
Die US-Inflationsdaten für August liegen bei 3,4 Prozent. Nach der Veröffentlichung stieg die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve auf fast 90 Prozent.
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Die US-Notenbank strebt ein Inflationsziel von zwei Prozent an. Der Leitzins liegt aktuell in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent.
Die Preise in den USA steigen weiter deutlich schneller als von der Notenbank gewünscht. Die neuen Daten lassen die Anleiherenditen kurzzeitig über eine historische Marke steigen.
Düsseldorf. Die Preise in den USA sind im August auf Jahressicht um 3,4 Prozent gestiegen. Das teilte das Bureau of Labor Statistics am Freitag mit. Fachleute hatten diesen Wert erwartet. Im Juli hatte die Teuerung ebenfalls 3,4 Prozent betragen, im Juni lag die Rate noch bei 3,5 Prozent.
Die für die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) besonders relevante Kerninflation, die volatilere Preise für Energie und Lebensmittel ausklammert, betrug 2,4 Prozent. Expertinnen und Experten hatten diesen Wert ebenfalls erwartet, nach 2,5 und 2,6 Prozent in den beiden Vormonaten. Einzig der Anstieg der Kerninflation zwischen Juli und August war mit 0,3 Prozent leicht höher als die erwarteten 0,2 Prozent.
Nach der Meldung stiegen die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen kurzzeitig auf mehr als fünf Prozent, fielen wenige Augenblicke danach aber wieder auf rund 4,95 Prozent und lagen damit auf ihrem Ausgangsniveau.
Die Inflationszahlen sind der letzte wichtige Datenpunkt vor dem nächsten Fed-Zinsentscheid am kommenden Mittwoch. Ralf Umlauf, Ökonom bei der Helaba, sieht die Erwartungen des Marktes bestätigt: „Alles in allem fallen die Zahlen kaum höher aus, als vom Konsens erwartet. Die Zinserhöhungserhöhungserwartungen bezüglich der Fed-Sitzung in der kommenden Woche dürften dennoch unterstützt bleiben.“
Die Märkte waren sich bis zuletzt nicht sicher, wie die Notenbank entscheiden wird. Vor Bekanntgabe der Inflationsdaten rechneten rund 70 Prozent mit einem Zinsschritt nach oben, während 30 Prozent keine Veränderung erwarteten. Nach der Veröffentlichung stieg die Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung auf fast 90 Prozent. Der Leitzins liegt aktuell in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent.
Allerdings waren die Erwartungen in den vergangenen Wochen deutlich volatiler als sonst. Dafür gibt es mehrere Gründe: Erstens hält sich der neue Fed-Chef Kevin Warsh mit Äußerungen zu seinen geldpolitischen Erwägungen deutlich zurück, im Gegensatz zu seinen Vorgängerinnen und Vorgängern. An den Märkten gilt daher als weniger vorhersehbar, wie Warsh je nach Datenlage argumentieren würde.
Zuletzt hatten sich außerdem mehrere andere Notenbanker, die im entscheidenden Gremium der Fed über die Zinsen befinden, offen für Zinserhöhungen gezeigt. Ebenso wurden Warshs – wenngleich verhaltene – Äußerungen mehrheitlich so interpretiert. Auch er würde offenbar Zinserhöhungen ins Auge fassen, falls sich die Teuerung nicht sichtbar auf das Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank zubewegt.
Zweitens wirken sich die jüngsten Ausschläge an den Energiemärkten auch auf die Inflations- und damit auf die Zinserwartungen aus. Der Anstieg des Rohölpreises auf deutlich über 100 Dollar pro Barrel hat das Potenzial, die Teuerung deutlich länger über dem Zielniveau der Fed zu halten.
Tendenziell für eine Zinserhöhung sprechen auch die überraschend starken Arbeitsmarktdaten aus der vergangenen Woche. Hohe Jobzuwächse signalisieren, dass die Konjunktur einen höheren Zins verkraften könnte, ohne zu sehr ausgebremst zu werden. Die Fed soll mit ihrem dualen Mandat für stabile Preise und Vollbeschäftigung sorgen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstag bereits ihren Leitzins von 2,25 auf 2,5 Prozent erhöht. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte dabei erklärt, dass sie mit einer stärkeren und länger anhaltenden Teuerung als noch vor wenigen Monaten rechne.
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Fed-Zinsentscheid am kommenden Mittwoch
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