
Der ukrainische Präsident sucht nach Wegen, trotz langer Lieferzeiten bei US-Munition kurzfristig Patriot-Raketen von Verbündeten zu erhalten.
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Russland intensiviert Angriffe mit ballistischen Raketen auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Die Ukraine ist für die Abwehr auf das US-Patriot-System angewiesen.
Berlin. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf einen Ringtausch mit dringend benötigten Flugkörpern für das Luftverteidigungssystem Patriot. Er werde versuchen, Verbündete zu überzeugen, seinem Land rasch Patriot-Raketen zur Verfügung zu stellen, erklärte Selenskyj am Rande seines Türkeibesuchs im Gespräch mit Journalisten. Dafür sollen die Alliierten dann später aus einer gerade freigegebenen Lieferung von Flugkörpern aus den USA entschädigt werden.
Russland überzieht die Ukraine zunehmend mit Angriffen mit ballistischen Raketen. Zur Abwehr ist die ukrainische Armee vor allem auf das amerikanische Patriot-System und die modernen PAC-3-Flugkörper angewiesen. Diese werden bisher aber nur in den USA und in Japan produziert. Und die Bestände der Amerikaner sind durch den Irankrieg stark dezimiert.
Selenskyj hatte erst kürzlich beklagt, dass seine Regierung nun schon fast vier Wochen auf die Unterschrift von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth für die Freigabe einer neuen Lieferung von Patriot-Flugkörpern warte. Am Freitag teilte nun das US-Außenministerium mit, dass eine Lieferung von 500 PAC-3-Flugkörpern für die Ukraine genehmigt werde. Das Geschäft im Volumen von 2,1 Milliarden Dollar werde aber nicht von den USA finanziert, sondern von der Ukraine mit Unterstützung Kanadas, Deutschlands, Norwegens und der Europäischen Union, heißt es in einer Mitteilung des State Department.
Allerdings wird sich die Auslieferung voraussichtlich noch einige Zeit hinziehen. Der PAC-3-Hersteller Lockheed Martin hat augenblicklich eine Fertigungskapazität von ungefähr 600 Flugkörpern pro Jahr. Die Produktion soll zwar bis Anfang der 2030er-Jahre verdreifacht werden, doch hilft das der Ukraine aktuell nicht.
Selenskyj hatte beklagt, dass Russland allein innerhalb von zwei Wochen mehr als 100 ballistische Raketen auf sein Land abgefeuert habe. Der russische Präsident Wladimir Putin zielt vor dem nahenden Winter darauf ab, mit Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur die Moral der Bevölkerung zu brechen, die nun schon seit mehr als viereinhalb Jahren unter dem russischen Angriffskrieg leidet.
Selenskyj hofft deshalb, den dringenden Bedarf an Patriot-Flugkörpern zunächst in anderen Ländern decken zu können. Die Idee: Einige der weltweit rund 20 Nutzerstaaten des Luftverteidigungssystems könnten der Ukraine aus eigenen Beständen Raketen zur Verfügung stellen und dann später aus der US-Lieferung Ersatz bekommen. Dabei könne man auch darüber reden, ob es dann bei der späteren Entschädigung womöglich einen Aufschlag gebe, sagte der ukrainische Präsident in den USA.
Allerdings sind auch hier die Spielräume begrenzt. Europäische Verbündete wie Deutschland, die Niederlande oder Polen haben der Ukraine bereits Patriot-Flugkörper zur Verfügung gestellt und sehen mit Blick auf die eigene Verteidigungsfähigkeit kaum noch Spielraum für zusätzliche Lieferungen. Gleiches gilt für die Golfstaaten, die ihre Patriot-Systeme zur Verteidigung gegen iranische Angriffe brauchen. Und Nutzerstaaten wie Taiwan, Japan oder Südkorea schonen die Vorräte, um für eine potenzielle chinesische Invasion in Taiwan vorbereitet zu sein.
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Verhandlungen über Ringtausch-Modelle mit Partnerstaaten
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