+++ Ukraine-Krieg +++: Selenskyj zu Gespräch mit Premierminister Burnham in London eingetroffen
Russland und Ukraine setzen gegenseitige Angriffe auf Energieanlagen trotz Waffenruhe-Appellen fort, während Starlink-Einschränkungen militärische Operationen behindern.
Quick Look
- Trotz einer von US-Präsident Trump verkündeten Energie-Waffenruhe setzen Russland und die Ukraine ihre Angriffe auf Energieinfrastruktur und Rechenzentren fort.
- Zudem beeinträchtigen Einschränkungen des Satellitennetzwerks Starlink ukrainische Militäroperationen.
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Why It Matters
Der Ukraine-Krieg dauert an, wobei beide Seiten gezielt kritische Infrastruktur angreifen. Die USA versuchen vermittelnd einzugreifen, während private Technologieanbieter wie SpaceX zunehmend in den Konflikt involviert sind.
Das ukrainische Militär hat nach Angaben eines Brigadegenerals russische Truppen im Osten des Landes zurückgedrängt. Im Zuge einer Operation, die im Sommer begann, seien 277 Quadratkilometer zurückerobert worden, sagte Andrij Bilezkij, Kommandeur des dritten ukrainischen Armeekorps, am Mittwoch. Bilezkijs Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Vertreter Russlands äußerten sich zunächst nicht dazu.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist für Gespräche mit dem britischen Premier Andy Burnham nach London gereist. Sein Land rufe die USA und alle anderen, die nicht die Augen vor der Realität verschlössen, dazu auf, auf die anhaltenden russischen Luftangriffe zu reagieren, schrieb er am Mittwoch in sozialen Medien. Russland habe die Gelegenheit zur Deeskalation verspielt und sich offensichtlich entschieden, seinen „wahnsinnigen Vernichtungskrieg“ fortzusetzen.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Vorwurf von Rechts- und Linksaußen zurückgewiesen, dass die Hilfe für die Ukraine zulasten von Sozialausgaben geht. „Kein Euro fehlt bei Sozialausgaben“, betont Merz im Bundestag. Dafür habe die Regierung die sogenannte Bereichsausnahme in der Schuldenbremse beschlossen, aus denen etwa Verteidigung und Ukraine-Hilfe finanziert werden.
Die Ukraine hat offenbar bei ihrer Gegenoffensive in der östlichen Region Donezk nach eigenen Angaben 16 Dörfer von russischen Truppen zurückerobert. Durch die jüngsten ukrainischen Angriffe seien drei weitere Dörfer in dem Gebiet befreit worden, sagte Brigadegeneral Andrij Bilezkyj am Mittwoch. Das Gebiet liegt rund 30 Kilometer nördlich der strategisch wichtigen Stadt Slowjansk.
Die EU hat der Ukraine 2,86 Milliarden Euro für den Kauf von Drohnen, Luftverteidigungssystemen und Raketen überwiesen. „Diese Mittel werden der Ukraine helfen, ihren dringenden Bedarf auf dem Schlachtfeld zu decken und ihre Verteidigungsfähigkeit gegen den russischen Angriffskrieg zu stärken“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel.
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) geht nach eigenen Worten davon aus, „dass die Vereinigten Staaten die Ukraine weiter unterstützen, wie sie es auch bisher getan haben“. Er erkenne auch nicht, „dass es eine substanzielle Verringerung der amerikanischen Unterstützung für die Ukraine gibt“, sagt Wadephul bei einer Pressekonferenz in Berlin.
Der russische Präsident Wladimir Putin berät mit hochrangigen Vertretern über Cybersicherheit. Das Thema wird nach Angaben des Präsidialamtes immer dringlicher. Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow sagt, Künstliche Intelligenz bringe viele Vorteile. Verschiedene Staaten versuchten jedoch, diese neuen Technologien als Waffe einzusetzen.
Bei einem russischen Angriff auf die westukrainische Stadt Luzk kamen dem örtlichen Gouverneur zufolge drei Menschen ums Leben. Mindestens zwölf Menschen seien verletzt worden. Trümmerteile einer Drohne hätten ein Lagerhaus getroffen, erklärt Roman Romaniuk auf Telegram.
Nach einem Anschlag auf eine Starlink-Bodenstation in Polen ist es auch in Bulgarien zu einem Brand in einer Anlage des Satelliteninternetdienstes gekommen. Regierungschef Rumen Radew bestätigte in der Fragestunde des Parlaments in Sofia den Vorfall in der Nähe der Hauptstadt.
Ukrainische Drohnen haben das größte russische Rechenzentrum getroffen. Der Betrieb der Anlage in der Region Saratow sei jedoch nicht beeinträchtigt, betont der Betreiber Sberbank. Das Finanzinstitut ist neben dem Internetkonzern Yandex der führende russische KI-Entwickler.
Der polnische Außenminister Radosław Sikorski hat SpaceX-Gründer Elon Musk angesichts der Einschränkung des Satellitennetzwerks Starlink für das ukrainische Militär kritisiert. „Hey, Elon Musk, großer Mann, spielst Du wieder Politik mit Deinen Produkten?“, schrieb Sikorski auf der Plattform X.
Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau über Nacht sieben ukrainische Energieanlagen sowie ein Rechenzentrum attackiert. Die Ziele hätten dem ukrainischen Militär gedient, teilt das Ministerium mit.
Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat nach ukrainischen Angaben die Nutzung seines Satellitennetzwerks Starlink für das ukrainische Militär eingeschränkt. Die militärische Version des Kommunikationsdienstes funktioniere nicht mehr bei Geschwindigkeiten von über 160 Kilometern pro Stunde, teilt der Berater des ukrainischen Präsidenten, Serhij Beskrestnow, auf Telegram mit.
Nach einem ukrainischen Drohnenangriff funktionieren alle Infrastruktureinrichtungen in Balakowo dem Gouverneur der russischen Oblast Saratow zufolge wie gewohnt. Das teilt Roman Busargin auf Telegram mit.
Ein schwerer russischer Luftangriff auf die ukrainische Energieinfrastruktur zeigt nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass Moskau die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Energie-Waffenruhe missachtet. Es habe sich in der Nacht zum Mittwoch um einen gezielten Angriff mit ballistischen Raketen auf genau die Anlagen gehandelt, die von der Vereinbarung abgedeckt seien, erklärt Selenskyj auf der Kurznachrichtenplattform X.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Oblast Saratow ist nach russischen Angaben ein Mensch getötet worden. In der Stadt Balakowo an der Wolga seien außerdem Häuser beschädigt worden, teilte Gouverneur Roman Busargin auf Telegram mit.
Nach einem weiteren ballistischen Raketenangriff Russlands hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die ausgebliebene Warnung der Verbündeten beklagt. „Erneut ohne Warnung von den Partnern“, schrieb Selenskyj auf Telegram. Ziel sei ein Heizkraftwerk im Ostteil der Hauptstadt Kiew gewesen.
US-Präsident Donald Trump sagt, die USA würden weiter Geheimdienstinformationen an die Ukraine geben. „Wir helfen ihnen und wir teilen Geheimdienstinformationen“, sagt Trump vor Journalisten in Washington.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Weitere Angriffe auf Energieinfrastruktur durch beide Seiten.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie reagieren die USA auf den Bruch der Energie-Waffenruhe?
- Welche langfristigen Auswirkungen haben die Starlink-Einschränkungen auf die Front?







