+++ US-Midterms +++: Nur 43 Stimmen Differenz: Wahlausgang in Mississippi noch völlig offen
Erdrutschartiger Wahlerfolg für die Demokraten bei den US-Midterms: Mehrheiten im Repräsentantenhaus und Senat erobert, zahlreiche Gouverneursämter gewonnen.
Quick Look
- Bei den US-Zwischenwahlen haben die Demokraten historische Erfolge erzielt.
- Sie eroberten die Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus von den Republikanern und gewannen zahlreiche Gouverneursposten.
AI-generated summary
Why It Matters
In den USA fanden Zwischenwahlen (Midterms) zur Halbzeit der Amtsperiode von Präsident Donald Trump statt.
Nur 43 Stimmen Differenz: Wahlausgang in Mississippi noch völlig offen
Fast alle Senatswahlen sind ausgezählt, doch im US-Bundesstaat Mississippi steht im Laufe des Donnerstags noch ein wahrer Wahlkrimi bevor. Der demokratische Bewerber Scott Colom liegt 43 Stimmen vor Cindy Hyde-Smith, der republikanischen Amtsinhaberin. Etwa 96 Prozent der Stimmen sind bereits ausgezählt, ab dem Vormittag (Ortszeit) dürften weitere Stimmen hinzukommen. Keine der Fernsehsender oder Nachrichtenagenturen legt sicher derzeit auf einen wahrscheinlichen Ausgang fest.
Dabei ist schon dieser Zwischenstand äußerst überraschend: Dem demokratischen Kandidaten wurden im Vorfeld der Wahl nur äußerst geringe Chancen eingeräumt. Sollte er tatsächlich gewinnen, wäre das eine der größten Überraschungen der gesamten Midterms.
AfD-Politiker Baumann macht Trump für Wahldebakel der Republikaner verantwortlich
Handelsblatt-Reporter Dietmar Neuerer berichtet:
Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, hat US-Präsident Donald Trump für das Debakel der Republikaner bei den Zwischenwahlen verantwortlich gemacht. „Als Präsident machte er unnötige Fehler“, sagte Baumann dem Handelsblatt.
Konkret nannte der AfD-Politiker die Importzölle, die die Inflation nach oben getrieben hätten. Das „Weiterschwelen des Irankonflikts samt Blockade der Straße von Hormus“ habe die Energiepreise noch zusätzlich getrieben. Um die Inflation zu bekämpfen, habe die US-Notenbank die Zinsen erhöht. „Alles zusammen ein Umfeld, dass viele Wähler persönlich stark traf und enttäuschte“, sagte Baumann.
Der AfD-Abgeordnete setzt bereits auf die Zeit nach Trump. Da er als Präsident nicht wieder antreten könne, „hoffen wir auf einen fähigen republikanischen Nachfolger, der die anti-woken Mehrheiten in USA wieder besser politisch bedient“, sagte Baumann. Trump sei gewählt worden, weil die Mehrheit der US-Wähler „ein Ende der woken Establishment-Vormacht“ gewollt habe. „Das verbindet uns mit ihm.“
Demokraten erstmals wieder mit der Mehrheit der Gouverneursposten
Erstmals seit rund 15 Jahren stellen die Demokraten Hochrechnungen zufolge wieder die Mehrheit der Gouverneure in den USA. Mindestens 26 der insgesamt 50 Gouverneursposten des Landes werden künftig von Demokraten besetzt, mindestens 20 von Republikanern. Die restlichen Rennen waren zunächst noch nicht entschieden. Vor den Midterms hatten 26 Bundesstaaten einen republikanischen Gouverneur oder eine Gouverneurin, in 24 Bundesstaaten waren es Demokraten.
In 36 der 50 Bundesstaaten stand der Gouverneursposten bei den Parlamentswahlen auf dem Wahlzettel. Sechs demokratische und acht republikanische Gouverneure standen diesmal nicht zur Wahl. Die Demokraten konnten mindestens vier Gouverneursposten erobern – mit Keisha Lance Bottoms in Georgia, Rob Sand in Iowa, Gina Hinojosa in Texas und Amy Acton in Ohio.
