Geheimdienstes Igor Kostjukow in die Vereinigten Arabischen Emirate.
Vivian Melchert
Russland: Geringe Schäden bei ukrainischen Drohnenangriffen
Bei ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffen auf mehrere russische Regionen sind nach Angaben der russischen Behörden leichte Sachschäden entstanden. Es habe keine Opfer gegeben, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Die Luftverteidigung habe in der Nacht 411 ukrainische Drohnen in mehr als einem Dutzend russischer Regionen zerstört. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax wurden in der zentralrussischen Stadt Orjol gewerbliche Lagerhallen und Produktionsstätten getroffen.
Der Angriff habe ein Feuer ausgelöst, das später gelöscht worden sei, meldete Interfax unter Berufung auf den regionalen Gouverneur Andrej Klytschkow. Ein weiterer Drohnenangriff beschädigte in der Region Saratow mehrere Wohngebäude, wie Gouverneur Roman Busargin mitteilte. Auch dort habe es keine Opfer gegeben.
Alisa Swoboda
Russland meldet massive Angriffe auf Infrastruktur in und um Kiew
Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht massive Angriffe auf die ukrainische Rüstungsindustrie sowie die Energie- und Verkehrsinfrastruktur in und um Kiew geflogen. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, in der ukrainischen Hauptstadt seien die Nordbrücke sowie das Meridian-Werk getroffen worden. Die Brücke werde für den Transport von Waffen und militärischer Ausrüstung genutzt, während in dem Werk Marschflugkörper vom Typ Flamingo hergestellt würden.
In der Region Kiew seien zudem mehrere Energie- und Industrieanlagen beschädigt worden, darunter ein Kraftwerk, ein Umspannwerk und eine Munitionsfabrik. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, der Stromausfall treffe auch die Versorgung mit Fernwärme und Wasser.
Die russischen Streitkräfte hätten darüber hinaus ein Umspannwerk in der westlich von Kiew gelegenen Region Schytomyr sowie ein Frachtschiff im Schwarzen Meer angegriffen. Das Schiff habe militärische Ausrüstung in die Ukraine transportiert.
Angelika Ahrens
Pistorius sieht wenig Hoffnung auf baldige Waffenruhe in der Ukraine
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sieht angesichts der für nächste Woche geplanten Gespräche der USA, Russlands und der Ukraine in Abu Dhabi wenig Hoffnung auf eine baldige Waffenruhe. Ein Waffenstillstand hänge vom russischen Präsidenten Wladimir Putin und vom Verhalten von US-Präsident Donald Trump ab, sagte Pistorius den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgabe) laut einem Vorabbericht. „Die letzten Monate geben wenig Hoffnung, dass Trumps Vorgehen schnell zu einem Waffenstillstand oder gar zum Frieden führt.“ Eine Verständigung zwischen Russland und den USA auf Kosten der Ukraine und über ihren Kopf hinweg sei weder für die Ukraine noch für die Europäer akzeptabel, erklärte der Minister. Das Land müsse sich darauf verlassen können, dass seine Souveränität und territoriale Integrität nicht wieder in Gefahr gerieten.
Sollten die Europäer nicht einbezogen werden, stelle sich die Frage, wer anschließend die Sicherheit der Ukraine und die Einhaltung des Friedens garantieren solle. „Niemand kann das von den Europäern allein erwarten, wenn sie am Prozess gar nicht beteiligt wären. Auch Donald Trump weiß das“, sagte Pistorius.
Angelika Ahrens
Klitschko: Russland greift Kiew mit ballistischen Raketen an
Russische Streitkräfte haben die ukrainische Hauptstadt Kiew nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mit Raketen beschossen. „Explosionen in den Vororten von Kiew. Der Feind nimmt Infrastrukturanlagen mit ballistischen Raketen ins Visier“, schreibt Klitschko auf Telegram. Trümmerteile hätten ein fünfstöckiges Wohnhaus in einem westlichen Bezirk der Hauptstadt getroffen. Zudem sei die Fassade eines weiteren Wohngebäudes beschädigt worden. In der Stadt waren, einem Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge, heftige Explosionen zu hören.
Patricia Hoffhaus
Selenskyj: Angriffe auf russische Ölindustrie gehen weiter
Die Ukraine setzt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj ihre Angriffe auf Ziele der russischen Ölindustrie fort. „Der Einsatz gegen die russische Ölverarbeitung geht weiter – als Antwort auf russische Angriffe auf ukrainische Energieanlagen“, erklärte der Präsident auf Telegram. Russische Behörden haben in der vergangenen Woche mehrere solcher Attacken gemeldet. Kiew bekannte sich nicht ausdrücklich dazu.
Patricia Hoffhaus
Selenskyj und Klitschko streiten über Kiews Versorgungslage
Im Streit über die Vorbereitung Kiews auf russische Angriffe haben sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Bürgermeister Vitali Klitschko am Freitag gegenseitig schwere Versäumnisse vorgeworfen. Selenskyj bezeichnete die Lage in der Hauptstadt auf der Online-Platform X als „äußerst ernste“ Folge ausbleibender Vorbereitungen auf die Heizperiode.
Die Stadt mit mehr als drei Millionen Einwohnern leidet nach russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur unter schweren Ausfällen bei der Strom- und Wasserversorgung. Klitschko wies die Kritik zurück und warf der Regierung vor, die Genehmigung eines Notfallplans für die Metropole zu verzögern. Die Zentralregierung versuche, ihn mit „ständigen Manipulationen“ zu schwächen und zerstöre damit die Stadt, erklärte er.
Marie Boms
Ukraine: Russland nutzt eigenes Satellitennetzwerk „Rasswet“ für Drohnenangriffe
Russland nutzt nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes GUR sein neues Satellitennetzwerk „Rasswet“ für die Militärkommunikation im Krieg gegen die Ukraine. Ziel sei es, Angriffs- und Aufklärungsdrohnen präziser zu steuern und sie widerstandsfähiger gegen elektronische Störsignale zu machen, teilte der Geheimdienst in einer Erklärung der Nachrichtenagentur Reuters mit. Russland habe in diesem Jahr in zwei Phasen im März und Juli insgesamt 32 dieser Satelliten in die Umlaufbahn gebracht. Das russische Verteidigungsministerium äußerte sich zunächst nicht dazu.
Das „Rasswet“-System gilt als russische Antwort auf das Starlink-Netzwerk des US-Unternehmens SpaceX von Elon Musk. Während die Ukraine die militärische Starlink-Version „Starshield“ intensiv nutzt, hat Russland keinen offiziellen Zugang dazu. Das russische Netzwerk ist mit 32 Satelliten im Vergleich zu den mehr als 10.000 Satelliten von Starlink deutlich kleiner.
AI outlook — possibilities, not facts
Trilaterale Gespräche zwischen Russland, den USA und der Ukraine in Abu Dhabi
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