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Wall Street startet mit Gewinnen trotz steigender Anleiherenditen
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Handelsblatt1 hour agoBusiness3 min readGermanyView translation

Wall Street startet mit Gewinnen trotz steigender Anleiherenditen

US-Aktienmärkte zeigen sich trotz Rekordrenditen bei Staatsanleihen und Ölpreisschwankungen widerstandsfähig.

Quick Look

  • Trotz steigender Ölpreise und US-Anleiherenditen auf dem höchsten Stand seit 2002 starten die Wall-Street-Indizes mit Gewinnen.
  • Anleger hoffen auf eine Zinspause der Fed, während Micron-Aktien trotz guter Quartalszahlen schwächeln.

AI-generated summary

Why It Matters

Die US-Notenbank beobachtet Inflationsdaten genau, um über weitere Zinsschritte zu entscheiden. Steigende Ölpreise verstärken die Sorge vor einer anhaltenden Teuerung.

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Die Ölpreise steigen, auch US-Anleiherenditen erreichen den höchsten Stand seit 2002. Die Hoffnung auf einen Zinsschritt weniger in diesem Jahr stimmt Anleger dennoch zuversichtlich.

Düsseldorf. Solide Konjunkturdaten vom Vortag halten Anleger bei Laune. Die großen Indizes an der Wall Street starten weitestgehend mit einem Plus in den Donnerstagshandel.

Der Dow Jones der Standardwerte gewinnt 0,4 Prozent auf 51.172 Punkte.

Der breit gestreute S&P 500 bewegt sich kaum und verharrt bei 7677 Punkten.

Die Technologiebörse Nasdaq rückt unterdessen 0,5 Prozent auf 26.985 Punkte vor.

Der Nasdaq 100, ein Abbild der 100 Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung, legt um 0,5 Prozent auf 30.556 Zähler zu.

Am gestrigen Mittwoch veröffentlichte das US-Handelsministerium für die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wichtige Inflationsdaten. So verharrt der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) im August bei 3,4 Prozent. Das war ein niedrigerer Wert als von Analysten erwartet – das Niveau verbleibt aber hoch. Die Daten nähren die Hoffnung, dass die Fed auf eine weitere Zinserhöhung im Oktober verzichten könnte.

Unterdessen ignoriert die Wall Street die jüngsten Impulse von Micron. Der US-Speicherchiphersteller hatte am Mittwoch nach dem Börsenschluss in New York überraschend hohe Ziele für das laufende Geschäftsquartal ausgegeben. Die Papiere notieren nach Handelsstart am Donnerstag knapp im Minus.

Für Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, ist das kein Zufall. Micron bleibe der Branche für Künstliche Intelligenz (KI) einen neuen Impuls schuldig. „Wenn es nicht mehr genügt, alle Erwartungen bei Gewinn, Umsatz und Ausblick zu übertreffen, kann das ein Hinweis darauf sein, dass das alles schon in den Kursen vorweggenommen wurde“, erklärt Stanzl.

Für viele Käufer bestehe daher keine Not, direkt einzusteigen. „Die Hoffnung, dass Microns Bilanz neue KI-Euphorie entfachen könnte, um den Markt von seiner Fixierung auf Renditen abzulenken, ist nicht aufgegangen“, schreibt der Consorsbank-Analyst.

Denn am US-Anleihenmarkt ziehen die Renditen deutlich an. Die zehnjährige US-Staatsanleihe kletterte auf 5,34 Prozent – den höchsten Stand seit 2002. Hintergrund sind Inflationssorgen wegen steigender Ölpreise infolge des Kriegs im Nahen Osten: Ökonomen erwarten dadurch eine länger anhaltende Teuerung und entsprechend länger hohe Leitzinsen der US-Notenbank. Investoren verkaufen deshalb bestehende Anleihen und verlangen für neue eine höhere Verzinsung – das drückt die Kurse der alten Papiere und treibt die Renditen weiter.

Steigende Anleiherenditen wirken sich negativ auf das Geschäft mit Aktien aus, weil sichere Staatsanleihen plötzlich wieder attraktiver verzinst sind als viele Dividenden oder Kursgewinne – Anleger rechnen Wachstumswerte wie Tech-Aktien dadurch strenger durch. Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Markets, sieht die Folgen bereits im Marktverhalten: „Käufer werden am Aktienmarkt aktuell immer mehr zur Minderheit“, sagt Altmann.

Unterdessen gibt es am Ölmarkt starke Schwankungen. Nach anfänglichen Verlusten steigen die Ölpreise am Donnerstagnachmittag. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im Dezember wurde zuletzt bei 100 US-Dollar gehandelt, nachdem der Preis am Morgen noch zeitweise bis auf 96,55 Dollar gefallen war.

Die starken Preisschwankungen werden am Ölmarkt damit erklärt, dass die Anleger zwischen einem höheren Liefervolumen aus der Krisenregion am Persischen Golf und der Möglichkeit einer weiteren Eskalation im Iran-Krieg abwägen müssen.

Open Questions

  • Wird die Fed im Oktober die Zinsen erhöhen?
  • Wie stabilisieren sich die Ölpreise langfristig?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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