USA beenden Angriffe gegen Iran – Teheran droht mit Vergeltung
Quick Look
- Nach Angriffen auf drei Handelsschiffe beendet das US-Militär seine Attacken auf über 80 iranische Ziele.
- Teheran droht mit Vergeltung, während die Ölpreise steigen und Sanktionen wieder in Kraft treten.
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Why It Matters
Nach Angriffen auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus haben die USA Ziele im Iran angegriffen und Sanktionen wieder in Kraft gesetzt. Iran droht mit Vergeltung.
Liveblog Irankrieg :
Mehr 80 Ziele: USA beenden Angriffe – Teheran droht mit Vergeltung
08.07.2026, 04:21Lesezeit: 1 Min.
Ein Kampfjet manövriert auf dem Deck des Flugzeugträgers USS Dwight D. Eisenhower im Roten Meer.dpa
Nach Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus +++ Qatar bestellt Irans Vize-Botschafter ein +++ Bericht: Tanker droht nach Angriff nahe der Straße von Hormus zu explodieren +++ alle Entwicklungen im Liveblog
Sabrina Frangos
US-Militär beendet Angriffe gegen Iran – über 80 Ziele
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben über 80 Ziele in Iran angegriffen und seine Attacken mittlerweile beendet. Die Streitkräfte hätten unter anderem Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen sowie mehr als 60 Boote der Revolutionsgarden in oder nahe der Straße von Hormus getroffen, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom mit. Damit sei die Fähigkeit von Iran beeinträchtigt worden, den Schiffsverkehr in der Meerenge zu stören.
Das US-Militär stellte die Attacke als Reaktion auf iranische Angriffe auf drei Handelsschiffe dar. Centcom zufolge hatte Iran je ein Schiff unter Flagge der Marshallinseln, Liberias sowie Saudi-Arabiens angegriffen. Die US-Streitkräfte stünden weiterhin bereit, Iran bei Verstößen gegen das Rahmenabkommen zur Rechenschaft zu ziehen.
Eskalation im Nahen Osten treibt Ölpreis und belastet Aktien
Die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran hat am Mittwoch den Ölpreis in die Höhe getrieben und für Nervosität an den Finanzmärkten gesorgt. Nach US-Luftangriffen auf Ziele im Iran und der Wiedereinführung von Sanktionen gegen iranische Ölexporte fürchten Anleger eine Störung der Lieferketten im Nahen Osten. „Offensichtlich mag der Markt diese Angriffe nicht, aber es ist auch keine ausgewachsene Panik“, sagte Jason Wong, Stratege bei der Bank of New Zealand. Die Anfälligkeit des Marktes sei jedoch wegen der weltweit niedrigen Reserven hoch. Daten aus dieser Woche zeigten, dass die strategischen Ölreserven der USA auf den niedrigsten Stand seit 1983 gefallen sind. An den Aktienmärkten deuteten die Termingeschäfte auf eine schwächere Eröffnung in den USA hin.
Nach Tanker-Beschuss: USA greifen Iran „massiv“ an – Teheran droht mit Vergeltung
Nach dem Beschuss von drei Tankern im Bereich der Straße von Hormus hat die US-Armee nach eigenen Angaben neue „massive Angriffe“ auf Iran ausgeführt. Zudem setzte die Regierung in Washington am Dienstag die Ölsanktionen gegen Iran wieder in Kraft. Washington macht für den Beschuss der Tanker die Führung in Teheran verantwortlich. Diese drohte mit Vergeltung für die neuen US-Angriffe.
„Die iranische Aggression war ungerechtfertigt und gefährlich und stellte einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe dar“, hieß es in der Centcom-Erklärung mit Blick auf den Angriff auf drei Handelsschiffe vor der Küste Omans. Iran werde dafür „einen hohen Preis zahlen“.
Das US-Finanzministerium widerrief zudem eine Lizenz, die nach der Grundsatzeinigung zwischen beiden Ländern auf eine Waffenruhe Mitte Juni den Handel mit iranischem Erdöl vorläufig erlaubt hatte. Diese Sanktionslockerung sei aber „vollständig leistungsabhängig“, sagte ein US-Beamter. Iran werde die Vorteile nur bei „gutem Verhalten“ sehen.