Pistorius gratuliert US-Demokraten zu „historischem Sieg“
In den USA fanden die Zwischenwahlen zur Halbzeit der aktuellen vierjährigen Amtsperiode von Präsident Donald Trump statt. Im Mittelpunkt standen das Repräsentantenhaus und der Senat. Daneben fanden zahlreiche Abstimmungen auf Bundesstaats- und Kommunalebene statt. Es folgt ein Ticker mit wichtigen Entwicklungen rund um die Wahlen:
Republikaner verteidigen Senatssitze in Montana und Idaho
Auch in den Republikaner-Hochburgen im Westen der USA wurde das Rennen um die Sitze im Senat knapp. Am Mittwochmorgen steht allerdings fest: Sowohl in Montana als auch in Idaho konnte sich der republikanische Kandidat gegen einen unabhängigen Kandidaten durchsetzen.
El-Sayed gewinnt Michigan und wird erster muslimischer Senator der US-Geschichte
Im umkämpften Bundesstaat Michigan haben die Demokraten bei der Wahl zum US-Senat Hochrechnungen zufolge ihren Sitz verteidigt. Ihr linker Kandidat Abdul El-Sayed entschied die Wahl für sich und wird der erste muslimische Senator der Vereinigten Staaten, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen meldete.
Trump gratuliert Demokraten zum Wahlsieg
Nach der eindeutigen Niederlage bei den Midterms in den USA hat Präsident Donald Trump den Demokraten zum Sieg gratuliert. „Nun, ich sage Folgendes: Herzlichen Glückwunsch an die Demokraten. Sie haben gute Arbeit geleistet“, sagte Trump dem Sender Fox News. Die Demokraten hätten lange auf diesen Moment hingearbeitet.
Als persönliche Niederlage sah Trump die Schlappe bei den Midterms allerdings nicht an. „Ich stand nicht auf dem Wahlzettel“, sagte er.
Trump: Sender Fox News für Niederlagen mitverantwortlich
US-Präsident Donald Trump hat den Sender Fox News mitverantwortlich für die herbe Niederlage der Republikaner bei den Midterms gemacht. Der Sender trage Verantwortung, weil er ständig Demokraten „und Schlimmeres“ in den Fokus stelle, meinte er auf seiner Plattform Truth Social.
Der Sender Fox News gilt als konservativ und räumt dem Präsidenten wesentlich mehr Sendezeit ein als andere große US-Sender. Über demokratische Kandidaten in entscheidenden Senatsrennen hatte er vor der Wahl überwiegend negativ berichtet.
Demokratin Haaland als erste indigene Frau zur Gouverneurin gewählt
Die Demokratin Deb Haaland ist Hochrechnungen zufolge als erste indigene Frau in der Geschichte der USA zur Gouverneurin gewählt worden. Haaland setzte sich im Bundesstaat New Mexico gegen den Republikaner Gregg Hull durch, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen berichtete. Ihr Wahlsieg war in Umfragen vorhergesagt worden.
Die 1960 geborene Haaland war zuvor unter anderem zwischen 2021 und 2025 Innenministerin unter US-Präsident Joe Biden - und hatte damit als erste indigene Frau einen Ministerposten in den USA bekleidet.
Demokraten gewinnen auch in Maine und erobern siebten Senatssitz von den Republikanern
Auch in Maine konnten die Demokraten sich durchsetzen. Troy Jackson setzte sich gegen Susan Collins durch. Die Republikanerin war als Favoritin und Amtsinhaberin in das Rennen gestartet. Maine ist der siebte Staat, den die Demokraten den Republikanern abnehmen. Vier hätten für eine Mehrheit im Senat gereicht.
