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BackUSA scheitert bei WM gegen Belgien – Balogun-Debatte geht weiter
USA scheitert bei WM gegen Belgien – Balogun-Debatte geht weiter
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Süddeutsche Zeitung2d agoSports4 min readGermany

USA scheitert bei WM gegen Belgien – Balogun-Debatte geht weiter

Quick Look

  • Die USA verlieren im WM-Achtelfinale klar mit 1:4 gegen Belgien.
  • Folarin Balogun, der wegen einer umstrittenen Entscheidung spielen durfte, enttäuscht wie das gesamte Team.
  • Die Debatte um die Integrität des Fußballs wird fortgesetzt.

AI-generated summary

Why It Matters

Folarin Balogun durfte nach einer roten Karte im vorherigen Spiel auflaufen, eine Entscheidung, die durch Intervention von US-Präsident Donald Trump bei Fifa-Präsident Gianni Infantino zustande kam. Die USA verloren das Achtelfinale gegen Belgien mit 1:4.

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Folarin Balogun lief am Montag tatsächlich in der Startelf der USA auf. Er wurde damit der erste Spieler bei einer Weltmeisterschaft, der nach einer roten Karte nicht im folgenden Spiel gesperrt aussetzen musste. Er selbst hatte darum nicht gebeten, eingebrockt hatte ihm diesen zweifelhaften Vermerk im Lebenslauf US-Präsident Donald Trump, der bei Fifa-Präsident Gianni Infantino höchstpersönlich wegen der roten Karte interveniert und so die Fußballgeschichte ein Stück weit verändert hatte. Die Tragweite dieser Entscheidung verstanden allerdings offenbar weder Trump noch weite Teile des US-Publikums, das Balogun in Seattle mit einem besonders lauten Applaus bedachte.

Somit entstand vor dem Anpfiff eine beeindruckende Kulisse, eine trotzige Energie war im Stadion spürbar, zu den Takten von Metallicas „Enter Sandman“ und zur Nationalhymne: Wie auch immer die Sache zustande gekommen war, nun standen die elf besten Spieler auf dem Rasen, die die „USA-USA-USA!“ in ihrem WM-Kader zur Verfügung hatten. Dann kam der Belgier Timothy Castagne. Und schoss nach 45 Sekunden aufs Tor.

Die USA hatten ihre Spiele bisher auch dank einer euphorischen Anfangsoffensive gewonnen, nun wirkten sie gelähmt

Der beachtliche Schuss des Außenverteidigers vom FC Fulham landete nicht im Tornetz, US-Torhüter Matt Freese hechtete zu einer bravourösen Parade und bewahrte seine Mannschaft vor dem extrem frühen Rückstand. Und doch zerbrach in diesem ersten, aufregenden Moment des Spiels bereits die Illusion, dass sich ein Fußballspiel außerhalb eines Fußballfelds gewinnen ließe. Im Gegenteil: Mit 1:4 verloren die USA dieses Achtelfinale am Ende gegen Belgien klar und deutlich. Belgien trifft nun auf Spanien.

Castagnes Schuss wurde für die US-Amerikaner zum Auftakt für die schlechteste Halbzeit ihres bisherigen Turniers. Hatten die USA ihre Spiele bislang konsequent mit einer euphorischen Anfangsoffensive gewonnen, wirkten sie nun geradezu gelähmt: Belgien nahm sich den Ball, ergriff die Initiative, vergab in der achten Minute noch eine große Chance durch Youri Tielemans – und traf dann doch zum frühen 1:0. Charles De Ketelaere, im Sturm erneut anstelle von Romelu Lukaku im Einsatz, brachte Belgien nach einem scharfen Querpass von Nicolas Raskin den Führungstreffer. Er war genauso elegant und ruhig herausgespielt wie mehrere weitere Chancen in der ersten Halbzeit, die Belgien fast nach Belieben dominierte.

