
Berichte über Angriffe auf Handelsschiffe, diplomatische Kontakte zu Putin, eine lokale Waffenruhe in Oleschky und russische Raketenangriffe auf Kiew und Charkiw.
Berichte über Drohnenangriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer, diplomatische Gespräche zwischen nordischen Staaten und Putin, eine lokale Waffenruhe in Oleschky sowie anhaltende russische Raketenangriffe auf ukrainische Städte.
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Der Ukraine-Krieg dauert seit über viereinhalb Jahren an. Die Region um Oleschky ist seit Monaten umkämpft.
Julius Stockheim
Drohnen treffen erneut Schiff vor Küste Bulgariens
Ein griechisches Containerschiff ist bulgarischen Angaben zufolge vor der Schwarzmeerküste des Landes von Seedrohnen angegriffen worden. Das unter liberianischer Flagge fahrende Schiff sei in der ausschließlichen Wirtschaftszone Bulgariens etwa 39 Kilometer südöstlich von Schabla von drei Drohnen getroffen worden, sagt Verteidigungsminister Dimitar Stojanow. Die Besatzung sei evakuiert worden, heißt es aus Sicherheitskreisen.
Der bulgarische Rundfunk berichtet, das Schiff sei auf dem Weg vom israelischen Haifa ins rumänische Konstanza. Wer für den Angriff verantwortlich ist, bleibt zunächst unklar. In den vergangenen Wochen sind mindestens sechs Handelsschiffe vor der Küste Bulgariens angegriffen worden. Die Ukraine macht Russland dafür verantwortlich. Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radew erklärt, die Attacken schienen Russland zu nützen. Moskau weist eine Beteiligung zurück.
Anna Kipnis
Bundesregierung: Norwegisch-finnische Friedensinitiative war abgesprochen
Die Friedensbemühungen Finnlands und Norwegens durch eine direkte Kontaktaufnahme mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin waren laut Bundesregierung mit Deutschland abgesprochen. Beide skandinavischen Staaten hätten hinterher über die diplomatische Initiative informiert, sagt ein Regierungssprecher in Berlin. Es brauche einen Waffenstillstand und starke Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Es könne dabei aber keine Lösung ohne die Ukraine und die EU geben.
Russland lasse keinen Friedenswillen erkennen. Der finnische Präsident Alexander Stubb und der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre telefonierten am Dienstag mit Putin. Es war eines der wenigen direkten Gespräche europäischer Spitzenpolitiker mit ihm seit Beginn des Ukraine-Kriegs vor mehr als viereinhalb Jahren.
Anna Kipnis
Ukraine: Waffenruhe um besetzte Frontstadt Oleschky wird eingehalten
Die Waffenruhe um die von Russland besetzte Frontstadt Oleschky im Süden der Ukraine hält laut Angaben aus Kiew. Sie sei in den ersten 30 Stunden nicht gebrochen worden, erklärte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez. Die Feuerpause wurde von den USA vermittelt und ist bis zum 1. November befristet, um eine Evakuierung der seit Monaten umkämpften Stadt sowie Hilfslieferungen zu ermöglichen. Die Lebensbedingungen dort wurden zuletzt immer dramatischer, eine Flucht war für die Einwohner nahezu unmöglich.
Alisa Swoboda
Trump: Hoffe auf baldiges Treffen mit Putin und Selenskyj
US-Präsident Donald Trump hofft nach eigenen Worten auf ein baldiges Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj zur Beilegung des Ukraine-Kriegs. Bei den Bemühungen um eine Lösung des Konflikts seien große Fortschritte erzielt worden, sagt Trump.
Putin hatte erklärt, Russland sei bereit, im kommenden Monat die von den USA vermittelten Gespräche mit der Ukraine wieder aufzunehmen. Er forderte dabei Sicherheitsgarantien für beide Länder sowie eine umfassende Sicherheitsarchitektur für Europa. Trump erklärt weiter, er habe ein Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über nukleare Abrüstung geplant. Zudem kündigt er an, im November zum Gipfel des südostasiatischen Staatenbundes (Asean) in die philippinische Hauptstadt Manila reisen.