Paxton gratuliert Demokrat Talarico zum Wahlsieg in Texas
Der unterlegene republikanische Senatskandidat Ken Paxton hat seinem demokratischen Konkurrenten James Talarico zum Sieg bei der Zwischenwahl im US-Bundesstaat Texas gratuliert. Er werde für Talarico beten und hoffe, dass dieser sich gut für Texas und die USA einsetzen werde, sagte Paxton kurz nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses. Zugleich räumte Paxton die Verluste der Republikaner bei den Zwischenwahlen in anderen Teilen des Landes aus. „Wir haben heute landesweit einen schwierigen Abend erlebt, aber es ist noch nicht vorbei“, sagte er.
Demokrat Crowley wird erster schwarzer Gouverneur von Wisconsin
Der Demokrat David Crowley hat die Gouverneurswahl im US-Bundesstaat Wisconsin gewonnen und ist damit der erste schwarze Gouverneur in der 178-jährigen Geschichte des Bundesstaates. Er setzte sich gegen den Republikaner Tom Tiffany durch, der enge Verbindungen zu US-Präsident Donald Trump unterhält.
Demokraten erreichen Mehrheit im Senat
Die Demokraten haben die Mehrheit im Senat errungen. Josh Turek von den Demokraten hat den zur Wahl stehenden Senatssitz in Iowa gewonnen und damit einen weiteren Posten von den Republikanern gewonnen. Damit erreichen die Demokraten die erforderliche Mehrheit von 51 Sitzen im Senat. Nach dem Repräsentantenhaus verliert US-Präsident Donald Trump auch in der zweiten Kammer die Mehrheit.
Demokraten erobern Gouverneursämter in Texas und Iowa
Die Gouverneursämter in von den Republikanern gehaltenen US-Bundesstaaten Iowa und Texas sind bei den Zwischenwahlen an Demokraten gegangen. Der Demokrat Rob Sand setzte sich in Iowa gegen den republikanischen Herausforderer Zach Lahn durch, wie aus Daten der Nachrichtenagentur AP hervorgeht. Die Demokratin Gina Hinojosa gewann in Texas gegen Greg Abbott.
Demokraten erobern das erste Mal seit 1932 Senatssitz in Kansas
Der demokratische Kandidat Adam Hamilton hat das Rennen um den Senat in Kansas für sich entscheiden. Er setzte sich gegen Roger Marshall von den Republikanern durch. Seit 1932 hatte in Kansas immer der republikanische Kandidat gewonnen. Damit haben die Demokraten 50 Sitze im Senat sicher. Der nächste Staat, der an die Demokraten fällt, ist gleichbedeutend mit der Mehrheit im Senat.
Trump: Werde Wahlergebnisse anerkennen
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Ergebnisse der Kongresswahlen anzuerkennen. „Wir werden mit den Demokraten zusammenarbeiten, und wir freuen uns schon darauf. Wir werden wahrscheinlich eine Lösung finden“, sagte er der „New York Times“.
Demokraten gewinnen laut CNN auch Senatssitz in Ohio
Das Rennen um den Senatssitz in Ohio war lange eng. Nach knapp 90 Prozent der ausgezählten Stimmen liegt der demokratische Kandidat Sherrod Brown CNN zufolge uneinholbar vorne. Ohio ist damit der vierte Staat, in dem die Demokraten den Senatssitz von den Republikanern gewinnen.
CNN: Demokrat James Talarico erobert Senatssitz in Texas
Der demokratische Kandidat James Talarico hat dem US-Sender CNN zufolge den Senatssitz von den Republikanern erobert. Er setzte sich gegen den Republikaner Ken Paxton durch. Texas ist der dritte Staat, den die Demokraten zurückerobern – zuletzt hatten sie hier 1988 gewonnen. Damit fehlt nur noch ein Sitz, damit auch der Senat an die Demokraten geht.
Republikanischer Vorsitzender des Repräsentantenhauses wiedergewählt
Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, ist wiedergewählt worden. Er setzte sich in seinem Wahlkreis in Louisiana klar gegen mehrere Herausforderer durch, wie aus Daten der Nachrichtenagentur AP hervorging.
