Verstörende Gewaltfantasien – Mitschülerin berichtet über Krakauer Attentäter
Nach dem Amoklauf mit sechs Toten in Krakau werden Details über den 24-jährigen Michał O. und seine familiäre Vorgeschichte bekannt.
Quick Look
- Nach einem tödlichen Angriff auf dem Krakauer Hauptmarkt, bei dem sechs Menschen starben, identifizierten Behörden den 24-jährigen Michał O. als Täter.
- Er soll zuvor seine Familie getötet haben und befindet sich nun in kritischem Zustand.
AI-generated summary
Why It Matters
Der 24-jährige Michał O. fuhr mit einem Auto auf den Krakauer Hauptmarkt und eröffnete das Feuer. Zuvor wurden seine Eltern und seine Schwester in ihrem Wohnort tot aufgefunden.
Nach dem tödlichen Angriff im Zentrum von Krakau werden weitere Einzelheiten über den mutmaßlichen Täter bekannt. Bei ihm handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um den 24 Jahre alten Michał O. aus Ostrowiec Świętokrzyski.
Der bewaffnete Mann fuhr am Samstagnachmittag mit einem Auto auf den Krakauer Hauptmarkt und schoss wahllos auf Menschen. Nach aktuellem Stand wurden sechs Personen getötet, darunter zwei ausländische Staatsangehörige. 16 Menschen wurden verletzt, darunter zwei Polizisten und der Angreifer selbst. Zuvor soll er seine Eltern und seine Schwester getötet haben. Über Hintergründe berichten die polnischen Magazine „Fakt“ und „Onet“.
Noch ungeklärt ist die Herkunft der Waffen. Die Staatsanwaltschaft wisse bislang weder, woher der Mann sie hatte, noch ob er über die erforderlichen Genehmigungen verfügte, berichtet „Fakt“.
Michał O. wurde verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Tomasz Waszczuk, sagte: „Wir wissen nicht, welche Verletzungen er genau erlitten hat. Ob es sich um Verletzungen im Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz handelt, also mit anderen Worten darum, dass auf ihn geschossen wurde, oder möglicherweise um die Folge eines Zusammenstoßes mit einem Auto.“ Inzwischen befindet sich der Angreifer nach Angaben der Behörden in kritischem Zustand.
Hinweise auf eine Beschäftigung mit Gewalttaten soll es laut einer ehemaligen Mitschülerin bereits während der Schulzeit gegeben haben. Die Frau berichtete dem polnischen Radiosender Radio Eska, Michał O. habe im Unterricht verstörende Bilder gezeichnet. „Ich erinnere mich an eine Situation, als wir im Unterricht saßen und er zum Beispiel Bilder zeichnete. Auf diesen Bildern zeichnete er Erhängte oder stellte dar, wie jemand mit einer Pistole hereinkam“, sagte die Frau dem Nachrichtenportal „Onet“.
Auf Nachfragen der Mitschüler habe Michał O. erklärt, es gehe um einen Anschlag auf die Schule. „Er sagte, dass es ein Anschlag auf die Schule sei, dass dort überall Leichen lägen und dass er gerade mit dieser Pistole in die Schule komme“, berichtete die Frau. Die Schüler hätten die Zeichnungen damals zwar als beunruhigend wahrgenommen, sie jedoch nicht als Ankündigung eines tatsächlichen Angriffs verstanden.
Die frühere Mitschülerin erinnerte sich außerdem an eine digitale Unterrichtsstunde, zu der sich der spätere Angreifer mit einer alten Gasmaske vor dem Gesicht zugeschaltet haben soll. Auf Fragen zu diesen Auftritten und seinen Zeichnungen habe er geantwortet, dass er Attentäter werden wolle.
Auch Nachbarn in Ostrowiec Świętokrzyski beschreiben Michał O. als schweigsam und zurückgezogen. Zdzisław Szostak, der nach eigenen Angaben mit den Eltern des 24-Jährigen befreundet war, sagte „Fakt“: „Er war ein bisschen seltsam. Er sprach nie. Wenn er daran dachte, was selten vorkam, sagte er guten Tag. Ansonsten hatte er die Kapuze über den Kopf gezogen.“
Eine Nachbarin schilderte den jungen Mann ähnlich: „Der Sohn war der Einzige, der nicht lächelte. Er war so distanziert, so traurig. Er kleidete sich schwarz.“ Seine Eltern beschrieb Zdzisław Szostak dagegen als fröhliche Menschen. „Ich war mit seinen Eltern befreundet. Wir wohnten Tür an Tür. Wir haben gemeinsam Silvester gefeiert. So fröhliche Menschen. Nicht wie er“, zitiert ihn „Fakt“.
In der Wohnung der Familie wurden nach dem Angriff die Eltern und die Schwester des 24-Jährigen mit Schussverletzungen tot aufgefunden. Die Schwester lebte laut „Fakt“ normalerweise in Krakau und war nach Angaben der Nachbarn zu Besuch bei ihren Eltern. Die Anwohner zeigten sich darüber fassungslos, dass sie von den drei Tötungen nichts mitbekommen hatten. Zuvor hätten sie aus der Wohnung auch keinen Streit oder auffälligen Lärm gehört. „Absolut nichts, was uns hätte beunruhigen können“, sagte eine Nachbarin „Fakt“.
Zahlreiche Waffen in der Wohnung
Zdzisław Szostak berichtete zugleich, er habe gewusst, dass sich in der Wohnung zahlreiche Waffen befanden. Beunruhigt habe ihn das nicht. „Nun, sie hatten eben eine solche Leidenschaft. Sie fuhren beide jeden Sonntagmorgen zu einem nahe gelegenen Schießstand. Mir kam das nicht gefährlich vor“, sagte er. Gemeint waren dem Bericht zufolge Vater und Sohn.
Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Angriffs und den drei Toten in der Wohnung dauern an. Die Staatsanwaltschaft leitete nach Angaben von „Onet“ Ermittlungen wegen insgesamt neun Tötungsdelikten ein. Ob Michał O. auch seine Eltern und seine Schwester getötet hat, ist damit noch nicht abschließend festgestellt.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Fortführung der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zu den neun Tötungsdelikten.
Very likely · Within weeks
Open Questions
- Herkunft der verwendeten Waffen
- Genaue Todesursache der Familienmitglieder
- Motiv des Täters