Alisa Swoboda
Ukraine: Fünf Verletzte bei russischem Drohnenangriff auf Charkiw
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die nordostukrainische Großstadt Charkiw sind fünf Menschen verletzt worden. Unter den Verletzten sei auch ein vierjähriges Kind, teilt der ukrainische Katastrophenschutz auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ein durch den Angriff ausgelöster Großbrand sei gelöscht worden.
Angelika Ahrens
Frankreich verlegt Seeaufklärer zum Schutz von Infrastruktur nach Rumänien
Frankreich verlegt vorübergehend ein Seeaufklärungsflugzeug nach Rumänien, um Gefahren für die Schifffahrt zu erkennen und kritische Energieinfrastruktur im Schwarzen Meer zu schützen. Die Maschine vom Typ Atlantique 2 absolviert nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums bis zum 6. November Überwachungsmissionen über dem westlichen Teil des Binnenmeeres. In den vergangenen drei Wochen sind vor den Küsten der Nato-Mitglieder Rumänien und Bulgarien mindestens acht Frachtschiffe getroffen worden. Dabei sind etwa 34 Seeleute ums Leben gekommen oder gelten als vermisst. Rumänische Kampfjets hatten zwei russische Drohnen über den eigenen Hoheitsgewässern abgeschossen, woraufhin die Nato eine Verstärkung der Überwachung in der Region ankündigte.
Sabrina Frangos
Selenskyj: Mehr als 100 ballistische Raketen gegen Kiew in zwei Wochen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut auf den Bedarf seines Landes an Flugabwehrraketen und Verzögerungen bei deren Lieferungen hingewiesen. Moskau habe innerhalb von zwei Wochen mehr als 100 ballistische Raketen gegen die Hauptstadt Kiew und ihr Umland eingesetzt, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Es gebe erhebliche Verzögerungen bei der Lieferung von Flugabwehrsystemen. „Und jeder hört und jeder sieht, dass es für uns gegenwärtig schwierig ist, uns gegen russische ballistische Raketen zu verteidigen“, sagte er und verwies auf Opfer und Schäden.
Vor allem gehe es um US-Systeme vom Typ Patriot. Sie gelten als besonders wirksam gegen Angriffe mit ballistischen Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit schwer abzufangen sind. Erst am Montag hatte Selenskyj Verzögerungen bei den Lieferungen beklagt. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen eine großangelegte russische Invasion.
Marc Renner
Dänische Regierungschefin kritisiert Kontaktaufnahme mit Putin
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat ein Telefonat des finnischen Präsidenten Alexander Stubb und des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre mit Russlands Präsident Wladimir Putin kritisiert. Sie sehe keine Anzeichen dafür, dass Russland Frieden mit Europa wolle, sagte Frederiksen.
Der Anruf sei nicht mit anderen europäischen Staats- und Regierungschefs abgestimmt gewesen. „Ich glaube, wir sollten Europa geeint halten, statt im Alleingang vorzugehen“, sagte sie.
Marc Renner
Melania Trump: Waffenruhe über Oleschky hinaus ausgeweitet
Die auf die ukrainische Stadt Oleschky begrenzte Waffenruhe ist nach den Worten der amerikanischen First Lady Melania Trump ausgeweitet worden. Sie gelte nun über die Stadt hinaus innerhalb der Region Cherson, teilt Melania Trump in den sozialen Medien mit.