Demokraten erobern republikanischen Kongresssitz in New Jersey
Die Demokratin Rebecca Bennett hat im US-Bundesstaat New Jersey den republikanischen Kongressabgeordneten Tom Kean abgelöst. Die frühere Hubschrauberpilotin der US-Marine setzte sich gegen den Abgeordneten durch, der bereits zwei Amtszeiten im Repräsentantenhaus saß, wie aus Daten der Nachrichtenagentur AP hervorgeht. Der Wahlbezirk hatte bei den beiden vorangegangenen Zwischenwahlen jeweils die Partei gewechselt und galt deshalb auch diesmal als umkämpft.
Kean hatte in diesem Jahr wegen einer Behandlung seiner Depression vier Monate lang an keinen Abstimmungen im US-Kongress teilgenommen. Die Diagnose hatte er erst nach seiner Rückkehr öffentlich gemacht.
Demokratin Andrews gewinnt überraschend Senatssitz in South Carolina
Die Republikaner haben im US-Bundesstaat South Carolina Hochrechnungen zufolge einen weiteren Senatssitz an die Demokraten verloren. Die von Präsident Donald Trump unterstützte Kandidatin Darline Graham Nordone unterlag bei der Parlamentswahl der Demokratin Annie Andrews, wie die Sender NBC News und CBS News auf Grundlage von Stimmauszählungen und Wählerbefragungen berichteten. Graham Nordone ist die Schwester des im Sommer gestorbenen Senators Lindsey Graham.
Vor der Wahl hatte die Republikanerin in den Umfragen noch vorne gelegen. Dass auch hier die demokratische Kandidatin den Senatssitz erobert, war vorher als eher unwahrscheinlich eingestuft worden.
Demokraten erobern Mehrheit im US-Repräsentantenhaus
Bei den US-Kongresswahlen werden die Demokraten einer Prognose von CNN zufolge die Mehrheit im Repräsentantenhaus erobern. Damit folgt der US-Sender in der Nacht auf Mittwoch dem Datenanbieter Decision Desk HQ. Auch NBC meldet den Sieg der Demokraten in der Parlamentskammer.
New Yorks Bürgermeister Mamdani – Arbeit der Demokraten beginnt jetzt
Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani hat die Demokraten nach den Zwischenwahlen dazu aufgerufen, ihre politischen Vorhaben umzusetzen. „Gemeinsam haben wir die Möglichkeit, zu beweisen, dass die Demokraten Ergebnisse liefern können. Dass sie eine Alternative zu den leeren Versprechen und dem anhaltenden Verrat der Rechten bieten können“, sagte Mamdani bei einer Wahlparty in Manhattan.
Während Mamdani seine Rede hielt, verkündete die Nachrichtenagentur AP den Wahlsieg der demokratischen Gouverneurin Kathy Hochul in New York. „Die Arbeit, die wir hier auf den Straßen von New York City begonnen haben, wird heute Abend im ganzen Land fortgesetzt“, sagte Mamdani.
Medien: Demokratin erobert in New Jersey Sitz im Repräsentantenhaus
Die Demokratin Rebecca Bennett hat Medienberichten zufolge im Bundesstaat New Jersey einen von den Republikanern gehaltenen Sitz im Repräsentantenhaus erobert. Die ehemalige Hubschrauberpilotin der US-Marine besiegte den Abgeordneten Tom Kean.
Kean hatte das zuvor von den Demokraten gehaltene Mandat 2022 gewonnen. Er verschwand im Wahljahr jedoch monatelang aus der Öffentlichkeit, bevor er in diesem Sommer seine Depressionserkrankung bekannt machte. Die Demokraten müssen landesweit unter dem Strich vier Sitze hinzugewinnen, um das Repräsentantenhaus zu übernehmen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Demokraten übernehmen Mehrheit im Senat und Repräsentantenhaus.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie geht der knappe Ausgang in Mississippi final aus?
- Wie wird die Zusammenarbeit zwischen dem Kongress und Präsident Trump verlaufen?





