
Wie die Familie Trump durch Kryptowährungen Milliarden verdient und Vorwürfe über gekauften Zugang zum Weißen Haus aufkommen.
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Donald Trump hat seit seinem Amtsantritt 2025 ein umfangreiches Krypto-Netzwerk aufgebaut, das eng mit seiner Familie und politischen Entscheidungen verknüpft ist.
Berlin, Düsseldorf. Der Zugang zum Weißen Haus lässt sich kaufen. Das zeigt etwa das Memecoin-Dinner. US-Präsident Donald Trump hat dazu im Mai 2025 die 220 Menschen mit den größten Positionen an seiner eigenen und nach ihm benannten Kryptowährung eingeladen.
Viele Gäste blieben anonym, von manchen sind nur Pseudonyme bekannt. Wer die 25 größten Positionen hielt, wurde mit einem VIP-Zugang belohnt, 19 von ihnen kamen aus dem Ausland.
Dabei fielen die Einnahmen aus dem Memecoin‑Dinner im Vergleich zu anderen Kryptodeals aus der Familie Trump gering aus. Vor allem zwei Projekte haben dem US‑Präsidenten Gewinne in dreistelliger Millionenhöhe eingebracht. Das Handelsblatt zeigt kurz vor den US-Zwischenwahlen am 3. November, wie Trumps Krypto-Netzwerk funktioniert – und wer versucht, sich Einfluss beim US-Präsidenten zu erkaufen.
In der breiten Öffentlichkeit wurden in den vergangenen Monaten vor allem moralisch fragwürdige Vorgänge der Einflussnahme diskutiert: etwa juristische Vergleiche zwischen Unternehmen und Trump, das Geschenk eines Flugzeugs aus Katar oder die Multi‑Millionen‑Gage von Amazon an First Lady Melania Trump für die ihr gewidmete Dokumentation auf Amazon Prime.
Im Vergleich der Einnahmen waren die Krypto-Projekte für den US-Präsidenten jedoch weitaus einträglicher. Für ihn sind zwei Währungen zentral: der „Governance Token“ WLFI und der Stablecoin USD1. Die Trump-Familie hält über ein Netzwerk Anteile an der Firma World Liberty Financial Inc. Diese emittiert und verkauft sowohl den WLFI- als auch den USD1-Coin.
Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, deren Wert an einen Referenzwert wie den US-Dollar gekoppelt ist. Das soll starke Preisschwankungen vermeiden. Zudem sind Trump und die First Lady Melania an den Kryptowährungen „$Trump“ und „$Melania“ beteiligt. Summiert nahmen sie mit den Kryptogeschäften Milliardensummen ein.
Hinzu kommt, dass Trump weitere unverkaufte Krypto‑Assets im Wert von 570 Millionen Dollar (WLFI‑Coin) und 240 Millionen Dollar (USD1‑Stablecoin) hält. Laut der bislang jüngsten Schätzung von „Forbes“ im März 2026 stieg sein Vermögen mittlerweile auf 6,5 Milliarden Dollar – 1,4 Milliarden Dollar mehr als noch ein Jahr zuvor zu Amtsantritt. Der Anstieg basiert hauptsächlich auf den Einnahmen aus seinen Blockchain‑Geschäften.
Teil dieser Bereicherung im Amt sind zahllose Deals, die der US‑Präsident mit Unternehmern und Politikern abschließt – und teils über sein Kryptonetzwerk abwickelt. Zu den Nutznießern von Trumps Kryptonetzwerk zählen aber auch eine ausländische Regierung sowie verurteilte Straftäter und solche, gegen die Ermittlungen liefen.
Da für Außenstehende nicht ersichtlich ist, wer hinter den Käufen der Coins aus dem Netzwerk der Trump-Familie steht, lassen sich Deals leicht verschleiern. So könnten Akteure wie fremde Staaten, Konzerne oder Privatpersonen dem US‑Präsidenten Geld zukommen lassen, ohne es öffentlich anzeigen zu müssen. Nur in wenigen Fällen ließen sich bislang solche Zahlungen belegen, die an Gefälligkeiten oder handfeste Vorteile geknüpft waren.
