Ungarns AKW Paks droht komplette Abschaltung wegen Niedrigwasser
Premierminister Magyar warnt vor "beispielloser Energiekrise" und ruft zum Stromsparen auf.
Quick Look
- Ungarns Premierminister Peter Magyar warnt vor einer "beispiellosen Energiekrise", da das AKW Paks aufgrund des rekordtiefen Donaupegels vor der kompletten Abschaltung steht.
- Das Kraftwerk, das fast die Hälfte des Landesstroms liefert, muss bei weiter sinkendem Wasserstand heruntergefahren werden, was zu drastischen Maßnahmen wie Stromsparen und Einschränkungen im Güterverkehr führt.
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Why It Matters
Das Kernkraftwerk Paks, das fast die Hälfte des ungarischen Stroms liefert, steht vor der kompletten Abschaltung, da der Donaupegel für die Kühlung auf einen Rekordtiefstand gesunken ist. Dies geschieht zum ersten Mal seit 44 Jahren und wurde von Betreibern für ausgeschlossen gehalten.
Ungarns Bevölkerung steht nach Worten von Premierminister Peter Magyar vor einer "beispiellosen Energiekrise". Diese sei nur gemeinsam erfolgreich zu bewältigen. "Vor uns liegen die entscheidenden fünf Tage", sagt der Premier in einem Video. Das Kernkraftwerk Paks werde überhaupt keinen Strom mehr produzieren.
"Es stehen die heißesten Tage mit 40 Grad bevor. Unser Stromnetz, die öffentlichen Versorgungsdienste und natürlich auch wir selbst werden einer enormen Belastung ausgesetzt sein", erklärt Magyar. "Ich bitte alle, ab Montag noch besser aufeinander zu achten, insbesondere auf Kinder, ältere Menschen, Kranke und Alleinstehende."
Nachdem der Pegelstand der Donau, deren Wasser als Kühlwasser für das AKW genutzt wird, auf einen neuen Rekordtiefstand gesunken ist, lief das Kernkraftwerk vor der kompletten Abschaltung nur noch mit zehn Prozent der Gesamtleistung.
AKW Paks sichert normalerweise Hälfte des Stroms
Das AKW Paks mit seinen vier Reaktorblöcken liegt 100 Kilometer südlich von Budapest und trägt fast zur Hälfte der Stromversorgung in Ungarn bei.
Magyar ist seit knapp drei Monaten im Amt und muss nun den Ungarn die drastischen Folgen des Niedrigwassers erklären. "Da der Wasserstand der Donau bei Paks derzeit bei minus 133 Zentimetern liegt und bei minus 134 Zentimetern auch der zweite Reaktorblock des noch in Betrieb befindlichen Kraftwerks abgeschaltet werden muss, wird voraussichtlich - zum ersten Mal seit 44 Jahren - die vollständige Abschaltung des Kernkraftwerks Paks erfolgen", sagte der Premier.
Damit trete ein, was sich viele nicht einmal vorstellen konnten und was auch die Betreiber und Planer des Kraftwerks noch in den vergangenen Jahren für ausgeschlossen gehalten hatten, sagte er. "Aufgrund des beispiellosen, rekordtiefen Wasserstands der Donau wird die Stromerzeugung in Paks vorübergehend vollständig eingestellt."
Aufruf zum Stromsparen
Premierminister Magyar hatte bereits in den vergangenen Tagen große Unternehmen, die öffentliche Verwaltung und die privaten Haushalte aufgefordert, den Stromverbrauch in den Abendstunden deutlich zu verringern. Sollten sich die Industrieunternehmen nicht daran halten, könnten die Firmen vorübergehend vom Netz genommen werden.
Diese Appelle scheinen befolgt worden zu sein. "Wir sind allen dankbar, die ihre eigenen Annehmlichkeiten oder sogar die Rentabilität ihres Unternehmens zurückgestellt haben und erkannt haben, dass wir diese beispiellose Energiekrise nur gemeinsam erfolgreich bewältigen können", sagte Magyar nun im Video.
Kein Güterverkehr zwischen 17 und 22 Uhr
Einkaufszentren sollten ihre Klimaanlagen drosseln, Städte und Kommunen sowie Kirchen sollten ihre dekorative Beleuchtung in den kommenden Tagen abschalten.
Der Premier kündigte zudem an, dass ab Montag der Güterverkehr auf der Schiene in der kritischsten Zeit, zwischen 17 und 22 Uhr, eingestellt werde. Damit würden der Energiebedarf der Bahn gesenkt und zusätzliche Reserven geschaffen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Das Kernkraftwerk Paks wird voraussichtlich vollständig abgeschaltet.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie lange wird die Abschaltung des AKW Paks dauern?
- Welche genauen Auswirkungen hat die Abschaltung auf die ungarische Wirtschaft?
- Wie wird Ungarn den fehlenden Strom kompensieren?






