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BackUS-Angriffe auf Tanker vor Oman: Indien protestiert scharf
US-Angriffe auf Tanker vor Oman: Indien protestiert scharf
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FAZ6/11/2026World4 min readGermany

US-Angriffe auf Tanker vor Oman: Indien protestiert scharf

Quick Look

  • Die USA haben zwei unter palauischer Flagge fahrende Öltanker vor der Küste Omans angegriffen.
  • Indien protestiert scharf, da indische Seeleute betroffen sind.
  • Die USA begründen die Angriffe mit Verstößen gegen die Blockade Irans.

AI-generated summary

Why It Matters

Die USA haben im Golf von Oman zwei unter palauischer Flagge fahrende Öltanker angegriffen, die angeblich gegen die US-Blockade Irans verstoßen haben. Die Angriffe führten zu Bränden und dem Tod von drei indischen Seeleuten. Indien hat scharf protestiert und die USA aufgefordert, die Angriffe auf die Handelsschifffahrt einzustellen.

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Die Stimme in der Sprachnachricht klingt aufgeregt. „Hier spricht der Motortanker Marivex“, heißt es auf Englisch mit einem indischen Akzent. „Wir haben Feuer an Bord, und das Schiff sinkt. Die US-Marine hat uns mit einer Rakete in den Maschinenraum angegriffen. Wir haben ein Loch im Boden.“ Die Nachricht liegt der F.A.Z. vor.

Es folgt noch der Hinweis, die letzte Position des Tankers MT Marivex mit den Daten des Ortungssystems zu finden. „Die gesamte Crew besteht aus Indern, 24 Besatzungsmitglieder sind Inder. Bitte helfen Sie schnell, bitte, wir brauchen dringend Hilfe“, so die Stimme.

Die Nachrichten stammen von der Besatzung des Tankers, der unter der Flagge Palaus unterwegs war und der am Montag vor der Küste Omans in Brand geraten war. Das amerikanische Militär teilte mit, dass ein US-Kampfflugzeug im Golf von Oman den unbeladenen Öltanker beschossen und „außer Betrieb“ gesetzt habe. „Die Marivex fährt nicht mehr nach Iran“, so die Mitteilung.

Ein Video, das der F.A.Z. ebenfalls vorliegt, zeigt, wie ein Hubschrauber der omanischen Seenotrettung die indischen Seeleute einige Stunden später über ein Rettungsseil an Bord nimmt.

Der zweite amerikanische Angriff folgte einen Tag später

Bei diesem einen Angriff ist es aber auch nicht geblieben. Am Dienstag, nur einen Tag später, trifft eine US-Rakete den Öltanker MT Settebello, der auch unter Palaus Flagge auf dem Weg durch den Golf von Oman war. Wieder bricht ein Feuer im Maschinenraum des Tankers aus. Auch diesmal holen Rettungskräfte 21 indische Seeleute rechtzeitig von Bord. Drei indische Seeleute, die zunächst als vermisst galten, seien jedoch ums Leben gekommen, bestätigt Indiens Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal am Donnerstag auf der Plattform X.

Und schließlich meldet die indische Botschaft in Oman am Donnerstag dann noch einen weiteren „Vorfall“ mit einem Schiff vor der omanischen Küste, macht aber keine weiteren Angaben. Die indische Seefahrergewerkschaft FSUI veröffentlicht ein Video, das einen brennenden Tanker im Meer zeigt, und identifiziert das Schiff als die MT Jalveer. Unbestätigten Angaben nach sollen sich 20 indische Seeleute an Bord befinden.

Zuvor hatte auch Indiens Außenministerium den Angriff auf MT Settebello verurteilt. Es bestellte Medien zufolge den stellvertretenden US-Botschafter ein und äußerte seinen „starken Protest“. „Die Angriffe auf die Handelsschifffahrt und die zivile Infrastruktur in der Region müssen eingestellt werden“, so das Ministerium.