Die neuen US-Angriffe galten offenbar vor allem Zielen an der Straße von Hormus. Iranische Medien berichteten von mehreren heftigen Explosionen in der Region. Unter anderem seien sechs Explosionen auf der Insel Qeshm zu hören gewesen und sieben in der Stadt Sirik, berichtete der Sender Irib. Zudem habe es Explosionen in der wichtigen Hafenstadt Bandar Abbas gegeben.
Die Führung in Teheran drohte unmittelbar nach den neuen Angriffen mit Vergeltung. „Iran spricht eine ernste Warnung vor den Folgen des Vertragsbruchs durch die USA aus“, hieß es in einer auf Telegram veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums. Der Iran werde „entschlossene Maßnahmen ergreifen, um seine Interessen und seine nationale Sicherheit zu schützen“.
Trotz der eigentlich geltenden Waffenruhe im Iran-Krieg waren in der Nacht zum Dienstag und am Dienstag im Bereich der Straße von Hormus drei Tanker kurz hintereinander angegriffen worden. Ein „unbekanntes Projektil“ habe einen Öltanker getroffen und einen Brand ausgelöst, teilte die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) mit. Wenig später seien zwei weitere Schiffe angegriffen worden.
Eines der Schiffe war ein Flüssigerdgas-Tanker aus Katar. Auch der Golfstaat machte Teheran verantwortlich und bestellte aus Protest gegen den „inakzeptablen“ Angriff den stellvertretenden iranischen Botschafter ein. Teheran sei aufgefordert worden, „unverzüglich alle Handlungen einzustellen, die die regionale Sicherheit untergraben“, erklärte das Außenministerium in Doha.
Die jüngsten Angriffe schürten erneut die Sorge um die Sicherheit der Schifffahrt in der für den Welthandel bedeutenden Straße von Hormus. Im Zuge des von den USA und Israel begonnenen Iran-Krieges hatte Teheran die Meerenge de facto für die Schifffahrt geschlossen, Schiffe wurden beschossen. Die USA blockierten ihrerseits iranische Häfen.
Seit der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran im vergangenen Monat hat der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wieder begonnen. Die genauen Regelungen zu der Meerenge sind einer der Streitpunkte zwischen Washington und Teheran für ein endgültiges Ende des Krieges.
Iran beharrt darauf, dass es keine Rückkehr zu den Regelungen vor dem Krieg geben werde, als die Meerenge ungehindert und kostenlos passiert werden konnte. Zudem hat Teheran Schiffe davor gewarnt, Routen außerhalb eines bestimmten Korridors entlang seiner Küste zu nutzen. Oman hatte einen vorübergehenden Korridor entlang seiner Küste vorgeschlagen, was Teheran ablehnte.
Weiterer Streitpunkt bei den andauernden Verhandlungen für ein endgültiges Ende des Krieges sind die gegen den Iran verhängten Wirtschaftssanktionen, deren Aufhebung Teheran fordert. Im Zuge des Waffenruhe-Abkommens hatte Washington eine Ausnahmeregel für die eigentlich geltenden Ölsanktionen gegen Teheran erlassen. Demnach sollte der Iran zumindest bis zum 21. August wieder Rohöl und verwandte Produkte fördern sowie ins Ausland verkaufen und liefern können. Diese Ausnahmeregel nahm das US-Finanzministerium nun wieder zurück.
An den Märkten sorgten die neuen Spannungen zwischen Washington und Teheran sofort für Nervosität: Der Ölpreis stieg zu Handelsbeginn in Asien um mehr als 2,5 Prozent.
Bericht: Angriffe des US-Militärs diesmal deutlich stärker
Das US-Militär hat bei seinen jüngsten Angriffen in Iran Medienberichten zufolge erneut Ziele im Süden des Landes ins Visier genommen. Unter anderem seien Systeme zur Luftabwehr, zur Küstenüberwachung sowie Drohnenstellungen attackiert worden, berichtete „Axios“ unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten. Die Angriffe seien vier oder fünf Mal stärker gewesen als Attacken vor rund anderthalb Wochen.