Die US-Amerikaner lieferten freundlichen Begleitschutz in der Defensive, sie führten kaum Zweikämpfe und ließen das Spiel um sich herum geschehen. Innenverteidiger Chris Richards hätte mit seinem Ballverlust im Aufbauspiel am eigenen Strafraum fast direkt das 2:0 ermöglicht, da trat zum ersten Mal der Protagonist auf, dem die Aufmerksamkeit vor dem Spiel gehört hatte.

Ein Dribbling am belgischen Strafraumrand war die erste Offensivaktion von Folarin Balogun. Er bekam nach einer kleinen Berührung vom jordanischen Schiedsrichter Adham Makhadmeh ein Foul gegen sich gepfiffen. Zum fälligen Freistoß aus knapp 20 Metern trat Malik Tillman an, sein Schuss wurde von der belgischen Mauer entscheidend abgefälscht. Ohne, dass die USA zuvor ernsthaft am Spiel beteiligt gewesen wären, stand es 1:1. Ein ganzes Stadion versank 116 Sekunden lang im Jubel.

Die Torhymne „Free Bird“ war kaum zu Ende gegangen, da spielten die Belgier allerdings schon wieder nach vorn. Sachlich, fast bürokratisch trugen sie ihre Angriffe vor, ohne irgendeinen wilden Trotz, auch wenn der verständlich gewesen wäre: Leandro Trossard dribbelte auf der linken Seite, dann flankte er einen Chipball in die Mitte, wo De Ketelaere über Verteidiger Tim Ream hinwegsprang und zum 2:1 traf. Der argentinische US-Trainer Maurico Pochettino trat erzürnt gegen Erfrischungsgetränke, oben auf der Tribüne jubelte die belgische Verbandspräsidentin neben Infantino. Die Hoffnungen der USA auf ein Comeback, sie hatten keine zwei Minuten lang gehalten. Und sie kamen auch nicht wieder.

Ganz wenige, kurze Momente gab es im Verlauf der zweiten Halbzeit im Lumen Field von Seattle, in denen sich noch einmal etwas regte. Ansonsten rutschte dieser erschreckend schwache Auftritt der Gastgebernation USA eher ins Lächerliche: Das 3:1 für Belgien entstand nach 57 Minuten aus einem Ballverlust des verirrten Torhüters Freese, der weit vor seinem Tor einen Steilpass erst erlief, dann den Ball auf Slapstick-Art aber wieder herschenkte. Hans Vanaken hieß der Nutznießer, der nur noch ins Tor schießen musste; verzweifelt an einer Klärung scheiterte der US-Kapitän Ream. Das 4:1 erzielte in der Nachspielzeit der eingewechselte Lukaku wieder nach einem Ballverlust von Richards in der Nähe des eigenen Strafraums. Und setzte damit den Schlusspunkt in einer Partie, in der viel auf dem Spiel gestanden hatte. Und in der die sportlichen Konsequenzen am Ende am stärksten hervortraten.

Das letzte Bild dieser US-Mannschaft, die sich anfangs so rauschhaft durch ihr Heimturnier gespielt hatte, ist nun das einer enttäuschend gescheiterten Truppe. Noch vor dem Abpfiff begann sich das Stadion in Seattle zu leeren, Pochettino wechselte in einer letzten Aktion als Trostpreis noch zwei Spieler ein, die bislang keinen WM‑Einsatz gehabt hatten.

Ausgewechselt wurde dafür Folarin Balogun, der schließlich mit traurigem Gesicht auf der Bank sitzend auf den Fernsehbildschirmen zu sehen war. Der Stürmer hatte sich als einer der wenigen Spieler bei den USA seiner Normalform angenähert. In einem Spiel, das er bloß aufgrund von Umständen hatte bestreiten dürfen, die nachwirken werden. Die Debatte über die Integrität des Fußballs ist durch diesen 4:1-Sieg von Belgien nicht beendet. Anders als die WM-Kampagne von Team USA.

Open Questions

  • Wie wird die Debatte um die Integrität des Fußballs weitergeführt?
  • Welche Konsequenzen hat das Ausscheiden für die US-Nationalmannschaft?

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This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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