
Anleger an der Wall Street warten auf Quartalszahlen von Tech-Giganten, während geopolitische Spannungen die Ölpreise treiben.
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Anleger hinterfragen die Rentabilität massiver KI-Investitionen der großen Tech-Konzerne. Gleichzeitig führen geopolitische Spannungen zu steigenden Energiepreisen.
Zweifel an der Finanzierung des KI-Booms setzen Tech-Aktien unter Druck. Zugleich schürt der Ölpreisanstieg Zinssorgen. Anleger warten auf die Bilanzen großer US-Technologiekonzerne.
Düsseldorf. Sorgen über die weitere Entwicklung im Technologiesektor halten die Anlegerinnen und Anleger an der Wall Street weiter auf Trab.
Der Dow Jones der Standardwerte steigt um 0,3 Prozent auf 52.106 Punkte.
Der breit gestreute S&P 500 notiert unverändert bei 7.685 Punkten.
Die Technologiebörse Nasdaq sinkt 0,8 Prozent auf 26.242 Punkte.
Der Nasdaq 100, der die 100 Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung abbildet, sinkt um 0,6 Prozent auf 29.342 Zähler.
„Die Sorgen um die hohen Bewertungen und die Finanzierung des KI-Booms nehmen weiter zu“, sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets.
KI-Sorgen belasten Aktienmärkte
Auch an den asiatischen Börsen gerieten Unternehmen aus den Bereichen Halbleiter und Rechenzentren am Dienstag unter Verkaufsdruck.
In Seoul brachen die Aktien des Rechenzentrumsanbieters Elice nach dem Börsendebüt um 32 Prozent ein. „Die Anleger stellen zunehmend infrage, ob sich die gewaltigen Investitionen der großen Technologiekonzerne tatsächlich in absehbarer Zeit auszahlen können“, sagte Lipkow.
Auch US-Cloud-Anbieter Coreweave verliert mehr als sechs Prozent. Anlegerinnen und Anleger warten auf Ergebnisse großer KI-Investoren wie Meta, um Hinweise auf die weitere Entwicklung der milliardenschweren Investitionen zu erhalten.
Die Sorgen über die Finanzierung der KI-Infrastruktur zeigen sich auch am Anleihemarkt. Das Kreditrisiko der Softbank Group stieg auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren. Roger Lee von Cavendish zufolge braucht der Markt Belege dafür, dass sich die enormen Investitionen in Rechenzentren und Infrastruktur auszahlen. Besonders hoch verschuldete Anbieter von Cloud-Infrastruktur könnten weiter unter Druck geraten.
Bilanzen als Zünglein an der Waage
In den Fokus der Anleger rückt die Bilanzsaison der Unternehmen. „Für eine Stimmungswende dürften vor allem die Ausblicke entscheidend sein: Überzeugende Wachstumsperspektiven und belastbare Gewinne könnten das Vertrauen stärken“, sagte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG. Mit Blick auf die KI-Sorgen steht dabei die Geschäftsentwicklung von US-Technologieriesen wie SpaceX, Meta und Tesla im Mittelpunkt.
SpaceX und Tesla veröffentlichen innerhalb von zwei Tagen ihre Quartalszahlen. SpaceX am Dienstag, Tesla am Mittwoch, jeweils nach US-Börsenschluss.
„An der Wall Street sorgt derzeit vor allem eine mögliche Fusion der beiden Unternehmen für Schlagzeilen“, sagt Maximilian Wienke, Marktanalyst bei Etoro. „SpaceX könnte Starlink und die KI-Infrastruktur liefern, während Tesla mit Autos, Robotaxis und humanoiden Robotern die physische Plattform beisteuert.“ Gemeinsam entstünde eine umfassende KI-Wertschöpfungskette.
Höhere Energiepreise schüren Sorge vor Zinssteigerungen
Zugleich stieg der Ölpreis auf den höchsten Stand seit fünf Monaten: Brent zur Lieferung im Dezember überschritt erstmals seit Mai die Marke von 111 Dollar je Barrel (rund 96 Euro). Händler wägen das Risiko weiterer iranischer Angriffe auf die Straße von Hormus ab.
„Der Anstieg des Brent-Ölpreises in Richtung 110 US-Dollar je Barrel zeigt, wie stark geopolitische Risiken derzeit wieder in die Preisbildung eingreifen“, sagt Daniela Hathorn, Senior Market Analyst bei capital.com. Gleichzeitig verlaufe die Reaktion an den Märkten zunehmend uneinheitlich: „US-Technologiewerte zeigen Widerstandskraft, während europäische Vermögenswerte zusätzlich unter fiskalischen und politischen Sorgen leiden.“
Bereits am Montag waren die Ölpreise gestiegen. Höhere Energiepreise schüren die Erwartung, dass die US-Notenbank die Zinsen zur Eindämmung der Inflation länger auf hohem Niveau belassen könnte.
Blick auf die Einzelwerte:
3M: Der US-Konzern 3M hat im dritten Quartal die Gewinnerwartungen der Wall Street übertroffen und seine Jahresprognose zum zweiten Mal in Folge angehoben. Der Hersteller von Post-it-Notizzetteln und Scotch-Klebeband rechnet für das Gesamtjahr nun mit einem bereinigten Gewinn von 9,10 bis 9,15 Dollar je Aktie, nachdem die bisherige Prognose bei maximal 8,95 Dollar gelegen hatte. Analysten hatten im Schnitt 8,94 Dollar erwartet. Die Papiere steigen um vier Prozent.
Amazon: Der Onlinehändler gab bekannt, dass es im nächsten Jahr mehr als 16 Milliarden Euro (17,9 Milliarden Dollar) in Deutschland in Bereiche wie Rechenzentren, Satellitenprogramme und die Medienproduktion von Prime Video investieren wird. Die Papiere sinken um 0,6 Prozent.
Salesforce: Salesforce kauft den Marketingsoftware-Anbieter Braze für rund 5,7 Milliarden Dollar. Der Abschluss ist für das Geschäftsjahr 2028 geplant. Die Salesforce-Aktie verliert rund 0,7 Prozent.
AI outlook — possibilities, not facts
Tesla und SpaceX veröffentlichen Quartalszahlen.
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