„Der Zeitplan wurde um zwei Tage vorgezogen, um die Sicherheit der Zivilbevölkerung zu gewährleisten und die Lieferung lebenswichtiger humanitärer Hilfe zu erleichtern“, erklärt Melania Trump. „Das geografische Gebiet der Waffenruhe wurde über Oleschky hinaus in die Region Cherson ausgeweitet, um den humanitären Konvois einen sicheren Durchgang zu ermöglichen.“
Marc Renner
Ukraine: Waffenruhe für Oleschky könnte Weg in Friedensprozess ebnen
Die Waffenruhe für die von Russland besetzte Stadt Oleschky im Südosten der Ukraine könnte nach Einschätzung der Regierung in Kiew eine vertrauensbildende Maßnahme sein. „Wenn wir in Oleschky Ergebnisse sehen, kann dies den Weg für weitere Schritte im Friedensprozess ebnen“, sagt Außenminister Andrij Sybiha vor der Presse.
Die Waffenruhe soll nach russischen Angaben bis kurz vor Mitternacht am 1. November dauern. Sie bleibe bis 22.59 Uhr Moskauer Zeit (20.59 Uhr MEZ) am 1. November in Kraft, erklärt die russische Menschenrechtskommissarin Jana Lantratowa.
Henning Ott
Stubb und Støre reden mit Putin über Ukraine-Verhandlungen
Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre haben bei einem Telefonat erstmals mit Kremlchef Wladimir Putin über seinen Krieg gegen die Ukraine gesprochen. „Ziel des Telefonats war es, Präsident Putin direkt Botschaften bezüglich künftiger Verhandlungen zu übermitteln, die zur Beendigung des Krieges beitragen sollen“, teilten die beiden europäischen Politiker in Helsinki mit. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte das Telefonat, das zuvor von keiner Seite öffentlich angekündigt worden war.
„Die Diskussion war offen und inhaltlich fundiert“, sagte Stubb. „Der Ausgang dieses Krieges wird direkte Auswirkungen auf unsere Sicherheit und die Sicherheit Europas insgesamt haben. Um den Krieg zu beenden, sind direkte Gespräche erforderlich“, betonte er. Støre sagte: „Das Leid und die Zerstörung werden sich auf ganze Generationen auswirken. In dem Telefonat haben wir betont, wie wichtig eine Deeskalation ist.“
Stubb und Støre ergriffen nach eigenen Angaben selbst die Initiative, um sich für Frieden und Stabilität in Europa einzusetzen. Sie stünden als Unterstützer der Ukraine dabei klar an der Seite Kiews. Sie betonten auch, dass sie nicht für Europa insgesamt mit Putin gesprochen hätten. Ihren beiden Ländern gehe es auch um Berechenbarkeit in der Ostseeregion, teilten sie in einer gemeinsamen Stellungnahme mit.
Henning Ott
Russland greift wichtige Brücke in Kiew an
Russland hat bei nächtlichen Angriffen auf die Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj eine wichtige Brücke in Kiew getroffen. „Tragischerweise gibt es Opfer und Treffer in Kiew, unter anderem an der Südbrücke“, schrieb er auf X. Dabei bezog er sich auf eine der wichtigsten Straßenbrücken über den Fluss Dnipro, der die ukrainische Hauptstadt teilt. Bei den Angriffen, die sich auch gegen zahlreiche weitere Regionen richteten, habe Russland 16 ballistische Raketen und mehr als 280 Drohnen eingesetzt.
Leonidas Exuzidis
Feuerpause in Oleschky hat begonnen
Russland und die Ukraine haben die lokal begrenzte Waffenruhe für die russisch besetzte Stadt Oleschky begonnen. Beide Seiten bestätigten den Start der Feuerpause, die humanitäre Maßnahmen für die Stadt nahe der Front ermöglichen soll.
Dabei sollen Lebensmittel und Medikamente an die notleidenden Bewohner der Stadt geliefert werden. Zudem sollen Vorbereitungen zur Herstellung der Bewegungsfreiheit der Bewohner getroffen werden.
Die Stadt ist aktuell vollständig vermint. Die ukrainischen Streitkräfte setzten zeitweise Drohnen ein, um Hilfsgüter in die Stadt zu schaffen. Viele der unbemannten Fluggeräte wurden jedoch von russischen Truppen abgeschossen. Nunmehr sollen nach der Vereinbarung Minen geräumt werden, um einen sicheren Korridor zu schaffen. Unklar ist, ob die rund 2.000 verbliebenen Bewohner ihre Stadt verlassen dürfen.