Erinnerungen an die Versenkung eines iranischen Kriegsschiffs

Es empört viele Inder, dass binnen weniger Tage mehrfach indische Seeleute von US-Raketenangriffen betroffen sind. Schließlich soll Indien eigentlich zu den bevorzugten Partnern der Vereinigten Staaten in Asien gehören. Doch schon im März hatte ein amerikanisches U-Boot das iranische Militärschiff INS Dena unweit der indischen Gewässer versenkt, nachdem es zuvor in Südindien an einer Flottenparade teilgenommen hatte.

Das US-Militär begründete seine Angriffe auf die beiden Tanker damit, dass die Schiffe gegen die amerikanische Blockade Irans verstoßen hätten. Die unbeladene MT Marivex habe versucht, einen iranischen Hafen anzulaufen. Die MT Settebello habe Öl aus dem Iran transportiert. Zudem hieß es in beiden Fällen, dass die Besatzung die Anweisungen der US-Streitkräfte nicht befolgt habe. Darauf habe ein Kampfjet mit „Präzisionsmunition“ auf den Maschinen- und Steuerraum des Schiffes gefeuert.

Im Fall der MT Settebello veröffentlichte das Pentagon auch ein Video, das den Einschlag der Rakete auf das Schiff zeigen soll. Das US-Militär hat demnach acht Schiffe aufgrund von Verstößen gegen die Blockade „außer Betrieb genommen“. Gefahr droht aber nicht nur durch amerikanische Raketen. Zwei indische Seeleute waren gestorben, nachdem Anfang März ein iranisches Geschoss den Öltanker MV Skylight getroffen hatte.

Für die gestrandeten Seefahrer sind die Schiffe „wie Gefängnisse“

Die Sprachnachrichten von der Marivex hatte am Montag der FSUI-Generalsekretär Manoj Yadav erhalten. Weil niemand in der Umgebung auf ihre Notrufe reagierte, hatten sich die indischen Seeleute an ihren Landsmann gewandt, sagt Yadav der F.A.Z. am Telefon. Die Gewerkschaft hat sich auch schon seit dem Angriff im März für einen besseren Schutz der Seeleute im Kriegsgebiet eingesetzt.

Der Gewerkschafter erinnert auch daran, dass Schätzungen zufolge seit Kriegsbeginn 20.000 Seeleute in der Straße von Hormus feststecken sollen, darunter viele Inder. Für sie fühlten sich die Schiffe an „wie Gefängnisse“, so Yadav. Viele Seefahrer litten unter einer ständigen Angst, nachdem sie teilweise Hunderte Drohnenangriffe und Geschosseinschläge in einem Radius von 500 Metern bis einem Kilometer beobachtet hätten.

Der Gewerkschafter findet, die Schiffsbesatzungen sollten nicht in die Geopolitik der Mächte und den Krieg mit hineingezogen werden. „Wenn sie irgendwelche Probleme mit Iran haben, warum müssen dann die Seeleute darunter leiden?“, fragt er. Der Inder ist sich sicher, dass das US-Militär darüber informiert war, dass sich indische Seeleute auf der MT Marivex befanden. Sie seien zum Glück unverletzt geblieben, weil sich zur Zeit des Angriffs niemand im Maschinenraum befand. Das hätten die Amerikaner aber nicht wissen können.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Indien wird seine diplomatischen Bemühungen fortsetzen, um die USA zu einer Überprüfung ihrer Vorgehensweise zu bewegen.

    Very likely · Within weeks

  • Es wird eine Untersuchung der Vorfälle durch internationale maritime Organisationen geben.

    Possible · Within months

  • Die Spannungen im Golf von Oman könnten weiter zunehmen, was zu weiteren Zwischenfällen führen könnte.

    Likely · Within months

Open Questions

  • Warum wurden die Schiffe, die angeblich gegen die Blockade verstoßen, nicht anders behandelt?
  • Gab es eine klare Warnung an die Besatzungen vor den Angriffen?
  • Welche Rolle spielt Palau als Flaggenstaat in diesen Vorfällen?
  • Wie wird sich dieser Vorfall auf die Beziehungen zwischen Indien und den USA auswirken?

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This article was originally published by FAZ.

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