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BackVolkswagen: „Gehaltsfreeze bis 2030“ – VW erwägt weltweite Nullrunden
Volkswagen: „Gehaltsfreeze bis 2030“ – VW erwägt weltweite Nullrunden
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Volkswagen: „Gehaltsfreeze bis 2030“ – VW erwägt weltweite Nullrunden

Konzernspitze will Personalkosten senken und Gehälter auf dem Niveau von 2026 einfrieren. In Deutschland sind zudem Beförderungen ausgesetzt.

Quick Look

  • Volkswagen will die Gehälter von über 660.000 Mitarbeitern weltweit bis 2030 einfrieren.
  • In Deutschland werden zudem Beförderungen bis zur Einführung eines neuen Entgeltsystems ausgesetzt, was zu scharfer Kritik des Betriebsrats führt.

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Why It Matters

Volkswagen kämpft mit sinkenden Gewinnen, Problemen in China sowie schwächelnden Töchtern wie Audi und Porsche.

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Volkswagen hat den weltweiten Stopp von Gehaltserhöhungen bis 2030 in internen Unterlagen an das internationale Management kommuniziert, was mehr als 660.000 Beschäftigte betrifft.

Für Deutschland gelten zusätzlich ein Aussetzen von Beförderungen und Umgruppierungen bis zur Einführung eines neuen Entgeltsystems, das für den 1. Januar 2027 geplant ist.

Das neue Entgeltsystem soll die Eingruppierungen vereinfachen und langfristig sechs Prozent der Personalkosten einsparen; der Betriebsrat beziffert einen möglichen Reallohnverlust mit rund zehn Prozent bis 2030.

Der Betriebsrat hält eine einheitliche Nullrunde für unwahrscheinlich, da Tariffragen dezentral verhandelt werden, und verweist auf mögliche Streiks in der Metall- und Elektroindustrie sowie bei Volkswagen.

Düsseldorf. Volkswagen will seine Personalkosten weltweit weiter senken. Nach internen Unterlagen für das internationale Management des zweitgrößten Autokonzerns der Welt sollen die Gehälter der Beschäftigten bis 2030 auf dem Niveau von 2026 eingefroren werden. Der Weltkonzernbetriebsrat bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“.

Die Arbeitnehmervertreter hatten Ende vergangener Woche von dem Vorhaben erfahren, als der Vorstand es in einer gemeinsamen Sitzung internationaler Gremien vorstellte. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern. Laut Arbeitnehmerseite gilt die Vorgabe seit Anfang Oktober. Die Personalverantwortlichen weltweit seien angewiesen worden, keine tariflichen Erhöhungen einzuplanen.

Betroffen wären mehr als 660.000 Beschäftigte. Wie sich die Vorgabe in den einzelnen Ländern umsetzen lässt, ist offen. Die Löhne werden vor Ort mit den jeweiligen Tarifparteien verhandelt. Die Konzernvorgabe schafft dafür aber einen neuen Rahmen.

In Deutschland arbeiten rund 275.000 Beschäftigte für Volkswagen und seine Töchter. Etwa 130.000 fallen unter den VW-Haustarif. Für die Metall- und Elektroindustrie laufen bereits Tarifverhandlungen; dazu gehören auch Audi, Porsche und MAN. Die VW-Haustarifrunde folgt mit zeitlichem Versatz. Die IG Metall fordert jeweils fünf Prozent mehr Geld binnen zwölf Monaten. Die Arbeitgeberseite hat ihre Forderungen noch nicht offiziell vorgelegt.

Bisher plante VW in seinen weltweiten Budgets Geld für den Inflationsausgleich und für Tariferhöhungen ein. Dieser Spielraum soll nun wegfallen. Auch Boni und Sonderleistungen könnten gekürzt werden. Zudem sollen Beschäftigte produktiver und flexibler arbeiten, Überstunden sinken und weitere Stellen vor allem außerhalb der Fertigung wegfallen.

Wie viel jede Marke und welcher Standort beitragen soll, ist offen. Bleiben die Gehälter bei steigenden Preisen unverändert, dürfte die Kaufkraft deutlich sinken. Der Betriebsrat hält bis 2030 einen Reallohnverlust von rund zehn Prozent oder mehr für möglich. Der tatsächliche Wert hängt von Inflation und Tarifabschlüssen ab.

Schon beim Haustarif hatten die Beschäftigten im Sparpaket von 2024 zunächst auf eine vereinbarte Erhöhung von 5,5 Prozent verzichtet. Damals einigten sich Management und Gewerkschaft außerdem auf ein neues Entgeltsystem, den größten Umbau des VW-Gehaltsgefüges seit Jahrzehnten. Ziel ist es, die bisherigen Eingruppierungen zu vereinfachen und langfristig sechs Prozent der Personalkosten einzusparen.

Die Umstellung ist eigentlich für den 1. Januar 2027 geplant. Intern wachsen jedoch Zweifel, ob der Termin zu halten ist. Bis zur Einführung der neuen Ordnung bleiben Beförderungen und Umgruppierungen ausgesetzt. Nach Informationen aus Konzernkreisen könnte das „einige Tausend“ Beschäftigte in Deutschland treffen. Neben den Tarifverhandlungen stocken damit bei VW auch individuelle Gehaltsentwicklungen und Karrierewege.

Der Betriebsrat hält eine einheitliche Nullrunde für alle Länder und Gesellschaften für wenig realistisch. Tariffragen würden dezentral verhandelt; Gewerkschaften könnten Erhöhungen fordern und notfalls mit Arbeitskämpfen durchsetzen.

Die Arbeitnehmervertretung kritisiert den Plan und verlangt eine Erklärung des Vorstands gegenüber der Belegschaft. Sie verweist darauf, dass auch Produkte, Technologie und Nachfrage über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. VW steht unter anderem wegen des schwachen China-Geschäfts, der Probleme bei Audi und Porsche sowie der US-Zölle unter Druck. Der Sparkurs umfasst bereits Einschnitte bei Stellen, Kapazitäten und Modellen.

Insgesamt stehen im Konzern mehr als 100.000 Stellen bis zum Ende des Jahrzehnts auf der Kippe. Die Nullrundenpläne dürften den Konflikt mit den Arbeitnehmern weiter verschärfen. Ob daraus tatsächlich Gehaltsstopps werden, ist offen. In der Metall- und Elektroindustrie sind Streiks ab November möglich, bei VW ab Januar.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Streiks in der Metall- und Elektroindustrie ab November und bei VW ab Januar

    Likely · Within months

Open Questions

  • Wie wird der Gehaltsstopp lokal in den verschiedenen Ländern umgesetzt?
  • Kommt es ab Januar zu massiven Streiks bei Volkswagen?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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