
Die USA sollen den ehemaligen ungarischen Regierungschef zur Kandidatur ermutigt haben, was den Druck auf Frankreich und Großbritannien erhöht.
AI-generated summary
Der UN-Sicherheitsrat hat nach sechs Abstimmungsrunden noch keinen Konsens über die Nachfolge von António Guterres erzielt. Die Wahl ist durch Rivalitäten zwischen den fünf ständigen Sicherheitsratsmitgliedern blockiert.
Genf. Den Vereinten Nationen läuft die Zeit davon. Nach sechs Abstimmungsrunden hat sich der UN-Sicherheitsrat in New York noch immer nicht auf eine neue Generalsekretärin oder einen neuen Generalsekretär festgelegt – ein Ende des Ringens um die Topposition bei der Weltorganisation ist nicht in Sicht. An diesem Freitagabend sollen die 15 Mitglieder des UN-Rates ein weiteres Mal ihre Präferenzen für oder gegen jeden der sieben Kandidaten kundtun.
Überschattet wird die Prozedur von einem Namen: Viktor Orban. Der umstrittene rechtsnationale Ex-Ministerpräsident von Ungarn könnte im weiteren Verlauf des Rennens um die begehrte UN-Stelle antreten. Und zwar als gemeinsamer Kandidat der Schwergewichte USA, Russland und China.
Ein Diplomat betont, dass im Fall einer Bewerbung Orbans der Druck auf die beiden europäischen Vetomächte Frankreich und Großbritannien steigen werde: „Letztlich könnten Frankreich oder Großbritannien ihn per Veto stoppen.“ Mit einem Nein würden Franzosen und Briten aber den Zorn der Trump-Regierung auf sich ziehen.
Erstmals berichtete das „Wall Street Journal“ (WSJ) von dem Orban-Projekt, das die Administration des US-Präsidenten Donald Trump eingefädelt habe. Das WSJ schreibt: „Die USA haben den ehemaligen ungarischen Ministerpräsidenten dazu ermutigt, sich zur Wahl zu stellen.“ Ein Beamter des US-Außenministeriums räumte demnach ein, dass es auf den „ersten Blick verrückt“ klingt. Dann heißt es: „Dem Plan muss noch endgültig zugestimmt werden.“
Orban, EU-feindlich und autoritär, pflegte als Regierungschef enge Beziehungen zu Trump, Russlands Staatschef Wladimir Putin und Chinas Präsident Xi Jinping. Ein Generalsekretär Orban könnte laut Diplomaten versuchen, die UN zu kapern und zum Werkzeug der Großmächte umzuformen.
Kommt es zu einer offiziellen Kandidatur, stehen Großbritannien und Frankreich von zwei Seiten unter enormem Druck: Die USA würden ihren Kandidaten durchbringen wollen, viele andere Nationen, unter anderem aus Europa, würden dies unbedingt verhindern wollen.
Der Programmdirektor der International Crisis Group, Richard Gowan, stuft den Orban-Vorstoß hingegen als taktisches Manöver der US-Regierung ein: Das Ganze sei „nicht sehr ernsthaft“.
Fest steht: António Guterres, der müde wirkende aktuelle Generalsekretär, wird am 31. Dezember sein Amt abgeben. Angesichts der zerbröselnden Weltordnung und der vielen Kriege können sich die Vereinten Nationen eine Hängepartie an ihrer Spitze kaum leisten.
Eine Bewerberin für die Guterres-Nachfolge, die ecuadorianisch-libanesische Doppelstaatlerin Ivonne A-Baki, bringt es auf den Punkt: „Was die Vereinten Nationen jetzt brauchen, ist kein weiterer Verwalter, sondern ein Friedensstifter.“
Bei der sechsten Probeabstimmung im maßgeblichen UN-Sicherheitsrat landete A-Baki weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Auch die anderen Kandidaten fielen bei der Probeabstimmung durch. Selbst die Spitzenreiterin, Rebeca Grynspan aus Costa Rica, der Zweitplatzierte, Rafael Grossi aus Argentinien, und die Drittbeste, Carolyn Rodrigues Birkett aus Guyana, verfehlten entweder die nötigen neun Stimmen oder erhielten mindestens zwei Vetos der ständigen Ratsmitglieder.
Da zwischen den Vetomächten jedoch Rivalität und Misstrauen herrschen, dürfte sich die Anbahnung möglicher Deals in die Länge ziehen. Diplomaten verweisen ebenso auf die Zwischenwahlen in den USA, die Präsident Trump und sein außenpolitisches Team abwarten wollten. Daniel Safran-Hon vom Thinktank International Peace Institute rechnet sogar damit, dass der Wahlkampf von vorn beginnen wird. „Dies könnte sich bis in den Dezember oder darüber hinaus hinziehen“, schreibt er.
Nach den ungeschriebenen Gesetzen der UN sollen sich die Weltregionen bei der Besetzung der Spitzenposition abwechseln, der zehnte Generalsekretär müsste demnach aus Lateinamerika stammen. Zudem pochen etliche Mitgliedsländer darauf, dass endlich eine Frau zum Zuge kommt.
Vor wenigen Tagen meldete sich eine neue Bewerberin, Lana Nusseibeh. Für Nusseibeh, beurlaubte Staatsministerin im Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), ist jedoch der blutige Krieg im Sudan ein Problem. Die VAE unterstützen nach UN-Ermittlungen die sudanesische Miliz „Rapid Support Forces“ (RSF), die auch die Massenmorde an Zivilisten in Al-Fascher 2025 verübte. Laut einem UN-Bericht weist das Blutbad die „Merkmale eines Völkermordes“ auf. Der Menschenrechtsaktivist Kenneth Roth sagt: „Wir können es uns nicht leisten, dass die UN von jemandem geführt wird, der ein Genozid-Leugner ist.“
Gemäß UN-Charta wird der Generalsekretär auf Empfehlung des Sicherheitsrats von der Generalversammlung ernannt. Der Generalsekretär ist der höchste Verwaltungsbeamte der Organisation und gilt als ihr Chefdiplomat. Bisher waren alle neun Generalsekretäre Männer.
AI outlook — possibilities, not facts
Siebte Probeabstimmung im UN-Sicherheitsrat am Freitag.
Very likely · Within days

A US-brokered ceasefire is in place in the Russian-occupied town of Oleschky. Humanitarian aid has been delivered and evacuations to Ukrainian-controlled areas and Russian-occupied zones have begun.

After the arrest of ex-BND chief August Hanning on suspicion of espionage, US secret services warned of consequences for cooperation. Despite irritations, cooperation remains stable, according to security circles.

The EU and Canada agree in Montreal for closer strategic cooperation on critical raw materials, AI and defense to reduce their dependence on China and the US. There is a dispute over the term “associated membership”.

A 55-year-old Russian citizen was arrested in Swidnica, Poland. He is said to have spied on railway facilities. Hundreds of thousands of photos of traffic facilities were seized on his storage media. He is in custody.
Federal Development Minister Reem Alabali Radovan is visiting Lebanon after a canceled trip in the summer to inspect German aid projects. Despite the ceasefire, the conflict continues as Hezbollah rearms and Germany loses diplomatic influence.

During his trip to Asia, Chancellor Friedrich Merz encountered sharp criticism of the new “Made in EU” rules for the auto industry. Japan and South Korea fear protectionism. Merz promises to raise the concerns at the next EU summit in Brussels.