Union Berlin holt 3:3-Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt nach 1:3-Rückstand
Quick Look
- Union Berlin drehte ein 1:3 gegen Eintracht Frankfurt in den letzten Minuten des Spiels und erzielte durch Tore von Younes Ebnoutalib (2), Tim Skarke und Leopold Querfeld ein 3:3-Unentschieden.
- Ebnoutalib erzielte alle drei Berliner Tore, darunter zwei innerhalb von 60 Sekunden zu Spielbeginn und eines nach der Pause.
- Eintracht-Trainer Adi Hütter kritisierte die fehlende Entlastung und die sorglose Leistung, während Berlins Trainer Mauro Lustrinelli die mentale Stärke seines Teams lobte.
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Why It Matters
Union Berlin und Eintracht Frankfurt traten zum Saisonauftakt der Bundesliga 2026/27 an. Beide Vereine hatten vor dem Spiel einen neuen Cheftrainer: Mauro Lustrinelli bei Union Berlin und Adi Hütter bei Eintracht Frankfurt. Union wollte sich unter Lustrinelli neu orientieren und aktiveren Fußball spielen, während Frankfurt unter Hütter auf emotionalen und erfolgreichen Fußball setzte.
Zwei Minuten der vierminütigen Nachspielzeit waren schon vorüber im Stadion An der Alten Försterei, als die Männer in Rot noch einmal den Ball in den Strafraum schlugen. Strukturiert hatten sie es über ziemlich viele der 90 Minuten zuvor nicht geschafft, doch nun, das merkte auch das Publikum, lag etwas in der Berliner Luft.
Die Einzigen, die es nicht zu merken schienen, oder es zumindest nicht ernst genug nahmen, waren die Spieler in Weiß. Und so passierte das, was lange Zeit so gut wie ausgeschlossen schien an diesem Samstagnachmittag: Dass Union Berlin aus einem 1:3 gegen Eintracht Frankfurt tatsächlich noch ein 3:3 machte.
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Während man sich in Frankfurt weder über die eigentlich sehr schöne Geschichte von Younes Ebnoutalib, der alle drei Tore erzielte, oder die schöne von Noah Atubolu, der eine starke Premiere im Tor zeigte, vollauf freuen kann, werden sie in Berlin viel Spaß daran haben, die von der Hacke des Tim Skarke zu erzählen – und von einem Comeback, das in Wahrheit auch für die Frankfurter nicht aus heiterem Himmel kam.
Zwei Tore in weniger als 60 Sekunden
"Union hat uns fast erdrückt", sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter, "Wir sind immer weiter zurückgefallen. Es hat mich extrem geärgert, dass wir keine Entlastung mehr nach vorne gehabt haben." Am Ende, sagte er, sei er froh, überhaupt noch einen Punkt mitzunehmen.
Beim turbulenten Start in diese Partie hatte Ebnoutalib das Ergebnis nach der Berliner Führung durch Emmanuel Latte Lath nach einem Eckball (4. Minute) binnen weniger als 60 Sekunden gedreht. Zuerst war es ebenfalls ein Eckstoß, in dessen Folge der Stürmer am schnellsten reagierte (10.). Beim folgenden Anstoß half dann ein Berliner mit. Als Leopold Querfeld den Ball verstoppte, war wieder Ebnoutalib zur Stelle und allein auf dem Weg zum 2:1 (11.).
Spätestens, als er nach der Pause noch einen dritten Treffer nachreichte (67.), wiederum mit freundlicher Berliner Unterstützung, schien wirklich alles auf einen Sieg von Hütters Mannschaft zum Auftakt dieser Fußball-Bundesligasaison hinauszulaufen. Aber mit dem Treffer zum 2:3 durch Querfeld (79.) bekam Union noch einmal die zweite Luft – und die lange Zeit dominante Eintracht die Flatter. "Ich habe die mentale Stärke unseres Teams geliebt", sagte Berlins Trainer Mauro Lustrinelli.
