US-Börsen: US-Börsen starten uneinheitlich – KI‑Euphorie lässt nach
Nach der Euphorie über den geplanten Anthropic-Börsengang lässt die Dynamik an den US-Märkten nach; Anleger warten auf Quartalsberichte und Zinsentscheidungen.
Quick Look
- Die US-Börsen zeigen sich zum Handelsstart uneinheitlich.
- Anleger fokussieren sich auf anstehende Quartalszahlen großer Tech-Konzerne, die Zinspolitik der Fed und geopolitische Spannungen im Nahen Osten, während der IPO-Prozess von Anthropic weiter voranschreitet.
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Why It Matters
Anthropic hat den Börsenprospekt eingereicht, um an der Nasdaq unter dem Kürzel ANT zu listen. Die Fed und EZB stehen kurz vor Zinsentscheidungen.
Die Begeisterung, die auf den geplanten Börsengang von Anthropic folgte, verliert am Dienstag etwas an Schwung. Die US-Börsen starten durchmischt in den Handel.
Der Dow Jones der Standardwerte öffnet nahezu unverändert bei 52.277 Punkten.
Der breiter gestreute S&P 500 notiert nahezu unverändert bei 7639 Zählern.
Die Technologiebörse Nasdaq gewinnt etwa 0,5 Prozent auf 26.026 Punkte.
Der Nasdaq 100, der die 100 größten Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung abbildet, startet rund 0,5 Prozent im Plus bei 29.051 Zählern.
Die Anlegerinnen und Anleger blicken gespannt auf anstehende Unternehmenszahlen, die bevorstehende Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed) und die Spannungen im Nahen Osten.
Die Fed entscheidet am Mittwoch über das Zinsniveau, die Europäische Zentralbank folgt am Donnerstag. Zinsschritte erwarten Marktteilnehmer von beiden Notenbanken zwar nicht, doch die Worte der Währungshüter werden an den Märkten sehr genau verfolgt.
Daniela Hathorn, Marktanalystin bei capital.com sagt, die Märkte reagierten besonders sensibel auf die Möglichkeit, dass erhöhte Energiepreise und die anhaltende Inflation die Notenbanken dazu zwingen könnten, ihre restriktive Geldpolitik beizubehalten. Für Aktien sei die Unterscheidung zunehmend wichtiger, ob höhere Renditen auf wirtschaftliche Widerstandskraft zurückgehen oder auf Inflation und fiskalische Sorgen.
Ersteres könne Unternehmensgewinne stützen. Letzteres drohe die Bewertungen weiter unter Druck zu setzen, sagt Hathorn.
Die Bilanzsaison in den USA ist angelaufen. Am heutigen Dienstag legen unter anderem die US-Unternehmen PayPal, Coca-Cola und United Parcel Service Inc. ihre Zahlen vor. Positive Ergebnisse von Unternehmen wie United Parcel Service Inc. und Coca-Cola Co. tragen zur Aufhellung der Marktstimmung bei. Die Aktien von UPS legen zum Börsenstart etwa ein Prozent zu. Die Papiere von Coca-Cola bleiben unverändert. Zuvor hatten beide Unternehmen ihre Umsatzprognosen für das Gesamtjahr angehoben.
Auch der US-Zahlungsdienstleister PayPal hat nach einem überraschend hohen Quartalsgewinn seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Die Aktie steigt leicht um rund 0,3 Prozent.
Ebenso wichtig für die Anlegerinnen und Anleger sind die Zahlen der großen US‑Techkonzerne. Microsoft, Alphabet und Amazon legen in dieser Woche ihre Quartalsberichte vor. „Investoren achten zunehmend darauf, ob die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur in nachhaltiges Umsatzwachstum und Profitabilität übergehen“, sagt Hathorn.
Der geplante Börsengang von Anthropic nimmt immer mehr Gestalt an. Der KI-Entwickler reichte am Montag bei der US-Börsenaufsicht seinen lang erwarteten Börsenprospekt ein. Das Unternehmen plant demnach, an der US-Technologiebörse Nasdaq unter dem Kürzel „ANT“ gelistet zu werden.
Das Börsendebüt (IPO) wird spätestens bis Jahresende erwartet. Ein konkretes Datum nennt der Prospekt nicht, ebenso nicht die angestrebte Bewertung. Erwartet wird, dass diese auf einem ähnlichen Niveau liegen könnte wie die der Raumfahrtfirma SpaceX. Das Unternehmen von Elon Musk war im Juni zu einer Rekordbewertung von 1,77 Billionen Dollar an die Börse gegangen. Anthropic äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht dazu.
Der Börsengang von Anthropic ist ein wichtiger Stimmungstest für den gesamten KI‑Markt.
Geopolitik bleibt ein weiterer wichtiger Unsicherheitsfaktor. Nach einem kleinen Anstieg geht der Ölpreis am Dienstagnachmittag wieder leicht nach unten. Die Nordseesorte Brent mit einer Lieferung im Dezember verbilligt sich um rund ein Prozent auf 114,67 Dollar pro Barrel (159 Liter).
Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan hatten am Montag in Teheran Gespräche mit iranischen Vertretern geführt, um die Spannungen im Nahen Osten abzubauen. Die vier Länder vereinbarten, die Gespräche fortzusetzen, wie iranische Staatsmedien berichteten. Die Lage bleibt jedoch angesichts neuer Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen auf den wichtigen Ölproduzenten Saudi-Arabien fragil.
Microsoft: Der Konzern wird etwa 60.000 Mitarbeitern Abfindungen anbieten, als Teil der Bemühungen des Unternehmens, Kosten zu senken und seine Belegschaft für das KI-Zeitalter neu auszurichten. Die Papiere verharren vorerst unverändert.
Apple: Das iPhone Duo, eines der größten neuen Produkte von Apple seit Jahren, zieht eine wachsende Anzahl von Beschwerden von Kunden an, die berichten, dass das faltbare Display bereits nach wenigen Stunden oder Tagen der Nutzung Risse aufweist. Die Papiere notieren zum Handelsstart dennoch kaum verändert.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Fed Zinsentscheidung am Mittwoch
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Open Questions
- Wann genau erfolgt der Börsengang von Anthropic?
- Wie hoch wird die angestrebte Bewertung von Anthropic sein?