Iranische Medien berichteten in der Nacht von Explosionen in der Hafenstadt Sirik an der Straße von Hormus sowie auf der Insel Qeschm. Auch aus dem Bereich der Großstadt Bandar Abbas gab es iranische Berichte über Explosionen. Nach Angaben des iranischen Senders Press TV wurden mehrere Menschen verletzt.
Ein US-Beamter bezeichnete die Angriffe gegenüber dem US-Sender CNN als „Bestrafung“. Die Attacken würden demnach noch eine Weile andauern. Zuvor waren mehrere Tanker in der Straße von Hormus beziehungsweise nahe der strategisch wichtigen Meerenge getroffen worden. Der Golfstaat Katar machte Iran für einen Angriff auf einen Flüssiggas-Tanker verantwortlich.
Iran verurteilt amerikanische Angriffe
Iran hat die erneuten Angriffe der USA als Verstoß gegen das Rahmenabkommen verurteilt. Das Vorgehen der USA, Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft zu setzen sowie die daraufhin erfolgten Angriffe stellten einen „schwerwiegenden Verstoß“ gegen das Abkommen dar, schrieb der stellvertretende Außenminister Kasem Gharibabadi auf der Plattform X.
Mit dem abermaligem Angriff der USA auf Ziele in Iran wächst die Gefahr einer erneuten militärischen Eskalation in der Region. Nach wochenlangen Kämpfen zwischen den USA, Israel und Iran war erst im vergangenen Monat eine vorläufige Vereinbarung erreicht worden, die Raum für intensive Verhandlungen über ein Ende des Krieges schaffen sollte. Diese Gespräche stocken derzeit.
Laut iranischen Staatsmedien waren in der Nacht zum Mittwoch mehrere Explosionen rings um die Straße von Hormus zu hören. Unter anderem seien die Insel Qeshm und die Stadt Sirik betroffen, berichtete der Sender Irib.
Die Führung in Teheran drohte unmittelbar nach den neuen US-Angriffen mit Vergeltung. „Iran spricht eine ernste Warnung vor den Folgen des Vertragsbruchs durch die USA aus“, hieß es in einer auf Telegram veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums. Iran werde „entschlossene Maßnahmen ergreifen, um seine Interessen und seine nationale Sicherheit zu schützen“.
Robert Dikomeit
Brief aus dem Irankrieg
Unsere Autorin schreibt unter Pseudonym jede Woche Briefe aus Iran, in denen sie von ihrem Alltag berichtet. Sie erzählt, wie Teheran um Khamenei trauert, während Amerika seinen 250. Geburtstag feiert. Und sie beschreibt, was Freiheit für sie bedeutet in einem Land, in dem Wissen als Gefahr gilt und viele Türen verschlossen bleiben. Ihren Text lesen Sie hier:
Robert Dikomeit
Iran verurteilt US-Sanktionen gegen Ölverkäufe
Das iranische Außenministerium verurteilt die Entscheidung der USA, die vorübergehend ausgesetzten Sanktionen gegen iranische Ölexporte wieder in Kraft zu setzen. Dieser Schritt verstoße gegen das Islamabad-Memorandum zur Waffenruhe, teilt das Ministerium mit. Man mache Washington für die Folgen verantwortlich und werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die eigenen Interessen und die nationale Sicherheit zu wahren.
Robert Dikomeit
Nach Angriffen auf Tanker: US-Armee greift Ziele in Iran an
Die USA greifen nach eigenen Angaben Ziele in Iran an. Dies sei eine Reaktion auf iranische Attacken auf drei Handelsschiffe in der Straße von Hormus, teilt das Militär mit. Das Vorgehen Irans sei gefährlich und ein klarer Bruch der Waffenruhe. Zeitgleich berichten iranische Medien über mehrere Explosionen im Süden des Landes. Diese seien unter anderem in den Hafenstädten Sirik und Bandar Abbas sowie auf der Insel Keschm zu hören gewesen. Berichte über Opfer oder Schäden liegen zunächst nicht vor.
