
Trotz solider Konjunkturdaten belasten hohe Renditen und Ölpreisschwankungen die Stimmung an der Wall Street, während Micron trotz guter Zahlen unter Druck gerät.
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Die US-Notenbank beobachtet den PCE-Preisindex als wichtiges Inflationsmaß. Steigende Renditen bei Staatsanleihen konkurrieren zunehmend mit Aktienrenditen.
Die Ölpreise steigen, auch US-Anleiherenditen erreichen den höchsten Stand seit 2002. Die Hoffnung auf einen Zinsschritt weniger in diesem Jahr stimmt Anleger dennoch zuversichtlich.
Düsseldorf. Solide Konjunkturdaten vom Vortag können die Anleger nicht bei Laune halten. Nach anfänglichen Gewinnen geben die großen Indizes an der Wall Street Punkte ab und notieren kaum verändert.
Der Dow Jones der Standardwerte dreht 0,4 Prozent ins Minus und notiert bei 50.692 Punkten.
Der breit gestreute S&P 500 bewegt sich kaum und verharrt bei 7625 Punkten.
Die Technologiebörse Nasdaq liegt unverändert bei 26.799 Punkten.
Der Nasdaq 100, ein Abbild der 100 Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung, liegt kaum bewegt bei 30.342 Zählern.
Am gestrigen Mittwoch veröffentlichte das US-Handelsministerium für die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wichtige Inflationsdaten. So verharrt der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) im August bei 3,4 Prozent. Das war ein niedrigerer Wert als von Analysten erwartet – das Niveau verbleibt aber hoch. Die Daten nähren die Hoffnung, dass die Fed auf eine weitere Zinserhöhung im Oktober verzichten könnte.
Unterdessen ignoriert die Wall Street die jüngsten Impulse von Micron. Der US-Speicherchiphersteller hatte am Mittwoch nach dem Börsenschluss in New York überraschend hohe Ziele für das laufende Geschäftsquartal ausgegeben. Die Papiere notieren nach Handelsstart am Donnerstag knapp zwei Prozent im Minus.
Für Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, ist das kein Zufall. Micron bleibe der Branche für Künstliche Intelligenz (KI) einen neuen Impuls schuldig. „Wenn es nicht mehr genügt, alle Erwartungen bei Gewinn, Umsatz und Ausblick zu übertreffen, kann das ein Hinweis darauf sein, dass das alles schon in den Kursen vorweggenommen wurde“, erklärt Stanzl.
Für viele Käufer bestehe daher keine Naht, direkt einzusteigen. „Die Hoffnung, dass Microns Bilanz neue KI-Euphorie entfachen könnte, um den Markt von seiner Fixierung auf Renditen abzulenken, ist nicht aufgegangen“, schreibt der Consorsbank-Analyst.
Denn am US-Anleihemarkt ziehen die Renditen deutlich an. Die zehnjährige US-Staatsanleihe kletterte auf 5,34 Prozent – den höchsten Stand seit 2002. Hintergrund sind Inflationssorgen wegen steigender Ölpreise infolge des Kriegs im Nahen Osten: Ökonomen erwarten dadurch eine länger anhaltende Teuerung und entsprechend länger hohe Leitzinsen der US-Notenbank. Investoren verkaufen deshalb bestehende Anleihen und verlangen für neue eine höhere Verzinsung – das drückt die Kurse der alten Papiere und treibt die Renditen weiter.
Steigende Anleiherenditen wirken sich negativ auf das Geschäft mit Aktien aus, weil sichere Staatsanleihen plötzlich wieder attraktiver verzinst sind als viele Dividenden oder Kursgewinne – Anleger rechnen Wachstumswerte wie Tech-Aktien dadurch strenger durch. Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Markets, sieht die Folgen bereits im Marktverhalten: „Käufer werden am Aktienmarkt aktuell immer mehr zur Minderheit“, sagt Altmann.
Unterdessen gibt es am Ölmarkt starke Schwankungen. Nach anfänglichen Verlusten steigen die Ölpreise am Donnerstagnachmittag. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im Dezember wurde zuletzt bei 100 US-Dollar gehandelt, nachdem der Preis am Morgen noch zeitweise bis auf 96,55 Dollar gefallen war.
Die starken Preisschwankungen werden am Ölmarkt damit erklärt, dass die Anleger zwischen einem höheren Liefervolumen aus der Krisenregion am Persischen Golf und der Möglichkeit einer weiteren Eskalation im Irankrieg abwägen müssen.
Blick auf die Einzelwerte:
Software-Branche:
Ein optimistischer Geschäftsausblick des IT-Beratungsunternehmens Accenture trieb die gesamte Software- und IT-Branche an. Die US-notierten Aktien des irischen Unternehmens stiegen um fast 20 Prozent.
Die Titel der Konkurrenten Cognizant und IBM legten um 8,3 und 5,1 Prozent zu.
Auch breiter aufgestellte Software-Werte wie Salesforce und Microsoft zogen an.
AI outlook — possibilities, not facts
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