UN-Vollversammlung stimmt für neue Weltkarte mit realistischer Afrikadarbietung
Quick Look
- Die UN-Vollversammlung hat mit 164 Stimmen für die Resolution 'Correct the map' gestimmt, die die Einführung flächentreuer Weltkarten wie 'Equal Earth' fordert.
- Die USA stimmten als einziges Land dagegen, während sechs Staaten sich enthielten.
- Die Resolution soll die Mercator-Projektion ablösen, die Afrika verzerrt darstellt.
AI-generated summary
Why It Matters
Die Mercator-Projektion aus dem 16. Jahrhundert verzerrt die Größenverhältnisse der Kontinente, indem sie Gebiete in hohen Breitengraden vergrößert. Afrika erscheint darauf deutlich kleiner als in Wirklichkeit.
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat dafür gestimmt, die traditionelle Weltkarte durch eine neue Version zu ersetzen. Sie soll sich an flächentreuer Kartografie orientieren und die Größe Afrikas realistischer darstellen. Für die UN‑Resolution »Correct the map« stimmten 164 Staaten.
Die USA stimmten als einzige Nation dagegen. Enthaltungen gab es von sechs Ländern: Estland, Georgien, Litauen, Serbien, der Republik Moldau und der Ukraine. Das Abstimmungsergebnis ist nicht bindend, soll aber weltweit zu Änderungen an Karten führen.
Togo und die Afrikanische Union hatten die Resolution eingebracht. Sie ruft internationale Organisationen und Staaten auf, künftig kartografische Darstellungen vom Typ »Equal Earth« zu nutzen. Diese Karte war 2018 von einer Gruppe von Geografen erstellt worden, um sich bei der Darstellung der Kontinente auf Karten möglichst genau an die tatsächlichen Größenverhältnisse zu halten.
Dadurch werden Afrika, Lateinamerika, Südasien und Ozeanien viel größer dargestellt als auf den bisher üblichen Weltkarten. Die USA hingegen erscheinen dadurch verkleinert. Die USA lehnten die »Correct the map«-Resolution als einziges Land ab. Sie bezeichneten die Initiative als Teil eines radikalen ideologischen Projekts.
Mercator-Karte stammt aus dem 16. Jahrhundert
Die »Equal Earth«-Karte soll die sogenannte Mercator-Weltkarte ablösen, die auf den 1512 in Flandern geborenen Kartografen Gerardus Mercator zurückgeht. Dieser hatte die Karte für die Seefahrt entwickelt und die Gebiete in den hohen Breitengraden künstlich vergrößert. Schon damals war bekannt, dass diese Karte die Größe der Länder nicht flächentreu darstellt, sondern verzerrt. In manchen Entwürfen erscheint Grönland beispielsweise so groß wie der gesamte Kontinent Afrika. Betrachtet man hingegen einen Globus, fällt auf: Afrika ist um ein Vielfaches größer – die Fläche des Kontinents ist demnach fast 14-mal so groß wie die von Grönland.
»Karten prägen unser Verständnis der Welt«, sagte der togolesische Außenminister Robert Dussey während der Debatte in der UN-Vollversammlung. Sie seien aber niemals neutral. Es bestehe die Gefahr, dass sie »ein verzerrtes Bild unseres Planeten vermitteln und falsche Vorstellungen verfestigen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden«. Nach der Abstimmung schrieb Dussey von einem »historischen Moment«.
AU beklagt Vermittlung eines falschen Weltbilds
Die Afrikanische Union (AU) hatte bereits im vergangenen Jahr beklagt, dass die Mercator-Projektion Afrika nicht angemessen darstelle. Damit werde ein falsches Weltbild vermittelt, das sich wiederum auf schulische Bildung, Medien und Politik auswirke.
Die Resolution verbietet die Mercator-Projektionen zwar nicht, ruft Regierungen, Schulen, internationale Organisationen und Technologieunternehmen aber dazu auf, die »Equal Earth«-Projektion und andere flächengetreue Karten zu verwenden, wenn es auf relative Größenverhältnisse ankommt.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Internationale Organisationen werden die 'Equal Earth'-Projektion in ihren offiziellen Publikationen übernehmen.
Likely · Within months
Bildungsministerien in afrikanischen Ländern werden die Resolution als Begründung für Lehrplanänderungen verwenden.
Possible · Within months
Open Questions
- Werden Bildungssysteme weltweit tatsächlich auf die neue Kartografie umstellen?
- Wie werden Technologieunternehmen wie Google Maps auf die Resolution reagieren?
- Gibt es Pläne zur Durchsetzung oder Überwachung der Umsetzung?