Robert Dikomeit
Qatar bestellt Irans Vize-Botschafter nach Angriff auf Tanker ein
Nach dem Angriff auf einen katarischen Flüssiggas-Tanker in der Straße von Hormus hat Qatar den iranischen Vize-Botschafter in dem Golfstaat einbestellt. Der Angriff gefährde die Sicherheit der Schifffahrt und die weltweite Energieversorgung, hieß es in einer Protestnote an Iran, der qatarischen Nachrichtenagentur QNA zufolge. Die Note sei heute dem iranischen Vize-Botschafter in Qatar, Mohsen Ghanei, überreicht worden.
Nach Angaben des qatarischen Außenministeriums griff Iran den Flüssiggas-Tanker „Al Rekayyat“ an. Die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) meldete vergangene Nacht einen Angriff in der Straße von Hormus, bei dem nach Angaben der Schiffsbesatzung ein Tanker von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen wurde. Iran sei „rechtlich voll verantwortlich“, teilte das qatarische Außenministerium mit.
Der mehr als 300 Meter lange Flüssiggas-Tanker „Al Rekayyat“ gehört einer Reederei in der qatarischen Hauptstadt Doha. Der Beraterfirma EOS Risk Group zufolge brach nach dem Angriff an Bord ein Feuer aus und die Besatzung verließ das Schiff. Die Reederei war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Weiterer Angriff in der Straße von Hormus
In der Straße von Hormus hat sich ein weiterer Angriff auf mindestens einen Tanker ereignet. Das Schiff sei in der Meerenge von einer Drohne getroffen und leicht beschädigt worden, teilte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) am Nachmittag unter Berufung auf „Militärbehörden“ mit. Opfer habe es nicht gegeben und das Schiff setze seine Fahrt fort. Es blieb unklar, welche Behörde und welches Land den Angriff meldete.
Fast zeitgleich meldete die UKMTO, dass ein Tanker in der Straße von Hormus von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen und vermutlich beschädigt worden sei. Es blieb unklar, ob es sich bei beiden Meldungen der Behörde um denselben Vorfall handelte. Unklar blieb auch, wer hinter dem Angriff steckt.
In der Nacht hatte die Behörde bereits einen Angriff in dem Gebiet gemeldet, bei dem nach Angaben der Schiffsbesatzung ein Tanker von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen wurde.
Bericht: Tanker droht nach Angriff nahe der Straße von Hormus zu explodieren
In der Nähe der Straße von Hormus droht nach einem mutmaßlich iranischen Angriff ein qatarischer Flüssigerdgas-Tanker zu explodieren. Neben dem mit Flüssiggas (LNG) beladenen Tanker „Al Rekayyat“ wurde auch ein saudiarabischer Rohöltanker beschädigt. Die „Al Rekayyat“ drohe zu detonieren, da im Maschinenraum Feuer ausgebrochen sei, sagten Insider am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Tanker sei evakuiert und die Besatzung in Sicherheit gebracht worden.
Die Regierung von Qatar machte Iran für den Angriff auf den LNG-Tanker verantwortlich. Die Führung in Teheran äußerte sich nicht dazu. Es ist das erste Mal seit Beginn des von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Krieges gegen Iran, dass ein Schiff des Golfemirats Qatar getroffen wurde. Das Emirat tritt als Vermittler in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran auf.
Die „Al Rekayyat“ wurde den Informationen zufolge in der Nacht zum Dienstag getroffen, als sie die Straße von Hormus passieren wollte, und setzte darauf einen Notruf ab. „Mayday, Mayday, Mayday. Hier spricht das Schiff ‚Al Rekayyat', das LNG-Schiff ‚Al Rekayyat'. Wir werden an Backbord, oberhalb des Maschinenraums, von einer Drohne getroffen“, sagte der Kapitän des Tankers in einem aufgezeichneten Funkspruch, der Reuters vorliegt. „Status: Maschinenraum brennt und voller Rauch. Nicht in der Lage, weitere Schäden abzuschätzen.“
Bericht: Britisches Paar in iranischer Haft seit Wochen im Hungerst
What to Watch
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Weitere militärische Eskalation zwischen USA und Iran.
Likely · Within weeks
Anhaltend hohe Ölpreise und Marktvolatilität.
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Open Questions
- Wie wird Iran konkret Vergeltung üben?
- Wer ist für die Angriffe auf die Tanker verantwortlich?
- Werden die Verhandlungen über ein Kriegsende wieder aufgenommen?





