
Vor VW-Überprüfungsgespräch in Hannover: Management will Arbeitskosten senken, IG Metall fordert Klarheit über Standortzusagen.
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VW und die IG Metall verhandeln über Einsparungen und die Zukunft deutscher Standorte. Am Mittwoch findet ein Überprüfungsgespräch in Hannover statt.
Nach Mercedes bringt nun auch das VW-Management höhere Wochenstunden aufs Tableau. Beim Überprüfungsgespräch am Mittwoch könnten außerdem einzelne Tarifverträge wackeln.
Wolfsburg. Bei Volkswagen (VW) zeichnen sich die nächsten harten Auseinandersetzungen mit der Gewerkschaft IG Metall ab. Nach Informationen des Handelsblatts aus Konzernkreisen bereitet der größte europäische Autobauer die Kündigung mehrerer Tarifverträge vor. Das Unternehmen will so seine Arbeitskosten senken und dafür Leistungen und Arbeitsbedingungen neu verhandeln.
Am Mittwoch kommen VW-Vertreter mit IG Metall und Betriebsrat in Hannover zum sogenannten Überprüfungsgespräch zusammen. Bei dem Termin will das Management erklären, warum die Einsparungen aus dem Tarifabschluss von 2024 aus seiner Sicht nicht mehr reichen.
Die Arbeitnehmervertreter verlangen dagegen Klarheit über die damaligen Zusagen für die deutschen Standorte. Die IG Metall betont: Das Treffen dient der Überprüfung dieser Zusagen und ist keine Tarifverhandlung. Sie hatten das Überprüfungsgespräch ursprünglich anberaumt. Über den Termin hatte das Handelsblatt zuerst berichtet.
Welche Vereinbarungen VW genau kündigen will und wann, ist noch nicht ganz klar. Es dürften aber mehrere sein. Insgesamt besteht das System der Haustarifverträge bei VW aus 13 Einzelverträgen.
Aus Verhandlungskreisen ist zu hören, dass der Zukunftstarifvertrag von 2024 und die darin vereinbarte Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 dabei explizit unangetastet bleiben soll. Dafür wackeln andere einzelne Tarifverträge.
Ob einzelne Verträge direkt am Mittwoch gekündigt werden, ist zunächst unklar und hängt vom Verlauf der Gespräche in Hannover ab. Insider beider Verhandlungsseiten sehen das aber als mögliche Option.
Brisant ist, dass nach Informationen aus Konzernkreisen auch der wichtige Manteltarifvertrag zur Debatte steht. Er bündelt zahlreiche grundlegende Regelungen für die mehr als 100.000 VW-Beschäftigten in Deutschland – darunter auch Arbeitszeit und Mehrarbeit.
Nach Mercedes könnte damit auch dem größten Autobauer des Kontinents eine Debatte über längere Arbeitszeiten ins Haus stehen. Dort fordert der Vorstand, die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich von 35 auf bis zu 38 beziehungsweise 40 Stunden pro Woche zu erhöhen, um die Arbeitskosten zu senken.
Darüber hatte das Handelsblatt exklusiv berichtet. Bei Ablehnung droht das Mercedes-Management mit Werksschließungen.
Auch bei VW stehen mit Hannover, Emden und Zwickau gleich drei Werke zur Disposition, dazu kommt der Standort Neckarsulm der Premiumtochter Audi. Eine konkrete Forderung nach einer 38- oder 40-Stunden-Woche gibt es bei VW bislang nicht. Sie wird auch noch nicht für Mittwoch erwartet, könnte aber zu einem späteren Zeitpunkt auf den Verhandlungstisch kommen, heißt es.
Bislang gilt für die Beschäftigten von VW in Deutschland eine 35-Stunden-Woche. Die Arbeitszeit war erst 2025 vereinheitlicht worden. Vorher galten für einige Mitarbeiter mit alten Verträgen bei VW zum Teil niedrigere Wochenarbeitszeiten.
Das Management sieht in längeren Arbeitswochen eine Möglichkeit, die Kosten je Arbeitsstunde zu senken und so die deutschen Werke wettbewerbsfähiger zu machen. Die Logik dahinter: Wo bei Volkswagen heute Mehrarbeit anfällt und der Autobauer zusätzliche Beschäftigte einstellen muss, etwa beim Produktionsstart neuer Modelle, könnten mehr reguläre Stunden unmittelbar Kosten senken.
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Auch bei der Vergabe der Produktion neuer Modelle könnten längere Arbeitszeiten eine Rolle spielen, weil sie einen Standort wettbewerbsfähiger machen. Überall, wo es aber Personalüberhänge gibt, würde eine Verlängerung der Arbeitszeit indes keinen Sinn ergeben.
Das Überprüfungsgespräch in Hannover bringt Unternehmen und Arbeitnehmervertreter erstmals seit dem großen Aufsichtsratsbeschluss von Anfang September wieder offiziell in größerer Runde zusammen.
Interne Unterlagen, die dem Handelsblatt vorliegen, sehen den Abbau von bis zu 60.000 weiteren Stellen weltweit vor – zusätzlich zu den rund 50.000 Stellen, die durch bereits laufende Programme wegfallen sollen.
Zugleich sollen die jährlichen Gemeinkosten – etwa für Verwaltung, zentrale IT und Gebäude – um rund elf Milliarden Euro sinken. Für Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk Neckarsulm ist demnach die Folgebelegung in den 2030er-Jahren offen.
Die Zukunft der Werke soll in einem separaten „Arbeitsstrang“ behandelt werden. Damit könnte der Termin am Mittwoch vor allem den Zeitplan für die nächste Tarifauseinandersetzung setzen.
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Ende der Friedenspflicht bei VW am 1. Januar
Very likely · Within months
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