US-Börsen: Nasdaq verliert nach Tech-Bilanzen stark – Intel-Aktie verliert 30 Prozent
Tech-Werte wie Amazon und Intel brechen nach Quartalszahlen ein, während geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Ölpreise treiben.
Quick Look
- Die US-Börsen verzeichnen deutliche Verluste, angeführt vom Nasdaq.
- Enttäuschende Quartalszahlen großer Tech-Konzerne wie Amazon und Intel sowie Sorgen vor steigender Inflation durch hohe Ölpreise infolge des Iran-Konflikts verunsichern Investoren.
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Why It Matters
Tech-Konzerne investieren massiv in KI-Infrastruktur, was kurzfristig die Margen belastet. Gleichzeitig drohen durch den Iran-Konflikt steigende Energiekosten.
Der Ausverkauf geht angesichts der Quartalszahlen der großen KI-Profiteure weiter. Steigende Ölpreise verschärfen die Inflationsaussichten derweil.
Düsseldorf. Die Quartalszahlen der großen Tech-Konzerne drücken die US-Börsen weiter ins Minus. Nachbörslich hatten sich die Verluste, vor allem bei Amazon, schon am Donnerstag angedeutet. Nun verliert vor allem der Nasdaq deutlich.
Der Dow Jones der Standardwerte bewegt sich kaum und liegt bei 52.204 Punkten.
Der breiter gestreute S&P 500 verliert rund ein Prozent und notiert bei 7628 Punkten.
Die Technologiebörse Nasdaq liegt gut 2,2 Prozent im Minus bei 25.600 Punkten.
Der Nasdaq 100, der die 100 größten Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung abbildet, verliert ebenfalls rund drei Prozent auf 28.698 Punkte.
Mit Verlusten von bis zu acht Prozent reiht sich die Amazon-Aktie in die Reihe großer Tech-Verlierer an den Börsen ein. Weiter massiv steigende Kapitalinvestitionen in KI-Rechenzentren und die zugehörige Infrastruktur bei weniger stark steigenden Einnahmen verunsichern die Märkte und lösen Verkäufe aus. Rechnet man die Wertverluste von Meta, Amazon, Microsoft und Alphabet zusammen, verschwanden nach den Quartalszahlen insgesamt bis zu 900 Milliarden Dollar an Börsenwert.
Auch Chipwerte, Netzausrüster und andere Firmen, die bislang vom KI-Boom profitierten, verlieren weiter an Wert. Allen voran Intel: Die Papiere des Computer- und Chipherstellers brechen nach schwachen Aussichten um 30 Prozent ein.
Der Markt ist „deutlich sensibler als üblich“, sagte Investor Chris Zaccarelli, Chefinvestor bei Northlight Asset Management, gegenüber Bloomberg. Investoren verkauften derzeit erst und analysierten dann genauer, statt es andersherum zu machen.
Auch die Aussicht auf eine längerfristig hohe Inflation trägt zur schlechten Stimmung an den Märkten bei. Die hohe Teuerung zieht aller Voraussicht nach weitere Zinserhöhungen nach sich, was Kredite und Anleihen verteuert und so die Gewinne schmälert.
Hauptgrund für die steigenden Preise sind die hohen Kosten für Energie, allen voran Öl, Gas und Kraftstoffe, ausgelöst durch den Irankrieg der USA und Israels. Inzwischen häufen sich zudem die Berichte, dass die beiden Staaten den Iran nach den Zwischenwahlen in den USA am Dienstag wieder verstärkt attackieren könnten. Die Folge wären weiter steigende Öl- und Gaspreise, weil der Iran seinerseits Schiffe und Energieanlagen am Golf beschießen könnte.
Die Nervosität lässt den Ölpreis schon am Freitag steigen. Der Brent-Markt wechselt zum Monatsende auf einen neuen Future für den übernächsten Monat, sodass sich leichte Preisdifferenzen ergeben. Ein Barrel der Referenzsorte zur Lieferung im Januar kostet mit 113,16 Dollar gut zwei Prozent mehr als am Vortag. Die US-Sorte WTI zur Abnahme im Dezember kostet mit 103,77 Dollar pro Barrel ebenfalls knapp zwei Prozent mehr.
Weitere Einzelwerte im Fokus
Ölkonzerne: Wie schon im Vorquartal bescheren die hohen Ölpreise den Energiekonzernen massive Gewinne. In den USA profitieren davon etwa Chevron und Exxon, die beide noch mehr verdienten als erwartet. Chevron-Aktien gewinnen rund 1,3 Prozent, Exxon-Papiere etwa zwei Prozent.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Weitere Volatilität bei Ölpreisen bei Eskalation am Golf.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wie reagieren die Märkte nach den US-Zwischenwahlen?
- Werden die KI-Investitionen langfristig profitabel?






