Verbraucherschutz: Nach 200 Millionen Euro EU-Strafe: Was Temu nun ändern will
Die EU-Kommission akzeptiert Änderungsvorschläge des chinesischen Online-Marktplatzes, nachdem dieser wegen unsicherer Produkte und Verstößen gegen den Digital Services Act in die Kritik geraten war.
Quick Look
Nach einer EU-Strafe von 200 Millionen Euro wegen unsicherer Produkte wie Babyspielzeug und Ladegeräten hat Temu der EU-Kommission Maßnahmen zur Verbesserung des Verbraucherschutzes und zur algorithmischen Kontrolle vorgelegt.
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Why It Matters
Die EU-Kommission wirft Temu Verstöße gegen den Digital Services Act vor, da auf der Plattform illegale und unsichere Produkte vertrieben wurden. Das Verfahren läuft seit knapp zwei Jahren.
Der Online-Riese Temu gelobt nach einer EU-Strafe von 200 Millionen Euro Besserung beim Verbraucherschutz und legt der Europäischen Kommission Änderungsvorschläge vor. Das Shoppingportal soll künftig etwa prüfen, ob seine Empfehlungsalgorithmen illegalen Produkten bei der Verbreitung helfen, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Die Kommission akzeptierte die Vorschläge zunächst. Temu hat nun vier Monate Zeit, sie umzusetzen.
Die EU-Kommission hatte Temu im Mai eine Strafe von 200 Millionen Euro auferlegt. Die Behörde warf dem Unternehmen vor, Verbraucher nicht genügend vor illegalen Produkten zu schützen und die Risiken auf seiner Plattform zu unterschätzen. Das sei ein schwerer Verstoß gegen das EU-Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA).
Bei Testkäufen im Jahr 2025 seien demnach viele Artikel durchgefallen. Ladegeräte hätten grundlegende Sicherheitstests nicht bestanden. Ein „hoher Prozentsatz“ der getesteten Babyspielzeuge habe Chemikalien-Grenzwerte überschritten oder es habe Erstickungsgefahr wegen abnehmbarer Teile gegeben, so die Brüsseler Internetwächter.
Temu hat sich laut EU-Kommission nun bereiterklärt, die Risikobewertung auf seinem Marktplatz künftig auf aktuelle und verlässliche Daten zu stützen und genau auf den eigenen Dienst zuzuschneiden. Auch den eigenen Empfehlungsalgorithmus müsse das Unternehmen in diesem Zusammenhang prüfen.
Mit belastbaren Kennzahlen soll das Unternehmen belegen, ob seine Schutzmaßnahmen die Verbreitung illegaler Produkte tatsächlich verringert. Zudem muss Temu offenlegen, wo automatische und manuelle Kontrollen von Angeboten der Händler auf dem Online-Marktplatz an Grenzen stoßen. Schließlich muss der Konzern untersuchen, wie Händler die Funktionen der Plattform gezielt ausnutzen, um illegale Angebote zu verbreiten.
Sollte die Europäische Kommission entscheiden, dass Temu nicht genug zur Einhaltung der EU-Regeln tut, könnte sie nach der Millionenstrafe aus dem Mai auch tägliche Strafzahlungen für das chinesische Unternehmen anordnen. Das Verfahren gegen Temu läuft bereits seit knapp zwei Jahren.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Temu muss innerhalb von vier Monaten die zugesagten Änderungen umsetzen.
Very likely · Within months
Open Questions
- Werden die vorgeschlagenen Maßnahmen die Produktsicherheit effektiv erhöhen?
- Wie hoch könnten tägliche Strafzahlungen bei Nichteinhaltung ausfallen?