Sabrina Frangos
Tote und Verletzte durch Raketen in Kiew
Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist am Abend mindestens ein Mensch getötet worden. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, wie Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mitteilte. Neben mehreren Gebäuden wurde nach seinen Angaben auch ein Krankenwagen getroffen. Zwei Rettungssanitäter seien dabei verletzt worden. In einem der getroffenen Wohnhäuser könnten Menschen eingeschlossen sein.
Die russischen Militärs hatten nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr für diesen Angriff ballistische Raketen eingesetzt. Diese Waffen können nur schwer abgewehrt werden, zumal die Flugabwehr über einen Mangel entsprechender Munition klagt. Das russische Militär nutzt diese Schwäche der Ukrainer zu häufigen Raketenangriffen gegen Ballungszentren in der Ukraine aus.
Vivian Melchert
E5-Staaten wollen Ukraine vor Winter militärisch stärken
Die fünf militärisch stärksten europäischen Nato-Mitglieder wollen die Ukraine vor dem bevorstehenden Winter mit Luftabwehrsystemen und weiterer Ausrüstung militärisch stärken. „Wir haben im Rahmen unserer Ukraine-Unterstützung Winterpakete geschnürt“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Frankreich, Polen, Großbritannien und Italien in Paris. „Wir werden darüber hinaus alles dafür tun, dass auch die USA die Ukraine mit ihren Lieferungen unterstützen oder eben vor allem auch mit nachrichtlichen Informationen und Satellitendaten.“
Die sogenannten E5-Länder arbeiteten außerdem mit der Ukraine an der Entwicklung eines Luftverteidigungssystems. „Dieses soll zusätzlich zu den Patriots und anderen Systemen die Ukrainer vor den Angriffen aus der Luft schützen“, sagte Pistorius. Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin warf er Terror gegen die Zivilbevölkerung vor. „Er wird auf einen kalten Winter setzen und die Bedingungen für die Menschen in der Ukraine weiter verschlechtern, indem er die ukrainische Energie- und Wasserversorgung zerstören lässt, ganz systematisch.“
Vivian Melchert
Tote und Verletzte bei russischem Angriff auf Charkiw
Bei einem russischen Angriff auf die ostukrainische Großstadt Charkiw sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Zudem seien mindestens vier Menschen verletzt worden, berichtete Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram. „Es wurden Mehrfamilienhäuser, Einfamilienhäuser und Autos beschädigt“, fügte er hinzu. Die Rettungsdienste waren am Abend noch im Einsatz.
Erst am Samstagabend war ein Baumarkt in Charkiw von mehreren russischen Geschossen getroffen worden. Personen kamen dabei nicht zu Schaden. Tags zuvor wurden bei einem russischen Angriff auf die umliegende Oblast mindestens sieben Menschen verletzt.
Vivian Melchert
Rumäniens Geheimdienst: Von Russland gesteuertes Spionagenetz aufgedeckt
In Rumänien ist nach Angaben des Geheimdienstes ein von Russland koordiniertes Spionagenetz aufgedeckt worden. Dieses Netz habe militärische und industrielle Ziele in Rumänien ins Visier genommen, teilt der rumänische Geheimdienst mit. Die Gruppe sei für einen Brand im September auf einer Industrieplattform in Zentralrumänien in der Nähe eines staatlichen Rüstungsunternehmens verantwortlich. „Die Koordinatoren in der Russischen Föderation hatten ihr eine umfangreiche Liste von Zielen in der Region zugewiesen: staatliche und private Waffenproduktionsanlagen sowie andere Ziele von militärischem und industriellem Interesse.“
AI outlook — possibilities, not facts
Waffenruhe in Oleschky endet am 1. November.
Very likely · Within days

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