US-Sondergesandte Witkoff und Kushner zu Friedensgesprächen in Moskau eingetroffen
Die US-Unterhändler reisen nach Moskau und Kiew, um einen Vorschlag zur Beendigung des Ukraine-Krieges zu unterbreiten.
Quick Look
- Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sind in Moskau eingetroffen, um über ein Ende des Ukraine-Krieges zu verhandeln.
- Ein Besuch in Kiew ist für Sonntag geplant.
- Die USA fordern gegenseitige Sicherheitsgarantien für die Dauer der Reise.
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Why It Matters
Die US-Gesandten Witkoff und Kushner vermitteln seit 2025 im Ukraine-Konflikt. Moskau fordert den Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Donbass.
New York. Die US-Sondergesandten für den Krieg in der Ukraine, Steve Witkoff und Jared Kushner, sind Medienberichten zufolge am Flughafen Moskau gelandet. Ein Konvoi mit den Vermittlern verließ am Samstagmittag den Flughafen und fuhr Richtung Moskauer Innenstadt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
Auch Kirill Dmitrijew, der Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin und Leiter des Russian Direct Investment Fund, des staatlichen russischen Anlagefonds, sei in dem Autokorso unterwegs. Zuvor hatten bereits die staatlichen russischen Nachrichtenagenturen Interfax und Tass von der Ankunft der US-Gesandten berichtet.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen Besuch von Witkoff und Kushner am Sonntag in Kiew angekündigt. Es sei besprochen worden, dass die beiden erst Moskau besuchen und am Sonntag nach Kiew reisen werden, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Die Ukraine bereite sich darauf vor.
US-Präsident Donald Trump hat die Reisepläne seiner Unterhändler nach Russland und in die Ukraine bestätigt. „Sie bringen einen Vorschlag mit, um den Krieg zu beenden“, sagte Trump am Freitag – auch in diesem Fall, ohne ins Detail zu gehen. „Wir haben sie dorthin geschickt, um zu prüfen, ob wir etwas erreichen können.“ Die Reise solle bis Anfang kommender Woche dauern.
Wegen Sicherheitsbedenken war bis zuletzt nicht klar, ob die Reise der beiden Unterhändler stattfindet. Die US-Regierung forderte Insidern zufolge erst Garantien, dass die Ukraine während des Aufenthalts der Gesandten Moskau nicht angreife und Russland im Gegenzug Kiew verschone.
Selenskyj kündigte an, dass Kiew, „wie es bei vorherigen diplomatischen Besuchen der US-Seite war“, den normalen Betrieb des russischen Luftraums für den Besuch gewährleiste. Von ukrainischer Seite werde es keine Luftangriffe geben, Russland müsse spiegelbildlich reagieren, sagte er.
Zuvor hatte es bereits unbestätigte Berichte darüber gegeben, dass der US-Sondergesandte Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Trump, Kushner, planen sollen, am Samstag nach Moskau und am Sonntag nach Kiew zu reisen.
Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf mit den diplomatischen Bemühungen vertraute Beamte, es werde erwartet, dass die US-Vermittler zuerst Russlands Präsidenten Wladimir Putin und dann Selenskyj treffen würden. Demnach zogen sich Verhandlungen über die Reise wochenlang. Die USA hätten darauf bestanden, dass die Ukrainer ihre Drohnenangriffe auf Moskau und die russische Energieinfrastruktur vorübergehend einstellen, solange sich Witkoff und Kushner in Russland aufhalten. Die Russen müssten ihre Raketenangriffe auf Kiew stoppen, schrieb die Zeitung.
Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte am Nachmittag der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge auf die Frage, wann Witkoff und Kushner in Moskau erwartet würden, geantwortet: „Ich werde nichts ankündigen. Wenn diese Kontakte stattfinden, werden wir darüber informieren.“
Witkoff und Kushner sind in der Trump-Regierung für die Bemühungen um ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zuständig. In den vergangenen Monaten lagen die Gespräche allerdings auf Eis, weil Washington sein Augenmerk auf den Krieg gegen den Iran richtete.
Die US-Vermittler haben seit 2025 mehrmals Moskau besucht, waren aber für ihre Vermittlungsbemühungen noch nie in Kiew. Zuletzt waren sie im Januar in Moskau, wo sie den russischen Präsidenten Wladimir Putin trafen. Dessen außenpolitischer Berater Juri Uschakow bezeichnete die Gespräche danach als konstruktiv, sagte jedoch: „Eine langfristige Lösung ist nicht zu erwarten, solange die Gebietsfrage nicht gelöst ist.“ Moskau beharrt auf einem Rückzug der ukrainischen Truppen aus dem gesamten Donbass, den Russland völkerrechtswidrig annektiert, aber nur teilweise erobert hat.
Vor Ankündigung des Besuchs in Kiew traf nach ukrainischen Angaben eine russische Drohne das Hauptgebäude des ukrainischen Geheimdienstes SBU im Zentrum der Hauptstadt. „Die Drohne zielte direkt auf das Arbeitszimmer des SBU-Leiters in diesem Gebäude“, schrieb Selenskyj bei Telegram. Für den Geheimdienstchef hatte das offenbar keine Folgen: Er habe danach mit ihm über eine Reaktion auf die russischen Angriffe beraten, ließ Selenskyj wissen.
Bei der Attacke wurden nach Angaben der Stadtverwaltung mindestens zwölf Menschen verletzt. Das Dach des Gebäudes und die Außenwand wurden demnach beschädigt. In den sozialen Netzwerken kursierende Fotos zeigten ein Einschlagsloch im zweiten Stock des Seitenflügels. Der SBU bestätigte die Schäden und kündigte eine „schmerzhafte Antwort“ an.
Auch für die zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Sophienkathedrale hatte der Drohneneinschlag laut der Museumsverwaltung Folgen. Demnach zersplitterten in einem aus dem 18. Jahrhundert stammenden Verwaltungsgebäude die Fensterscheiben. Andere Gebäude des Museumskomplexes seien nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, hieß es. Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete den Angriff während eines neuen Anlaufs zur Wiederaufnahme von Friedensgesprächen als „erhebliche Eskalation“. Er forderte die UN-Kulturorganisation Unesco zu einer Reaktion auf.
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Besuch der US-Gesandten in Kiew am Sonntag
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Open Questions
- Welche konkreten Inhalte umfasst der US-Friedensvorschlag?
- Wird Russland den Waffenstillstand für den Kiew-Besuch einhalten?






