
Nach massiven Verlusten am Vortag locken niedrige Einstiegspreise Investoren zurück an den Markt, während robuste Arbeitsmarktdaten die Erwartungen an die US-Notenbank Fed prägen.
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Die Demokraten gewannen bei den US-Midterms die Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus. Die Inflation lag im September bei 3,7 Prozent.
Am Donnerstag hatte der Nasdaq über sechs Prozent verloren. Am Freitag rückt die Unsicherheit in den Hintergrund. Die niedrigen Einstiegspreise locken Investoren an.
Düsseldorf. Die Stimmung unter den US-Anlegern ist gespalten: Zum einen verunsichern die Ergebnisse der US-Midterms und ihre Auswirkungen auf die künftige Tech-Politik der Regierung Anleger.
Zum anderen bieten stark gefallene Kurse auch immer die Möglichkeit für einen günstigen Zu- oder Nachkauf von Papieren. Letzteres Argument scheint Anleger am Freitag zu überzeugen. Der Nasdaq legt nach dem Ausverkauf des Vortags wieder zu.
Der Index der Technologiebörse Nasdaq liegt 1,2 Prozent im Plus bei 24.602 Punkten.
Auch der Nasdaq 100, der die 100 größten Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung abbildet, legt wieder zu und kommt mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 27.055 Punkte.
Der breiter gefasste S&P 500 notiert leicht um Plus bei 7380 Zählern.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verliert um 0,9 Prozent auf 51.043 Punkte.
Am Donnerstag waren die US-Indizes deutlich gefallen, ausgehend von dem Tech-Index Nasdaq, der in der Spitze über sechs Prozent verlor. So stark hatte er zuletzt im April 2025 verloren. Bei den US-Midterms am Mittwoch hatten die Demokraten die Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus zurückgewonnen. Sie machten unter anderem Wahlkampf damit, bei Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Bremse zu drücken, und hinterfragten den massiven Ausbau von Rechenzentren in den USA. In der US-Bevölkerung stieg zuletzt die Skepsis, es gab vielerorts Proteste dagegen.
Gleichzeitig sorgen sich Anleger nach wie vor darum, ob sich die massiven Investitionen in KI wirklich lohnen. Selbst insgesamt überzeugende Quartalszahlen von Unternehmen sorgen deshalb immer wieder für Skepsis – wegen hoher KI‑Investitionen.
Der große Ausverkauf bei Tech-Werten zeigte sich auch im Gesamtmarkt. Und das nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande. Dass der Dax am Freitag zeitweise rund zwei Prozent verlor, kommt selten vor. Denn der deutsche Leitindex ist weniger techlastig und blieb bei größeren Tech-Ausverkäufen in den vergangenen Monaten meist recht unbelastet. „Der starke Ausverkauf an der Wall Street zeigt, wie schnell sektorale Sorgen auf den Gesamtmarkt übergreifen können“, analysiert Daniela Hathorn, Senior Market Analystin bei capital.com.
Besonders betroffen waren am Donnerstag Chipaktien. Der Philly Semiconductor Index fiel zweistellig. Am Freitag liegt er dagegen wieder 4,2 Prozent im Plus.
Die US-Arbeitsmarktdaten waren am Freitag überraschend solide. Der Stellenaufbau lag im Oktober mit 165.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft über den Erwartungen. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,1 Prozent. Ein robuster US-Arbeitsmarkt stützt Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Denn diese hat ein duales Mandat, das Vollbeschäftigung ebenso wie stabile Preise beinhaltet. Mit einer Zinserhöhung kann die Fed verhindern, dass die US-Wirtschaft sich überhitzt.
Die Fed kommt in diesem Jahr noch einmal zusammen – im Dezember. Dann erwarten Anleger laut dem Fed-Watch-Tool CME mit 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine zweite Zinserhöhung der Fed. Diese hatte die Zinsen im September zum ersten Mal seit drei Jahren erhöht, um der durch den Irankrieg bedingten hohen Inflation entgegenzuwirken.
Infolge des Konfliktes waren die Energiepreise stark gestiegen, und hatten sich auch auf andere Bereiche ausgebreitet. Die Inflation legte im September auf 3,7 Prozent zu. Der Leitzins liegt in einer Spanne von 3,75 bis 4 Prozent.
Am Donnerstag hatten einige Analysten die Zinserhöhung in Gefahr gesehen. Sollte das KI-Wachstum nachlassen, würde sich das auch auf die US-Wirtschaft auswirken, argumentierten sie. Und in dem Falle könnte eine Zinserhöhung vor dem Jahreswechsel zusätzlich auf die Wirtschaft drücken. Zuletzt war das Bruttoinlandsprodukt der USA robust gewachsen. Im dritten Quartal stieg es aufs Jahr gerechnet um 3,4 Prozent. „Entscheidend wird nun der US-Verbraucherpreisindex: Er wird zeigen, ob Aktienmärkte Stabilisierung finden oder der Verkaufsdruck erneut zunimmt“, schreibt Harthorn. Die US-Verbraucherpreise für Oktober werden kommenden Dienstag veröffentlicht.
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Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise für Oktober am kommenden Dienstag.
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