Zwei Vereine auf der Suche nach sich selbst
Union und die Eintracht, das wusste man vorher, sind derzeit zwei Vereine auf der Suche nach sich selbst, mit jeweils neuem Chef. Die Berliner wollen sich ein Stück weit neu erfinden, für aktiveren und auch attraktiveren Fußball stehen, dafür wurde Lustrinelli verpflichtet, der im vergangenen Jahr mit dem FC Thun die Schweizer Meisterschaft gewann. Bei der Eintracht wusste man ganz genau, wofür Hütter steht, als er zurückgeholt wurde, für emotionalen und erfolgreichen Fußball.
Nach den ersten 90 Minuten kann man zwar sagen: Die Frankfurter wirkten lange Zeit mehr als einen Schritt weiter als die Berliner. Es war ein selbstbewusster Auftritt der Hessen, bei dem auch nach vorn einiges möglich schien, jedenfalls so lange sie sich darum bemühten.
Während Union erkennbar Mühe hatte, zu einem strukturierten Spiel zu finden, wirkte die Eintracht gut sortiert. Die Hoheit im Zentrum mit Onyedika und Chaibi nutzten sie, um auch die Männer auf den Flügeln ins Spiel zu bringen. Baum auf rechts war sehr aktiv, Uzun auf links verfolgt eher den Ansatz mit wenig viel machen zu wollen. Alles in allem hatten sie erstaunlich leichtes Spiel, ins letzte Drittel und in den Strafraum vorzudringen.
Das alles allerdings gegen einen Gegner, der lange weit von dem entfernt war, was es braucht, um in der Bundesliga eine gute Rolle zu spielen. Und dabei selbst zu verwundbar, vor allem, aber nicht nur bei Standardsituationen.
Gesprächsbedarf in Frankfurt
Hütter erklärte die Verwundbarkeit auch mit der Unerfahrenheit, vor allem in der Abwehr. "Wir werden bis zum Dienstag sicher noch das eine oder andere tun", sagte er zum Stand seines Kaders. Es gibt also nicht nur wegen des verspielten Siegs Gesprächsbedarf in Frankfurt, wo ja ohnehin die Unruhe um Sportvorstand Markus Krösche über allem schwebt. Zu den Spekulationen über seine Zukunft äußerte der sich in Berlin nicht. Der Auftritt sei am Ende "zu sorglos" gewesen, sagte Krösche. "Wir haben uns auf das Spiel von Union eingelassen."
Immerhin wirkte es, als hätte er für die Eintracht in letzter Minute einen echten Rückhalt ins Team geholt. Atubolu stand nach dem Leih-Kauf-Geschäft mit dem SC Freiburg gleich im Tor und hinterließ bei diesem Start "aus der kalten Hose", wie Krösche es formulierte, einen starken ersten Eindruck, trotz der drei Gegentreffer. Auch Hütter attestierte ihm eine "tolle Leistung".
Als die Uhr exakt drei Minuten zeigte, lag der Ball zum ersten Mal in Atubolus Netz. Nach einem Eckball von Juranovic waren seine Vorderleute nicht im Bilde, als Latte Lath zum Kopfball hochstieg. Danach hatte Atubolu lange Zeit nicht allzu viel zu tun gegen harmlose Berliner. Kurz vor der Pause ging er aus einer Kollision mit Aebischer durchgeschüttelt, aber keineswegs desorientiert hervor.
In der zweiten Halbzeit war er seinem Team mehr als ein souveräner, zupackender Rückhalt: Er parierte zwei, dreimal spektakulär. Bei Querfelds Treffer war dann nichts zu machen, ebenso wenig bei Skarkes Ausgleich aus kurzer Distanz – dem ein Berliner Jubel folgte, der nicht nur ihm die Ohren klingeln ließ.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Union Berlin wird unter Mauro Lustrinelli an seiner offensiven Ausrichtung arbeiten und in den nächsten Spielen konstanter werden.
Likely · Within weeks
Eintracht Frankfurt wird in den kommenden Trainingseinheiten an der defensiven Stabilität arbeiten, insbesondere bei Standardsituationen.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie wird sich die Leistung von Noah Atubolu im weiteren Saisonverlauf entwickeln?
- Welche taktischen Anpassungen wird Union Berlin unter Lustrinelli vornehmen, um konstanter zu werden?
- Wie wird die Unruhe um Sportvorstand Markus Krösche bei Eintracht Frankfurt die Vereinsführung beeinflussen?



