Verkehrsstreik in Schleswig-Holstein: Busse stillgelegt, Verdi fordert 6,5 Prozent mehr Lohn
Quick Look
- In Schleswig-Holstein legen Busse in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster aufgrund eines zweitägigen Warnstreiks von Verdi still.
- Rund 1.800 Beschäftigte des Nahverkehrs und 200 aus dem Kreis Plön beteiligen sich am Streik, der Teil der bundesweiten Tarifrunde ist.
- Verdi fordert 6,5 Prozent mehr Lohn und eine jährliche Vorteilsregelung von 650 Euro für Mitglieder.
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Why It Matters
Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr in Schleswig-Holstein sind Teil der bundesweiten Tarifrunde. Eine frühere Verhandlungsrunde im September ist gescheitert, nachdem Verdi das Angebot der Arbeitgeber als unakzeptabel zurückwies.
Auch am Mittwoch müssen sich Schülerinnen und Schüler, Pendler sowie Reisende in Schleswig-Holsteins kreisfreien Städten und im Kreis Plön auf Einschränkungen im Nahverkehr einstellen. Wegen eines Streikaufrufs der Gewerkschaft Verdi stehen seit Dienstagfrüh für zwei Tage die Busverkehre still. Betroffen sind die öffentlichen Busunternehmen in Kiel (KVG), Lübeck (Stadtverkehr Lübeck), Flensburg (Aktivbus) und Neumünster (SWN).
Erst Donnerstagfrüh sollen die ersten Busse wieder fahren. Dabei nehmen rund 1.800 Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs am Warnstreik teil. Überdies streiken die rund 200 Beschäftigten der Verkehrsbetriebe im Kreis Plön im Rahmen der bundesweiten Tarifrunde zum Eisenbahntarifvertrag. Fahrgäste sollten sich daher in den betroffenen Regionen vor Fahrtantritt bei den jeweiligen Verkehrsbetrieben informieren - etwa über Internetseiten, Apps oder soziale Medien.
Was die Gewerkschaft fordert
Für beide Tarifbereiche fordert die Gewerkschaft nach eigenen Angaben eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent für alle Beschäftigten, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Für Gewerkschaftsmitglieder will Verdi eine Vorteilsregelung in Höhe von 650 Euro jährlich.
Anfang September war die zweite Verhandlungsrunde im öffentlichen Nahverkehr gescheitert. Die Gewerkschaft Verdi sprach von einem «unakzeptablen Angebot» der Arbeitgeberseite. Mit dem zweitägigen Streik soll Druck gemacht werden. Die Tarifverhandlungen sollen am 22. September fortgesetzt werden.
Reaktion der Arbeitgeber
Der Geschäftsführer des kommunalen Arbeitgeberverbands, Jan Jacobsen, sagte der dpa, auf dem Tisch liege ein Angebot in Höhe von 4,4 Prozent für 24 Monate. Die von der Gewerkschaft geforderte Vorteilsregelung für Mitglieder sei dem Arbeitgeberverband satzungsgemäß untersagt. Das wisse Verdi natürlich. Als festgefahren könne man die Gespräche aber nicht bezeichnen.
Fortgesetzt werden sollen die Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr in Schleswig-Holstein am 22. September. Allerdings haben beide Seiten bereits einen vierten Termin am 29. September vorgemerkt. Die Verhandlungen zur bundesweiten Tarifrunde zum Eisenbahntarifvertrag gehen am 5. Oktober weiter.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Tarifverhandlungen werden am 22. September fortgesetzt.
Very likely · Within weeks
Es wird ein vierter Verhandlungstermin am 29. September geben.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wie hoch ist die Beteiligung am Streik genau in den einzelnen Städten?
- Welche konkreten Auswirkungen hat der Streik auf den Schul- und Arbeitsverkehr?
- Gibt es Zwischenvereinbarungen oder Notfallpläne für den öffentlichen Verkehr während des Streiks?