Vorwürfe möglicher Interessenkonflikte hat der US-Präsident wiederholt zurückgewiesen. So sagte er im Juli etwa dem Sender CNBC, an seinen Kryptogeschäften sei nichts verboten. Er habe keine Kenntnis über seine eigenen Investitionen, sagte Trump. Seine Kinder, vor allem Sohn Eric, regelten seine Finanzangelegenheiten, und er rede nicht mit ihm darüber. Aber: „Es ist nichts Illegales daran, da ist nichts falsch damit. Ich könnte davon wissen.“
Jedoch legen Fälle aus der Vergangenheit den Verdacht nahe, dass auf öffentlich bekannt gewordene Kryptozahlungen zeitnah persönliche Gefälligkeiten folgten. Die US‑Börsenaufsicht SEC hatte etwa gegen den Kryptounternehmer Justin Sun ermittelt. Sie warf ihm illegalen Token‑Verkauf, künstlich aufgeblähte Handelsvolumina und verschleierte Werbung durch Prominente vor.
Sun investierte 75 Millionen Dollar in den WLFI‑Coin. Zudem erklärte er sich bereit, zehn Millionen Dollar Strafe an den US‑Fiskus zu zahlen. Daraufhin stellte die SEC das Verfahren ein. Ob zwischen der Investition und dem eingestellten Verfahren ein Zusammenhang besteht, ist nicht bewiesen.
Auch ein Verfahren gegen Binance, die weltweit größte Kryptobörse, stellte die SEC frühzeitig ein. Es ging um illegalen Geschäftsbetrieb in den USA und die Vermischung von Kundengeldern. Die Behörde beendete das Verfahren kurz nachdem sie den Stablecoin der Trump‑Familie auf der eigenen Plattform gelistet hatte.
Seit Trumps Amtsantritt 2025 wurden auch gegen weitere Akteure aus der Kryptoszene SEC-Untersuchungen eingestellt oder Klagen fallen gelassen, darunter Ripple, Robinhood und Coinbase. Alle drei hatten im Wahlkampf an Trump gespendet, Ripple etwa 4,9 Millionen Dollar.
Ripple ist ein Blockchain-Anbieter, der die Infrastruktur für Banken und Finanzdienstleister bereitstellt. Robinhood ist ein Neobroker, über den auch Kryptowährungen gehandelt werden. Coinbase ist eine der weltweit größten Plattformen für Kryptohandel.
Kryptounternehmen profitieren zudem davon, dass Trump den Handel mit Digitalwährungen auch regulatorisch vorantreibt: Der Stablecoin-Emittent Circle teilte mit, der eigene Börsengang sei nur aufgrund der aktiven Unterstützung der Trump-Regierung für den Kryptosektor möglich gewesen.
Zu den Profiteuren gehört auch die Finanzplattform Ondo, die eine Million Dollar an Trump vor dessen Amtsantritt gespendet hatte. Einen Monat nach Amtseinführung hatten Ondo und World Liberty Financial eine Kooperation verkündet. Zuvor hatte WLFI für mehrere Hunderttausend Dollar das Token von Ondo gekauft, dessen Kurs daraufhin zwischenzeitlich stieg.
Und die „New York Times“ berichtete, dass Ondo als Gegenleistung für die Millionenspende Einladungen zu exklusiven Abendessen mit Regierungsmitgliedern erhielt und wenig später Trumps Sohn Donald Jr. bei einer von Ondo organisierten Konferenz auftrat.
Die geschilderten Fälle stehen jedoch nur exemplarisch für die Verstrickungen der Trump-Familie. Um das Ausmaß der Einflussnahmen zu verdeutlichen, zeigt die folgende Chronik eine Auswahl von einschlägigen Fällen, die eine Einflussnahme bei US-Präsident Trump und seiner Familie aus den vergangenen Jahren nahelegt.
Eine weitere Zahl verdeutlicht das Ausmaß: Allein in den ersten fünfzehn Monaten seiner Präsidentschaft verfügte Trump über etwa 1600 Begnadigungen – in seiner gesamten ersten Amtszeit waren es 250 gewesen. Personen, die ihm nahestehen, versprach der Präsident Medienberichten zufolge außerdem, sie vor Ende seiner Amtszeit 2029 zu begnadigen.

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